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Altenburg Beim Konzert der Besten überzeugen die Teilnehmer der 21. Thüringer Orgelakademie in der Schlosskirche
Region Altenburg Beim Konzert der Besten überzeugen die Teilnehmer der 21. Thüringer Orgelakademie in der Schlosskirche
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10:50 06.09.2011
Konzert der Besten: Megumi Yoshida (v.l.), Hiroko Takahashi, Satoko Kawagoe, Karol Hilla, Ha Yung Yang und Woojin Choi zeigen ihr Können an der Trost-Orgel.

Aber Bravo kann man durchaus als Fazit über die gesamte Akademie schreiben, denn mit einer sehr guten Teilnehmerzahl, mit prominenten und kompetenten Gastprofessoren und nicht zuletzt mit hervorragenden historischen Orgeln war die Akademie bestens aufgestellt.

Fünf der bedeutendsten mitteldeutschen Orgeln von Trost, Trampeli, Silbermann und Hildebrandt in Altenburg, Naumburg, Ponitz, Waltershausen und Windischleuba standen im Mittelpunkt der Kurse. Das war die Besonderheit des Jahrganges 2011. Nach 21 Jahren hat die Thüringische Orgelakademie nichts von ihrer Attraktivität und ihrer weltweiten Ausstrahlung eingebüßt. Bemerkenswert ist neben der intensiven Studienarbeit das angenehme persönliche Klima während der einzelnen Kurse, der kollegiale Umgang der Organisten untereinander, seien es Japaner oder Engländer, Südkoreaner oder Polen.

Leider war die deutsche Fraktion in diesem Jahr völlig unterbesetzt. Kein einziger deutscher Organist hatte sich für das Konzert der Besten qualifizieren können, sodass die asiatischen Spieler und ein polnischer Organist diese Veranstaltung mit ihren absolut stilsicheren und engagierten Interpretationen prägten. Faszinierend, wie sie die einzelnen Klangfarben der Trost-Orgel präsentierten, wie geschickt sie das nicht einfach zu spielende Instrument beherrschten.

Dabei ist es für die jungen Organistinnen aus Japan oder Südkorea wahrlich nicht einfach, mit den historischen Orgeln umzugehen. Das betrifft vor allem ihre in der Regel geringe Körpergröße und Beinlänge. An den beiden Trost-Orgeln in Altenburg und Waltershausen muss man lange Beine besitzen, um alle Tasten im Pedal sicher zu treffen. Mit einigen Tricks müssen sie versuchen, dieses Defizit auszugleichen. Und das gelingt ihnen tatsächlich mit erstaunlicher körperlicher Geschmeidigkeit und Beweglichkeit.

Megumi Yoshida aus Japan eröffnete das Konzert temperamentvoll und zugleich intuitiv mit Dietrich Buxtehudes "Magnificat primi toni". Empfindsam und feingliedrig spielte Satoko Kawagoe, ebenfalls aus Japan, eine Choralbearbeitung von Johann Ludwig Krebs. Der polnische Organist Karol Hilla griff energisch und kraftvoll in die Tasten bei einem "Praeambulum" von Matthias Weckmann.

Ganz im Gegensatz dazu stand die hervorragende Interpretation von Hiroko Takahashi aus Japan von Johann Sebastian Bachs Choralbearbeitung "Allein Gott in der Höh' sei Ehr" mit ihren vielen, nicht enden wollenden grazilen Trillerketten. Geballte Energie entfesselte die Südkoreanerin Woojin Choi bei der pathetischen Fantasie in g-Moll, ebenfalls von Johann Sebastian Bach.

Mit Pathos, brillanter Virtuosität, aber auch mit feinstrukturiertem Gestus beendete Ha Yung Yang aus Südkorea mit Felix Mendelssohn Bartholdys Sonate f-Moll op. 65 Nr. 1. Es war ein Vergnügen, ihrem packenden Spiel zu lauschen. Faszinierend, wie souverän sie die technischen Schwierigkeiten dieser Sonate meisterte. Da war ein Bravo mehr als verdient.

Der Dank für die rundum gelungene 21. Thüringische Orgelakademie - so die Meinung der Teilnehmer beim Abschlusstreffen nach dem Konzert - gilt den Veranstaltern, Organisatoren und Förderern, dem Residenzschloss und der Stadt Altenburg sowie dem Kultusministerium des Freistaates Thüringen.

Felix Friedrich

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