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Beim Brand eines leeren Hauses waren Altenburgs Ortsteilwehren gestern nicht einsatzbereit

Beim Brand eines leeren Hauses waren Altenburgs Ortsteilwehren gestern nicht einsatzbereit

Wie dünn die Personaldecke der Altenburger Feuerwehren mit Ausnahme der Berufsfeuerwehr mittlerweile ist, zeigte sich gestern Früh erneut. In dem seit vielen Jahren leerstehenden und zum Abriss vorgesehenen Haus in der Kanalstraße 2 wurden gegen 7 Uhr im zweiten und dritten Obergeschoss Rauchschwaden festgestellt.

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In der Kanalstraße Ecke Külzstraße löschen Wehren der Skatstadt zusammen mit der Rositzer den Brand.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Wie dünn die Personaldecke der Altenburger Feuerwehren mit Ausnahme der Berufsfeuerwehr mittlerweile ist, zeigte sich gestern Früh erneut. In dem seit vielen Jahren leerstehenden und zum Abriss vorgesehenen Haus in der Kanalstraße 2 wurden gegen 7 Uhr im zweiten und dritten Obergeschoss Rauchschwaden festgestellt.

 

Umgehend rückte die Berufsfeuerwehr aus und fand die erste Meldung von einem Wohnungsbrand bestätigt. Personen, so stellte sich kurze Zeit später heraus, waren aber weder in dem Gebäude, noch zu Schaden gekommen. Den acht Löschprofis stand zuerst die Freiwillige Wehr der Skatstadt mit 13 Mann zur Seite.

Auch die drei Ortsteilwehren Kosma, Paditz und Ehrenberg wurden zur Unterstützung alarmiert. Mit einem ernüchternden Ergebnis: Während sich Paditz gar nicht bei der Geraer Rettungsleitstelle meldete, musste Kosma absagen und Nicht-Einsatzbereitschaft melden: Denn nur ein Feuerwehrmann fand sich am Gerätehaus ein. Wenigstens ausrücken konnte die Ehrenberger Ortsteilwehr. Jedoch brauchte sie nach OVZ-Informationen rund 40 Minuten bis zur Einsatzstelle.

"Dass gerade die Ortsteilwehren vor allem tagsüber Probleme mit der Einsatzbereitschaft haben, ist schon seit geraumer Zeit bekannt", sagt der Chef der Altenburger Feuerwehr, Thomas Wust. Deshalb habe es beim gestrigen Einsatz auch zu keinem Zeitpunkt Probleme wegen zu wenig anwesendem Personal gegeben. "Als Ersatz haben wir die Rositzer gerufen, die mit vier Mann und ihrem Löschfahrzeug anrückten", so Wust.

Für überflüssig hält der Feuerwehrchef die drei recht dünn aufgestellten Ortsteilwehren dennoch nicht: "Sie sind ja nichtständig unterbesetzt." Tatsächlich sind die Personalprobleme, die auch die Freiwilligen Feuerwehren Altenburg-Nord und Mitte betreffen, schon seit geraumer Zeit bekannt.

In der im März vergangenen Jahres bestätigten Gefahrenanalyse für Altenburg wurden die personellen Defizite bereits detailliert aufgelistet: Demnach hat die Freiwillige Wehr Altenburg-Mitte nur 50 Prozent des eigentlich erforderlichen Personalbestandes. Altenburg-Nord erreicht sogar nur 40,7 Prozent. Ehrenberg hat 66,66 Prozent des erforderlichen, Paditz 73,33 Prozent und Kosma 86,66 Prozent. Allerdings kamen gestern die vergleichsweise recht ordentlich aufgestellten Wehren Paditz und Kosma gar nicht aus dem Depot.

Der Fußbodenbrand konnte trotzdem schnell gelöscht werden. "Mehrfach wurde dann im Tagesverlauf der Brandort von Kameraden kontrolliert", informiert Wust. Ein wirtschaftlicher Schaden entstand nicht, da das Haus ohnehin abgerissen werden soll.

Die Kriminalpolizei fand bereits die Ursache heraus: Brandstiftung. Möglicherweise haben sich eine oder mehrere Personen in dem Haus in der kalten Nacht aufgehalten und sich am offenem Feuer versucht zu wärmen. Diese Version, die schnell in Altenburg die Runde machte, wollte die Polizei weder bestätigen noch dementieren. Der oder die Brandverursacher seien unbekannt, teilte ein Polizeisprecher auf Anfrage mit.

Jörg Wolf

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