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Bekannt und beliebt bis Bayern

Bekannt und beliebt bis Bayern

Mit einer Dauerausstellung zur Reformation und der touristischen Erschließung und Vermarktung der Roten Spitzen will Altenburg seinen Bekanntheitsgrad erhöhen und mehr Gäste anziehen.

Altenburg. Altenburg als Pilgerstätte für bayerische Touristen? Noch wurde darüber gestern im Landratsamt gescherzt, als Landrat Sieghardt Rydzewski (parteilos) und Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) die Fördermittel-Verträge unterzeichneten. Doch die Hoffnungen, dass sich die Mir-san-mir-Bajuwaren zu ihren wirklichen Wurzeln - nämlich in die Skatstadt - aufmachen, ist nicht unbegründet. Schließlich soll Kaiser Barbarossa 1180 in Altenburg die Wittelsbacher mit dem Bayerischen Herzogtum belehnt haben. Als historischer Schauplatz dafür gelten die Roten Spitzen, die beiden Westtürme der vermutlich um 1165 erbauten ehemaligen Augustiner-Stiftskirche St. Marien.

Diese Wahrzeichen Altenburgs sollen nächstes Jahr für den Besucherverkehr geöffnet werden. Viel Geld wird bis dahin in Fassade, Dach, Wege und Ausgrabungen investiert worden sein. Mit weiteren 150 000 Euro können nun auch Eingangshalle, Krypta und Räume in der ersten Etage hergerichtet werden. Das Geld stammt aus dem Regionalbudget, einem Sonderprogramm des Landes für den Kreis. Von Vorteil dabei ist, dass die Skatstadt selbst keine Eigenanteile aufbringen muss. Umso größer war gestern die Freude bei Altenburgs Oberbürgermeister, der damit vor allem nachhaltige Projekte umsetzen könne, wie Wolf vor der Presse sagte. Er verspreche sich von den Investitionen eine bessere Vermarktung und einen höheren Bekanntheitsgrad der Stadt, was wiederum Einfluss auf die Einnahmen habe.

Dieses gilt gleichermaßen für ein weiteres vom Land zu 100 Prozent gefördertes Vorhaben - eine Dauerausstellung zur Reformation. Neben den Auswirkungen des Kirchenumbruchs auf Altenburg soll dabei auch der Einfluss von Georg Spalatin gezeigt werden, den Weggefährten Martin Luthers und Steuermann der Reformation. In das Vorhaben werden wichtige Sehenswürdigkeiten der Stadt einbezogen, wie Schloss, Brüder- und Bartholomäikirche sowie Lindenau-Museum, kündigte der Oberbürgermeister an. "Wir wollen beim Thema Reformation die ganze Stadt einbeziehen und vermarkten", sagte er. Zentrale Orte der Exposition werden allerdings das Zimmer 70 an der Ecke zum Bachsaal und die Bibliothek im Schloss sein. Im Spätherbst 2012 sollen erste Teile fertig sein, einen Zeitplan bis zur Eröffnung vermochte der OB gestern nicht zu nennen. Für die Dauerausstellung werden vom Land ebenso 150 000 Euro bis 2013 ausgereicht.

Das ist nicht alles. Weitere 30 000 Euro werden an Altenburg ausgezahlt, um sich auf Messen präsentieren und Kontakte zu Investoren knüpfen zu können. Ziel ist die bessere Vermarktung der Gewerbegebiete Weißer Berg sowie Altenburg Nordost 1 bis 3.

Das Regionalbudget des Landes hält für den Kreis bis 2013 insgesamt 900 000 Euro bereit. Es wurde aufgelegt, um wichtige Projekte zu finanzieren, für die es keinerlei Fördermöglichkeiten gibt.

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