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Bei Ermittlungen gegen Terror-Trio führen Spuren auch zu Thomas G.

Bei Ermittlungen gegen Terror-Trio führen Spuren auch zu Thomas G.

Immer mehr Indizien sprechen dafür, dass der bekannte Neonazi Thomas G. aus dem Altenburger Land Kontakte zu dem Terror-Trio von Zwickau hatte.

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Thomas G. (links vorn) in Aktion: Bei einer Demo rechtsextremer Gruppierungen im August 2009 quer durch Altenburg gehörte der Neonazi-Aktivist zu den Organisiatoren.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg/Meuselwitz. Von Jörg Wolf

Vermutlich klickten bei Thomas G., der wieder in Meuselwitz wohnt, noch nicht die Handschellen. Aber genau weiß das offenbar nicht einmal die örtliche Polizei. "Die Ermittlungsführung liegt ausschließlich beim Bundeskriminalamt sowie der Generalbundesanwaltschaft. Wir sind in die Sache in keiner Weise involviert und werden auch nicht informiert", so der Chef der Polizeidirektion Gera, André Röder.

Beim BKA gibt man mit Blick auf die laufenden Ermittlungen keinerlei Details preis - Namen von mutmaßlichen weiteren Kontaktleuten zu der Terrorzelle ohnehin nicht.

Dabei spricht von Tag zu Tag mehr dafür, dass der unter anderem wegen Volksverhetzung und Körperverletzung vorbestrafte Thomas G. diverse Kontakte gehabt haben könnte. Immerhin gilt der 32-Jährige als einer der einflussreichsten Neonazis in Thüringen und auch darüber hinaus. Der erst kürzlich wegen seiner Kontakte zu dem braunen Mord-Trio von Zwickau verhaftete Ralf Wohlleben aus Jena gehörte zu G.'s engerem Bekanntenkreis. Mit ihm zusammen oder auch allein fungierte der Meuselwitzer als Anmelder von etlichen Neonazi-Aufmärschen und Veranstaltungen in der gesamten Region. Unter anderem beim sogenannten Fest der Völker in Jena, Pößneck und Altenburg.

Zudem soll Thomas G. maßgeblich am Aufbau des sogenannten Freien Netzes mitgewirkt und enge Kontakte zur Szene in ganz Deutschland und Europa unterhalten haben. Auch am Aufbau des Zwickauer Netzes wirkte er entscheidend mit. Bei der Suche in rechtsextremen Internetforen nach Personen aus dem Umfeld der rechten Terrorgruppe stießen Rechercheure der Antifa auf den Namen Thomas G., der sich dort auch mit dem Passwort "struck-mandy" anmeldete. Die Schwarzenbergerin wiederum gilt als mögliche Helferin des Terror-Trios, verwendete doch die inhaftierte Beate Zschäpe diesen Namen, um unerkannt im Untergrund leben zu können.

Dass Thomas G. erst am Sonnabend als Teilnehmer eines Neonazitreffens in Gerstenberg von der Polizei identifiziert wurde (OVZ berichtete), überrascht den örtlichen Bundestagsabgeordneten der Linken, Frank Tempel, nicht: "Ich glaube nicht, dass es sich dabei um eine Feier gehandelt hat. Vielmehr war es wohl eine Art Strategietreffen. Denn sicher ist die Szene jetzt angesichts dieser massiven Ermittlungen verunsichert und traut offensichtlich Handys und Internet nicht mehr über den Weg. Aber sie ist doch noch aktiv", sagte er. Länderübergreifende Kontakte inklusive, wie die Teilnahme von Neonazis aus dem Raum Leipzig und Gera zeigte. "Hier sieht man doch wieder die gewachsenen Verbindungen."

Dass das BKA vermutlich völlig autark seine Ermittlungen führe, ist für Tempel "nicht gerade vertrauensfördernd". Mit dieser Taktik des "völligen Deckelns" würden nur "Verschwörungstheorien genährt", kritisiert Tempel, der von Beruf selbst Kriminalist ist.

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