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"Beschämend"

"Beschämend"

Auf die enormen, aber weitgehend ungenutzten wirtschaftlichen Chancen des Rad-Tourismus' im Altenburger Land hat die Geschäftsführerin der Altenburger Tourismus GmbH hingewiesen.

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Quelle: Mario Jahn

Christine Büring machte am Dienstag vor dem Wirtschaftsausschuss des Kreistages auch Mängel deutlich, wie eine teilweise schlechte Beschilderung, Nachholbedarf bei der Pflege der Wege sowie Reserven bei der Vermarktung.

 

Der Radtourismus sei der am stärksten wachsene Tourismus-Zweig in der Bundesrepublik, wies die Expertin auf jährliche Steigerungsraten von zehn Prozent hin, mit einem jährlichen Umsatz von 9,2 Milliarden Euro. Jeder Radtourist gebe im Schnitt knapp 65 Euro aus. Das Altenburger Land könnte davon vor allem bei seinem wichtigsten Radfernweg, der Thüringer Städtekette, profitieren. Auf 225 Kilometer verläuft er zwischen Eisenach und Altenburg. Der Fernweg habe sich aus dem Nichts hochgearbeitet zu einem der beliebtesten Radwege Deutschlands, sagte Büring. Weil er vor allem zwischen Posterstein und Schmölln über den idyllischen, gut ausgebauten und erlebnisreichen Sprotteweg führt, bekomme das Altenburger Land für seinen Teilabschnitt gute Noten. Der Fernweg biete ebenso Anschluss-Routen im Landkreis.

 

Hier jedoch beginnen die Probleme. Die Beschilderung der Strecke in Richtung Colditz sei in Sachsen wunderbar, "hört aber zu unserem großen Schaden" auf Thüringer Gemarkung auf. Büring bezeichnete das als beschämend. Ebenso sei der Pleißeradweg in Richtung Leipzig zwar vorhanden, aus finanziellen Gründen aber nicht beschildert. Wenigstens liegt der Förderantrag jetzt in Erfurt.

 

Die Tourismus-Expertin sieht in der fehlenden Markierung wirtschaftliche Nachteile. Einerseits bei Radtouristen aus Sachsen, die dadurch nicht nach Thüringen kommen. Zweitens würde das Anschluss-Ziel Leipzig blockiert, das Touristen auf der Thüringer Städtekette animieren könnte, einen Tag länger in Altenburg zu bleiben. Drittens gebe es viele Hotelgäste, vor allem in ländlichen Gegenden des Landkreises, die sich nach Freizeitaktivitäten erkundigen. "Wenn eine vernünftige Beschilderung fehlt, kann ich niemanden losschicken", warnte Büring. Sie sprach ebenso ungepflegte Wege an und empfahl den Kreisräten, Geld für Reparaturen und eine vernünftige Beschilderung bereitzustellen. "All das, was wir in den Radtourismus stecken, ist direkte Wirtschaftsförderung." Hierbei erinnerte sie ebenso an den durch den Kreistag gestrichenen Marketing-Zuschuss in Höhe von rund 1650 Euro, womit der Landkreis seinen Werbeanteil am Fernweg Thüringer Städtekette bestreitet.

 

Die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses nahmen den Bericht nahezu diskussionslos zur Kenntnis. Ausschuss-Vorsitzender Jürgen Ronneburger (CDU) sagte lediglich, "dass wir sehr an den Radwegen hängen", eine Förderung jedoch vom Geld abhängt. "Wir sollten uns aber beim nächsten Haushalt zum Marketing-Zuschuss bekennen", forderte der Unions-Politiker. © Kommentar

Jens Rosenkranz

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