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Bergbrüder haben Wanderweg übergeben und selbst neue Uniformen bekomme

Bergbrüder haben Wanderweg übergeben und selbst neue Uniformen bekomme

Die Bergbrüderschaft Meuselwitz-Rositzer Braunkohlerevier kann das alte Jahr entspannt ausklingen lassen. Während ihres dreijährigen Bestehens haben die Bergbrüder einiges auf die Beine gestellt und legten auch 2011 die Füße nicht hoch.

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Im Mai dieses Jahres haben die Bergbrüder den mit Schülern entwickelten Grubenwanderweg rund um Meuselwitz eingeweiht.

Rositz. Im Mittelpunkt stand ein Projekt mit Jugendlichen des Veit-Ludwig-von-Seckendorff-Gymnasiums.

Unter Leitung des Vereins entwickelten vier Schüler von Anfang 2010 bis Mai 2011 im Rahmen ihrer Seminarfacharbeiten einen Grubenwanderweg. Startpunkt ist die einstige Grube Fürst Bismarck beziehungsweise Z III in Meuselwitz. Von dort aus zieht sich der Weg über 30 Kilometer und verbindet 13 Stationen, an denen früher große Gruben oder Brikettfabriken standen. Informationstafeln auf Englisch und Deutsch sollen an die Geschichte des Braunkohleabbaus in der Region erinnern.

Zur Eröffnung des Weges im Mai dieses Jahres präsentierten sich die ehemaligen Kumpel auch erstmals und voller Stolz in ihren neuen Uniformen, entworfen nach einem Vorbild aus dem Heimatmuseum. Der Hut des Habits, so wird die Paradeuniform unter Fachkundigen genannt, zeigt mit einem Wappen und der Farbe des Federbuschs das Rositzer Revier an. Auch die Knöpfe auf der Jacke haben eine bestimmte Anordnung. Die Uniformen wurden im September auch beim 3. Thüringer Bergmannstag in Sondershausen getragen, wo sich rund 2500 Bergleute und etwa 500 Musiker trafen. "Wir kamen mit unserem Habit sehr gut an. Damit haben wir auf jeden Fall Aufsehen erregt", freute sich Vereinsvorsitzender Detlef Schnittler. Immer wieder sei den Bergbrüdern ein freundliches "Glück auf" zugerufen worden.

Weiterer Jahres-Höhepunkt war die 3. Mineral- und Bergbaubörse, die seit der Gründung jedes Jahr im November ausgerichtet wurde. Dabei präsentierte der Verein sich selbst und seine Arbeit und stellte verschiedene Mineralien aus. Für Kinder wurde eine Schatzkiste mit Mineralien versteckt, die sie suchen konnten. "Das hat uns bekannter gemacht, auch überregional", meinte Schnittler. Selbst Händler aus Polen und Tschechien seien extra für die Börse angereist.

Besonders stolz sind die Bergbrüder auf die Wiederherstellung zahlreicher zum Teil schon zerfallener Schaubriketts aus dem ehemaligen Bergbaumuseum in Zechau. "Die Sammlung schlummerte vor sich hin und wir konnten den Landrat überzeugen, dass er sie uns überlässt", sagte Schnittler. Ein Hobbyrestaurator stellte die zerbröckelten Briketts wieder her, verpasste ihnen einen Grundanstrich und imprägnierte sie zum Schutz vor Feuchtigkeit. Für die Bergbrüder ist die Restaurierung auch deshalb so bedeutend, weil auf den Briketts historische Momente der vergangenen 100 Jahre verewigt sind.

Auch fürs nächste Jahr stehen schon einige Termine im Kalender. So zum Beispiel die Trachtenparade im Rahmen des Deutschen Trachtenfestes in Altenburg am 3. Juni, bei der die Bergbrüder mit ihren Habits mitlaufen werden. Außerdem der Bergmannstag im Bernsteinhof im Juli. Wer Lust hat, kann im August bei schönem Wetter mit einem Mannschaftstransportwagen den Tagebau in Profen besichtigen. Im September steht der Tag des offenen Denkmals in Rositz und Meuselwitz an und am 17. November wieder die Börse im Kulturhaus Rositz.

Darüber hinaus soll das Projekt Grubenwanderweg fortgeführt und auch auf Rositz ausgedehnt werden. Gedacht ist neben einer Weiterentwicklung der Beschilderung beispielsweise auch an das Aufstellen von Sitzbänken. Für beides suchen die Bergbrüder noch Paten. Inzwischen wurde auch ein neues Schulprojekt auf den Weg gebracht. Schüler des Seckendorff-Gymnasiums sollen die Geschichte des Teerverarbeitungswerkes Rositz aufarbeiten. Ein großes Anliegen des Vereins ist darüber hinaus die Suche nach Räumen für Dauerausstellungen. Die Bergbrüder liebäugeln mit dem Rositzer Wasserturm. Der steht leer und ist das Wahrzeichen des Ortes.

Frauke Sievers

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