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Besser zu Hause als im Heim

Besser zu Hause als im Heim

Im Landkreis werden in den kommenden Jahren rund 3960 altersgerechte Wohnungen fehlen. Das geht aus der aktuellen Studie "Wohnen 65plus" hervor, die das Regionaldaten-Institut Pestel gemacht hat.

Die Wissenschaftler aus Hannover geben darin erstmals auf der Grundlage der neuen Zensus-Zahlen eine Prognose für die Bevölkerungsentwicklung.

 

Demnach werden im Jahr 2035 im Kreis Altenburger Land rund 32 820 Menschen älter als 65 Jahre sein - 25 Prozent mehr als heute. "Mit der starken Zunahme Älterer wird auch die Zahl der Pflegebedürftigen rasant wachsen", sagt Pestel-Studienleiter Matthias Günther. Viele Rentner müssen nur deshalb aus ihrer Wohnung, weil diese nicht altersgerecht ist. Von der Wohnung ins Heim - ein schwerer Schritt, der sich aber vermeiden lässt.

 

Die Prognose für das Altenburger Land gehe von rund 5490 Pflegebedürftigen im Jahr 2035 aus. "Bei dieser Entwicklung wird es höchste Zeit, barrierearme Wohnungen für Senioren zu schaffen. Ziel muss es sein, die älteren Menschen so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden wohnen zu lassen. Auch dann noch, wenn sie dort ambulant gepflegt werden müssen. Die Alternative ist der Umzug ins Pflegeheim.

 

Genau das wollen viele Ältere aber nicht", sagt Matthias Günther. Zudem führe die stationäre Pflege im Heim zu enormen Mehrkosten. Ein Pflegeplatz im Heim koste - im Vergleich zur ambulanten Pflege zu Hause - pro Jahr rund 7200 Euro mehr. Verglichen mit dem Aufwand, der notwendig ist, um eine Wohnung altersgerecht zu sanieren, gehe die Rechnung schnell auf. Jedenfalls die, die das Bundesbauministerium ganz offiziell aufmacht: "Demnach kostet der Umbau einer barrierearmen Wohnung durchschnittlich 15 600 Euro.

 

Rein wirtschaftlich betrachtet, lohnt es sich also, in das altersgerechte Bauen und Sanieren zu investieren", sagt Matthias Günther. Schon mit der Einsparung der Extrakosten für die Heimpflege lasse sich eine seniorengerechte Wohnungssanierung in gut zwei Jahren finanzieren. Insgesamt müssen im Kreis Altenburger Land 61,8 Millionen Euro in das altersgerechte Bauen investiert werden.

 

Nur so kann es nach Angaben des Pestel-Instituts gelingen, die rund 3960 zusätzlichen Senioren-Wohnungen zu schaffen. Dies funktioniere jedoch nur dann, wenn es hierfür finanzielle Anreize gebe: "Es ist dringend notwendig, den Neubau und das Sanieren von altersgerechten Wohnungen stärker zu fördern", sagt Matthias Günther. Insbesondere der Bund sei hier gefordert.

 

Die Politik müsse dabei - neben zinsverbilligten Krediten bei der KfW-Förderung - verstärkt auch auf direkte Bau-Zuschüsse und die steuerliche Abschreibung setzen. "Denn ein Kredit mit 20 Jahren Laufzeit stößt bei einem 70-Jährigen in der Regel nur auf wenig Interesse", so Günther.

 

Die Studie zum Senioren-Wohnen hat das Verbändebündnis "Wohnen 65plus" in Auftrag gegeben. Dazu gehören: der Sozialverband VdK Deutschland, der Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure, die IG Bauen-Agrar-Umwelt, die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau und der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel. Die Verbände appellieren an die Bundestagskandidaten aller Parteien im Kreis Altenburger Land, sich wesentlich stärker um dieses Sozialthema zu kümmern. Das Altenburger Land dürfe nicht auf eine "graue Wohnungsnot" zusteuern. Man dürfe sich nicht länger vom altersgerechten Bauen und Sanieren verabschieden.

Jens Rosenkranz

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