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Altenburg Bei Familie Mikolajek aus Treben stand vor zehn Jahren das Wasser einen Meter hoch im Haus
Region Altenburg Bei Familie Mikolajek aus Treben stand vor zehn Jahren das Wasser einen Meter hoch im Haus
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17:27 16.08.2012

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"Man lebt jeden Tag mit der Gewissheit, dass es wieder passieren kann", sagt Matthias Mikolajek und zeigt auf die kleine Mauer vor seinem Haus, die schon Generationen vor ihm errichteten, weil sie alle wussten, wie gefährdet diese Stelle ist. Das 300 Jahre alte Gebäude hat schon viel durchgemacht, doch die Jahrhundertflut war der absolute Tiefpunkt.

Weil sie schon einige Hochwasser miterlebt hatten, war die Familie im August 2002 zumindest vorbereitet. "In den Nachrichten verfolgten wir die Lage, wir stellten Hohlblocksteine unter die Möbel, damit diese nicht beschädigt werden, aber das hat leider nicht gereicht." Der 57-Jährige erinnert sich noch wie heute an den Moment, als sich das Wasser seinen Weg durch den Garten in sein Haus bahnte. "Es war 18.12 Uhr und wir mussten mit ansehen, wie der Pegel im Erdgeschoss von Stunde zu Stunde stieg."

Hinzu kam, dass die Mikolajeks Mitte August 2002 gerade das Dach neu decken ließ, die Schindeln waren noch nicht angebracht. "Das Wasser kam von allen Seiten, wir wussten nicht mehr weiter."

Nachdem der Pegel wieder sank, blieb nichts als Schlamm und Müll im Haus der Familie zurück. Die Möbel im Erdgeschoss wurden entsorgt, nichts von dem, was einmal war, konnte mehr verwendet werden.

Doch es sollte noch schlimmer kommen. Einige Tage nach der Flut kam ein Gutachter der Versicherung, um den Schaden einzuschätzen. 30 000 Euro wurden überwiesen, vom Land kam noch eine Soforthilfe hinzu, die für die Mikolajeks die Grundlagen bildeten, das unbrauchbare Erdgeschoss wieder herzurichten. "Zwei Wochen später bekamen wir Post von der Versicherung. Sie teilten uns mit, dass sie den Vertrag mit sofortiger Wirkung kündigen, das war erst mal ein Schock", erinnert sich der Hausbesitzer. Mehr als ein Jahr hat es gedauert, ehe die Räume wieder bewohnbar waren. In dieser Zeit konnte glücklicherweise das verschont gebliebene Obergeschoss genutzt werden. "Es war gut, dass wir so lange gewartet haben, bis wir alles neu gemacht haben, denn nur wenige Monate nach der Flut stand im Januar des Folgejahres wieder das Wasser in unserem Haus." Zwar war der Schaden längst nicht so hoch, wie im Sommer aber die Familie war zu diesem Zeitpunkt noch nicht wieder versichert und musste alles aus eigener Tasche bezahlen.

Heute, nach zehn Jahren, haben die Mikolajeks ihr kleines Idyll, wenige Meter von der Pleiße entfernt, wieder schick gemacht. Der Garten, in dem einst ein Bagger im Hochwasser versank, blüht wieder in voller Pracht. Direkt vor dem Grundstück wurde in den Jahren 2005 und 2006 eine Hochwasserschutzmauer errichtet, die die Trebener vor erneuten Überflutungen schützen soll. "Die Mauer hat ihren Dienst im Winter 2011 bereits getan, als der Fluss einen Pegel von 3,38 Meter hatte. Damals sind wir glücklicherweise verschont geblieben", erinnert sich das Ehepaar.

Trotz der Gefahr, dass das Wasser jederzeit wieder in Haus und Garten stehen könnte, denken Matthias und Veronika Mikolajek nicht daran, wegzuziehen. "Wir wohnen seit 30 Jahren hier, das ist unser Zuhause", sagen sie und wünschen sich, so etwas, wie vor zehn Jahren, nicht noch einmal erleben zu müssen.

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