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Altenburg Berufswahlprojekt „Kurs 21“ wird wieder aufgenommen
Region Altenburg Berufswahlprojekt „Kurs 21“ wird wieder aufgenommen
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08:06 04.04.2019
Peter Pelikan, Geschäftsführer der Thüringer Fibertrommel, Schulleiterin Sylvia Most, Landrat Uwe Melzer, Pax-Betriebsleiter Peter Geißler, Seniorenwohnparkleiter Lutz Siegmann und Bürgermeister Steffen Stange (v.l.) unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung. Quelle: Jana Fuchs
Rositz

Eine Wiederauferstehung konnte am Mittwoch an der Rositzer Regelschule Insobeum gefeiert werden: Die von der Deutschen Bundesstiftung ins Leben gerufene und vom Landratsamt getragene Initiative „Kurs 21“ über Lernpatenschaften zwischen Unternehmen und Institutionen sowie einer Schule wurden mit einem entsprechenden Kooperationsvertrag besiegelt. Ziel der Aktion ist es, Schüler beizeiten bei ihrer Suche nach einem Beruf und Ausbildungsbetrieb zu unterstützen und ihnen unter anderem durch Betriebspraktika einen hautnahen Einblick in diverse Berufsbilder zu geben.

Programm war eingeschlafen

„Heute besiegeln wir quasi den Neustart, denn Kurs 21 gab es im Landkreis schon einmal von 2004 bis 2012 unter der Schirmherrschaft des Landratsamtes als Koordinator“, sagte Landrat Uwe Melzer (CDU) am Mittwoch im Insobeum zur Unterzeichnung des ersten neuen Kooperationsvertrages. „2012 ist das dann aber eingeschlafen, beziehungsweise lag es auf Eis. Bitte fragen Sie mich nicht, warum“, schob Melzer nach.

Doch quasi unmittelbar nach seiner Amtsübernahme vor rund neun Monaten rückte das Thema frühzeitige und umfangreiche Unterstützung der Schüler bei der Berufs- und Ausbildungsstättensuche wieder auf die Agenda. „Zum einen hatten wir mit Kurs 21 in der VG Pleißenaue sehr gute Erfahrungen gemacht. Und zum anderen wird seit längerem über den gravierenden Fachkräftemangel in den Betrieben geklagt, aber nicht alle Mittel mit entsprechender Konsequenz genutzt. Deshalb lassen wir Kurs 21 mit Bettina Feller als Koordinatorin im Landratsamt wieder aufleben“, so der Landrat weiter. Schon an diversen Schulen des Landkreises habe man mit diesem Ansinnen vorgesprochen und sei durchweg auf Interesse gestoßen. „Wenngleich eigentlich überall das Thema Berufsorientierung an den Schulen ohnehin betrieben wird und es entsprechende Kooperationen mit ortsansässigen Unternehmen gibt“, ergänzte Bettina Feller.

Rositz ist Vorreiter

In Rositz selber spielt dieses Thema am von 198 Schülern besuchten Insobeum ohnehin schon in der Schulphilosophie eine große Rolle. Nicht umsonst hat die Bildungseinrichtung bereits mehrfach den Titel „berufswahlorientierte Schule“ errungen und verteidigt. „Solche von uns als Schule kommenden Aktivitäten, wie beispielsweise die Vermittlung von Praktika oder Firmenbesichtigungen, macht es auch für unsere Schüler leichter. Denn durchaus bestehen bei dem einen oder anderen Hemmschwellen, aus eigenem Antrieb auf die Unternehmen zuzugehen“, so Schulleiterin Sylvia Most. Am Mittwoch wurden die Kooperationsvereinbarungen zwischen Schule sowie der Verwaltungsgemeinschaft Rositz, Fensterbauer Pax, der Thüringer Fibertrommel und dem Seniorenpark Voigtsches Gut unterzeichnet.

Alle können profitieren

Ganz neu im Boot ist das von der Arbeiterwohlfahrt betriebene Voigtsche Gut. „Solche Kooperationen sind für beide Seiten lohnend“, meinte Einrichtungsleiter Lutz Siegmann. „Junge Leute, also Schüler, die in unserer Einrichtung Praktika absolvieren, sind auch für unsere Bewohner im Alltag eine Bereicherung. Zudem kann sich so jeder mit den Anforderungen in der Altenpflege detailliert vertraut machen und merkt dabei auch, ob dieser Beruf etwas für einen ist“, erklärte Siegmann. Auch als Unternehmen könne man davon profitieren: Erst kürzlich hatte man vier Interessentinnen für eine Ausbildung zur Altenpflegerin eingeladen. „Nur eine ist zum Gespräch tatsächlich erschienen und die möchte sich bis Monatsende entscheiden, ob sie die Lehre antritt. Vielleicht kommen wir mit Kurs 21 dahin, dass sich einmal drei von vier Eingeladenen melden.“

Nur ein Startschuss

Die Vertragsunterzeichnung in Rositz war nur Startschuss. „Perspektivisch ist es Ziel, dass jede Schule im Landkreis solche Partnerschaften mit ortsansässigen Unternehmen eingeht. Denn letztendlich wollen wir damit erreichen, dass die Unternehmen ausreichend Auszubildende bekommen und die jungen Leute nach Möglichkeit hier im Altenburger Land bleiben“, erklärte Melzer.

Zwar würden solche Möglichkeiten schon vielfältig bestehen und auch noch aus der ersten Auflage von „Kurs 21“ herrühren. „Aber so manches ist in den zurückliegenden sieben Jahren halt auch eingeschlafen und soll nun wiederbelebt und neu geknüpft werden.“

Von Jörg Wolf

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