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Altenburg Beim Lumpziger Obstgut hat die Kirschernte begonnen
Region Altenburg Beim Lumpziger Obstgut hat die Kirschernte begonnen
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05:00 30.06.2016
Erntehelferin Babara Pzepiorka pflückt seit Jahren Süßkirschen im Obstgut Geier. Quelle: Mario Jahn
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Lumpzig

Wenn das Wetter mitspielt und die Kirschernte bis in den August reicht, dann könnten in dieser Saison um die 30 Tonnen Süßkirschen im Obstgut Geier geerntet werden. „Das wäre ein durchschnittlicher Ertrag. Wir hatten in diesem Jahr nicht das optimale Wetter in der Blühphase“, sagt Roberto Geier. Freilich, wie viele Tonnen es am Ende tatsächlich werden, kann noch nicht abgeschätzt werden. Obgleich der Siebenschläfertag am Montag viel versprechend trocken war. Denn Regen während der Ernte vertragen die Früchte nicht. Werden sie zu nass, platzen sie auf und können dann nicht mehr verkauft werden.

Um das zu verhindern, wurden in diesem Jahr weitere Plantagen überdacht. Nachdem 2014 und 2015 etliche Hektar Apfelbäume mit Hagelnetzen ausgestattet wurden, waren in diesem Jahr die Kirschen dran. Etwa ein Viertel der sechs Hektar Süßkirschen wurden mit Folie überspannt. Damit ist abgesichert, dass es im Hofladen über die gesamte Saison erntefrische Kirschen gibt. Erntefrisch, dass ist Roberto Geier wichtig, der gemeinsam mit seinem Bruder Reinhard das Obstgut leitet. „Unsere Strategie ist Qualität statt Masse.“ Deshalb werde auch nicht einfach jede Kirsche vom Baum geholt, sondern nur Kirschen mit einem Mindestdurchmesser von 26 Millimetern. Alles, was kleiner ist, bleibt an den Ästen.

34 Erntehelfer und elf festangestellte Mitarbeiter sind derzeit auf den Plantagen des Obstgutes beschäftigt. Die Erdbeerenernte neigt sich langsam dem Ende entgegen. Dagegen hat das Pflücken der Himbeeren gerade begonnen. Die Preise mussten in dieser Saison angehoben werden, so Geier. Das Kilogramm Süßkirschen kostet heuer sieben Euro. „Ein Grund für die Teuerung ist der Mindestlohn für die Saisonkräfte. Das ist aber nicht der einzige Grund“, betont der Geschäftsführer. Während darüber die Kunden im Hofladen im Großen und Ganzen wenig schimpfen, weil sie wissen, dass Qualität hat ihren Preis hat, ziehe diese Argument bei Verhandlungen mit großen Handelsketten wenig. Sie diktieren den Preis nach Gusto.

„Es lohnt sich kaum noch“, erzählt Geier. Aus diesem Grund strukturieren die Geier-Brüder schon seit einiger Zeit ihren Betrieb um. Ziel sei es, die Kunden mehr und mehr zum Hofladen nach Lumpzig zu locken. Nach den Vorstellungen der Geschäftsführer soll die Sekundärvermarktung zurückgefahren, dafür aber die Direktvermarktung ausgebaut werden. Das bedeutet, dass die Anbaufläche weiter verkleinert werde. Die Fläche der Apfelplantagen sank bereits binnen zehn Jahren von 200 auf 80 Hektar. Andere Obstsorten werden folgen. „Auch Süßkirschen und Sauerkirschen, die wir derzeit noch auf zehn Hektar stehen haben“.

Alternativ zur Massenproduktion will das Obstgut bei der Kundschaft eben mit Frische und Qualität punkten. „Die Kirschen zum Beispiel werden früh gepflückt, Süßkirschen übrigens rein von Hand, und kommen dann in den Hofladen. Frischer geht es nicht“, findet Roberto Geier. Und seine Erfahrung lehrt ihn, dass das die Kunden schätzen. Denen ist aber auch eine ökologische Bewirtschaftung wichtig.

Geier verweist auf den zertifiziert sparsamen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. „Ohne geht beim Obstanbau fast nichts.“ Pilze oder Insekten müssten zeitweise bekämpft werden, um den Betrieb wirtschaftlich führen zu können. Jedoch sei nicht jeder Spritzwagen, der in den Plantagen zu sehen ist, voller Pflanzenschutzmittel. Nach Boden- und Blattanalysen werden die Bäume und Sträucher auch gedüngt. „Ist die Pflanze gut versorgt und hat keinen Mangel, ist sie widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Parasiten, was wiederum weniger Pflanzenschutz bedeutet.“ Manchmal ist auch Zuckerwasser in den Tanks. Das wird auf die nicht überdachten Kirschen gespritzt, wenn Regen angesagt ist. Damit wird verhindert, dass über Osmose Wasser in die Frucht eindringt und sie platzt. Geier: „Das funktioniert gut, hält nur leider nicht lange vor.“

Von Jörg Reuter

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