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Altenburg Besserer Schutz für Vögel: Nachrüstungen an Strommasten im Altenburger Land laufen
Region Altenburg Besserer Schutz für Vögel: Nachrüstungen an Strommasten im Altenburger Land laufen
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18:23 16.08.2012
Die sogenannten Büschelabweiser dienen dem Vogelschutz.

Von Jonas Alder

"Es waren zehn Jahre dazu Zeit, aber immer noch stellen viele Masten tödliche Vogelfallen dar und sind noch nicht entschärft", stellt Vorstandsmitglied Tino Sauer vom Naturschutzbund (Nabu) Thüringen die Situation dar. Viele Energiebetriebe hätten zwar in wichtigen Vogelschutzgebieten einiges umgerüstet, doch nun komme es darauf an, die Schutzmaßnahmen in Thüringen flächendeckend umzusetzen.

Denn vor allem die freiliegenden Leitungen mit Mittelspannung, die von der Regelung betroffen sind, gehören zu den Gefahrenquellen für Vögel. Störche, Greifvögel oder Eulen landen auf Strommasten und können so Erd- oder Kurzschlüsse auslösen, beschreibt der Nabu in einer Pressemitteilung. Rund 70 Prozent der Todesfälle von Weißstörchen gehen laut dem Verband auf das Konto von Stromleitungen.

Beim Energieunternehmen enviaM, das im Altenburger Land freiliegende Mittelspannungsleitungen hat, kennt man das Problem: "Vögel, deren Flügel eine bestimmte Spannweite aufweisen, laufen an diesen Leitungen Gefahr, mit ihren Flügeln eine Verbindung zwischen den Leiterseilen herzustellen und einen Stromschlag zu erleiden", sagt Susan Wiede von der Unternehmenskommunikation. Deshalb würden seit 2008 Strommasten mit Sicherheitstechnik für Großvögel ausgerüstet.

Dabei handelt es sich um sogenannte Vogelschutzhauben: "Das heißt, die Mitarbeiter decken die Leitungen an den Masten mit isolierenden Kunststoffhauben ab." Die Vögel könnten sich dann gefahrlos auf den Masten niederlassen. Auch die sogenannten Büschelabweiser - kleine Drähte - werden eingesetzt. Laut Wiede sind die Nachrüstungen an insgesamt 2 354 Masten im Altenburger Land fristgemäß zum Jahresende abgeschlossen.

Denn die Nachrüstung der Masten ist kein schwieriger Akt, wie auch Marco Kertscher, Sachbearbeiter für Artenschutz bei der Unteren Naturschutzbehörde, weiß: "Die Isolierungen kann man bestellen, die werden einfach draufgesteckt und zugeklappt." Die Untere Naturschutzbehörde übernimmt die Überprüfung des Vogelschutzes an den Mittelspannungsleitungen. "Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Ende des Jahres anzurufen, ob die Maßnahmen umgesetzt sind. Wenn bis dahin nichts passiert ist, planen wir, zwischen Ende des Jahres und Anfang Mai die Leitungen zu überprüfen", sagt Kertscher.

Dass ein Vogel dieses Jahr im Landkreis an einem Stromschlag verendet ist, ist ihm nicht bekannt. "Es ist nicht so, dass einmal im Monat ein Vogel unter einer Leitung liegt", sagt Kertscher. "Zumindest wissen wir es nicht." Denn nicht alle Fälle würden gemeldet.

Die Neuregelungen betreffen die freiliegenden Mittelspannungsleitungen. Beim geplanten Neubau einer 110-Kilovolt-Leitung durch das Altenburger Land (OVZ berichtete) sind hingegen keine besonderen Maßnahmen zum Vogelschutz geplant, so Susan Wiede von enviaM. "Bei dieser Hochspannungsfreileitung sind die Leiterseile weiter voneinander entfernt als bei Mittelspannungsfreileitungen, sodass keine Gefahr für die Vögel besteht", sagt sie.

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