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Beim Altenburger Weihnachtsmarkt läuft schnurgerade alles rund

Beim Altenburger Weihnachtsmarkt läuft schnurgerade alles rund

Oval statt eckig sollte er sein, der Altenburger Weihnachtsmarkt anno 2011. Nun, er ist zwar eher schnurgerade, doch das erhoffte Resultat wurde trotzdem erzielt: Die Händler sind überaus zufrieden - mit Anordnung, Kundenfrequenz und Umsatz gleichermaßen.

Altenburg.

 

 

 

 

Von Ellen Paul

Zur Erinnerung: Im Vorjahr hatte die Unzufriedenheit der Händler über die Anordnung der Buden - zwei Reihen jeweils Rücken an Rücken - noch während des Weihnachtsmarktes zu Protesten beim zuständigen Referatsleiter im Rathaus geführt. Lutz Meyner löste sein damals gegebenes Versprechen ein und gewährte den Händlern ein Mitspracherecht bei Aufbau und Gestaltung. So wurde beispielsweise deren Wunsch entsprochen, die Stände mit dem Gesicht zueinander zu stellen. Um sich nun nicht den Zorn der am Markt ansässigen Geschäftsleute zuzuziehen, deren Kunden beim Verlassen der Geschäfte auf mehr oder weniger triste Rückwände starren müssten, wurde rundherum ein Bauzaun aufgestellt. Die daran angebrachte Werbung, dekoriert mit Tannengrün, ist allgemein auf Wohlgefallen gestoßen.

So hat der Besucher in diesem Jahr also die Möglichkeit, stets den Überblick zu behalten. Der in der Mitte entstandene Freiraum lässt zwar den Weihnachtsmarkt bei Besucherflauten schnell recht leer erscheinen, bietet aber bei Ansturm genügend Platz zum Bummeln und Verweilen. Die damit zugleich bezweckte Bewegungsfreiheit für Räumfahrzeuge wurde in diesem Jahr mangels Schnee bislang noch nicht gebraucht.

Während auf der einen Seite ein prachtvoller Tannenbaum den Markt abschließt, ist es am anderen Ende die Bühne. Die hölzernen Bänke davor bieten Platz bei den Programmen und geben dem Areal einen urigen Anstrich. Mit dem Programmangebot indes sind die Händler auch in diesem Jahr nicht so recht zufrieden. Es könnte einfach mehr sein, was entsprechend mehr Leute anlocken würde, heißt es bei einer OVZ-Umfrage unisono. Gleichwohl zumindest einige Verständnis dafür zeigen, dass dies angesichts leerer Kassen für die Stadtverwaltung nicht ganz so einfach ist.

Mit leeren Geldbörsen kommen die Marktbesucher sicherlich nicht. Denn die Händler hoffen beispielsweise mit Baumschmuck, Schwibbögen, Grußkarten, Keramik, allerlei weihnachtlichen Accessoires, aber auch mit Mützen, Strümpfen, Handschuhen und Taschen auf kauffreudige Kundschaft. Das Gros der Buden allerdings bietet Kulinarisches und lässt dabei so gut wie keine Wünsche offen. Denn es reicht weit über Bratwurst und Glühwein - dennoch sicher die beliebtesten Weihnachtsmarktofferten - hinaus. Da gibt es zudem Quarkbällchen, heiße Waffeln, Suppen, Baguettes, Kräppelchen, gebrannte Mandeln und Nüsse, Schokofrüchte, Pilzpfanne, Gyros, Mutzbraten oder Langos.

Für diese inzwischen sehr beliebte ungarische Spezialität zeichnet übrigens schon seit vier Jahren auf dem Altenburger Weihnachtsmarkt ein Meuselwitzer verantwortlich. "Mein Vater lebte lange in Ungarn, er hat mir den Tipp gegeben", erzählt Martin Hünniger, der sich 2006 mit seinem kleinen mobilen Stand selbstständig machte und seither in Mitteldeutschland auf Festen unterwegs ist. Vor der bis März dauernden Winterpause ist der vierwöchige Markt in Altenburg noch mal ein gutes Geschäft. "Ich bin gern hier gesehen, habe sogar schon Stammkunden", erzählt der 25-Jährige. Renner sind in diesem Jahr Langos mit Sauerrahm und Käse sowie das Knobi-Brot.

Martin Hünniger wünscht sich ebenso wie Daniel Oehler, der wieder mit seinem Cocktail-Stand vertreten ist, dass der neue Marktaufbau auch im nächsten Jahr so beibehalten wird. Er sei einfach offener und schöner. "Das finden übrigens auch 90 Prozent der Kunden", freut sich Oehler. Dies und sicherlich auch das Wetter haben ihm größeren Zulauf als in den beiden Vorjahren beschert. Besonders gut gehen die heißen Cocktails und der Glühwein mit verschiedenen Geschmacksrichtungen wie Mango oder Himbeere, die der 27-Jährige zum ersten Mal im Angebot hat.

Bei Heike Kohler sind diesmal vor allem Puppenmöbel gefragt. Die Ziegelheimerin ist bereits gut zehn Jahren mit einem Stand auf dem Altenburger Weihnachtsmarkt vertreten. Während ihre Gärtnerei zu Hause im Winterschlaf liegt und ihr Mann wenige Meter entfernt Tannenbäume verkauft, versucht sie allerlei weihnachtliche Accessoires an den Mann oder die Frau zu bringen. "Ich bin zufrieden. Der Markt wird von den Leuten sehr gut angenommen."

Keinen richtigen Vergleich hat hingegen Marcel Mottitschka. Der Händler, der im Vorjahr noch Textilien verkaufte, bietet diesmal Suppen feil. "Denn gelernt habe ich ursprünglich Koch und in diesem Beruf bei der Armee auch acht Jahre gearbeitet", klärt der gebürtige Windischleubaer auf. Sein Geschäftspartner Silvio Plank, mit dem er in Altenburg ein Jeans-Geschäft betreibt, habe ihn animiert, es doch mal mit etwas aus seinem "alten Job" zu versuchen. Gesagt, getan. Wenn auch noch vorsichtig, erst mal nur für anderthalb Wochen. Doch schon 2012 könnte sich der 33-Jährige durchaus vorstellen, die gesamte Zeit präsent zu sein. Denn seine selbst gekochten Erbsen- und Linsensuppen sind manchmal schon mittags ausverkauft.

 

-Standpunkt

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