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Bellissimo! Es ist eine Faszination, diese Orgel zu spielen

Konzert in Schlosskirche Bellissimo! Es ist eine Faszination, diese Orgel zu spielen

Es ist eine gute Tradition, die alljährlich stattfindenden Internationalen Sommerorgelkonzerte im Altenburger Schloss mit einem renommierten Solisten zu eröffnen. In diesem Jahr war es Allessandro Bianchi, ein Organist aus dem norditalienischen Cantu, der mit seinem virtuosen Spiel an den Start der Konzertsaison 2017 ging.

Der italienische Organist Allessandro Bianchi spielte zum ersten Mal an der Trost-Orgel in Altenburg.

Quelle: Fellix Friedrich

Altenburg. Es ist eine gute Tradition, die alljährlich stattfindenden Internationalen Sommerorgelkonzerte im Altenburger Schloss mit einem renommierten Solisten zu eröffnen. In diesem Jahr war es Allessandro Bianchi, ein Organist aus dem norditalienischen Cantu, der mit seinem virtuosen Spiel an den Start der Konzertsaison 2017 ging und das zahlreich erschienene Konzertpublikum in der Schlosskirche begeisterte.

Dieser gute Besuch spricht für die engagierten Musikfreunde in unserer Stadt, denn zeitgleich hatte man ein Konzert in der Brüderkirche mit dem Altenburger Posaunenchor angesetzt, was für eine Kleinstadt schon ein – freilich vermeidbares – Risiko hinsichtlich des Konzertbesuchs darstellt.

Allessandro Bianchi ist als einer der namhaften italienischen Organisten weltweit geschätzt und begehrt. Er kennt sich in nahezu allen namhaften Kirchen und Konzertsälen aus. Nur die Altenburger Trost-Orgel hatte er noch nicht unter seinen Fingern. Insofern war es für ihn eine Premiere, dieses ebenfalls weltweit geschätzte Instrument einmal spielen und erleben zu können. Sein Urteil nach dem Konzert war kurz, aber sehr prägnant: „Es ist eine Faszination, diese Orgel sowohl zu sehen als auch zu hören oder gar zu spielen. Fantastico, bellissimo!“

Und bezaubernd schön gestaltete er mit seinem inspirierenden Spiel das knapp 90-minütige Konzert. Dazu wartete er mit einem recht abwechslungsreichen Programm auf, bei dem er Werke des 16. und 17. Jahrhunderts aus seiner Heimat der deutschen Orgelmusik des 18. und 20. Jahrhunderts gegenüberstellte. Da standen recht unbekannte, oder zumindest nicht so oft gespielte Komponisten wie Francesco Spagnoli oder Bernardo Pasquini den Großmeistern der deutschen Tastenmusik wie Dietrich Buxtehude und natürlich – wie kann es an der Trost-Orgel anders sein – Johann Sebastian Bach gegenüber.

In der italienischen Orgelmusik spielen Flötenstimmen eine große Rolle. Demzufolge bevorzugte Bianchi genau diese Klanggruppen der Trost-Orgel für seine Interpretation. Aber es war auch die Vielfalt der ausgewählten Klänge, die sein Spiel so interessant und anhörenswert machten. Natürlich fehlte das vom Publikum stets erwartete und geliebte Glockenspiel nicht, ebenso wie die leisen Töne der Trost-Orgel. Als recht kurzweilig erwies sich eine moderne Variationsfolge über ein französisches Weihnachtslied des in Hamburg lebenden Komponisten Andreas Willscher, mit dem Bianchi eng zusammenarbeitet. Mit der „Dorischen Toccata“ und dem Werkpaar Praeludium und Fuge e-Moll BWV 548 hatte der Organist für den zweiten Teil seines Konzerts zwei anspruchsvolle Kompositionen von Bach ausgewählt, um damit die volle Klangpracht der Altenburger Schlossorgel zu entfalten.

Die Zuhörer lauschten konzentriert und fasziniert seinem brillanten und sehr versierten, der Trost-Orgel angepassten und durchaus auch sehr sensiblen Spiel. Am Schluss des Konzertes gab es intensiven Beifall für Allessandro Bianchi. Er bedankte sich mit der schlichten Choralbearbeitung „Herzlich tut mich verlangen“ von Johann Sebastian Bach. Die meditative Stimmung dieses sehr subtil vorgetragenen Stückes hielt die Zuhörer lange Zeit in Bann, denn erst nach einem in sich versunkenen Innehalten setzte wiederum begeisterter Beifall ein. Das war ein nachhaltiger Ausklang dieses Auftaktkonzertes.

Von Felix Friedrich

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