Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Bestürzung in Lucka über Tod von Unternehmer Uwe Eikemeier
Region Altenburg Bestürzung in Lucka über Tod von Unternehmer Uwe Eikemeier
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:25 08.12.2017
Uwe Eikemeier mit seiner Tochter Cornelia im April vergangenen Jahres. Da übergab er die Firma in jüngere Hände. Quelle: Mario Jahn
Anzeige
Lucka

Der langjährige Geschäftsführer des Wellpappenwerks Lucka, Uwe Eikemeier, ist am Dienstag nach langer schwerer Krankheit in seiner niedersächsischen Heimat Langenhagen in Hannover verstorben. Er hinterlässt seine Frau Ursula und zwei Kinder, Cornelia und Christian.

Am 1. Juni 1991 kaufte Eikemeier gemeinsam mit dem ostdeutschen Partner Manfred Bedow das Unternehmen. Da der Partner bereits im März 1992 ausschied, führte er das Werk neben dem seit 1979 unter seiner Regie stehenden Familienbetrieb in Langenhagen allein weiter. Dem Unternehmer gelang es, den maroden Betrieb, dessen Personal zuvor wegen Auftragsmangels von 300 auf 60 Angestellte reduziert wurde, Schritt für Schritt zu modernisieren und zu erweitern. Circa 80 Millionen Euro wurden am Luckaer Standort dafür investiert – und dieser damit zu einem der größten dieser Branche in ganz Ostdeutschland gemacht.

Uwe Eikemeier Geschäftsführer der Wellpappe Lucka, ist verstorben. Quelle: Mario Jahn

Doch der 73-Jährige, der sich aktiv für seine Unternehmen einsetzte und dabei auch ein streitbarer Zeitgenosse sein konnte, war auch sozial stark engagiert. Aktiv unterstützte er unter anderem die Altenburger Prinzenraubfestspiele und rief die Initiative „Lucksche für Lucksche“ ins Leben, mit der in Not geratenen Menschen schnell geholfen werden konnte. Zudem hatte er auch für ortsansässige Vereine sowie die Grund- und Regelschule in der Stadt immer ein offenes Ohr.

Für sein unternehmerisches und soziales Engagement wurde Eikemeier vielfach geehrt. So erhielt er das Bundesverdienstkreuz, als Zweiter überhaupt den Preis des Fördervereines Prinzenraub und war Unternehmer des Jahres. Zudem erhielt er den „Großen Preis des Mittelstands“, einen der wichtigsten deutschen Wirtschaftspreise. Die Belegschaft wuchs im Laufe der Jahre wieder auf knapp 300 an.

Im vergangenen Jahr hatte sich Uwe Eikemeier auch aufgrund seiner Erkrankung Schritt für Schritt aus dem Unternehmen zurückgezogen und im April seiner Tochter Cornelia die Geschäfte übertragen. Über die Nachricht von seinem Tod reagierte die Belegschaft mit tiefer Bestürzung. „Wir sind unendlich traurig, dass unser alter Geschäftsführer, ein so wunderbarer Mensch, verstorben ist“, teilte Betriebsassistentin Brigitte Richter im Namen der Kollegen mit. „Er hat unser Werk nach der Wende aufgebaut, Arbeitsplätze geschaffen und für Probleme unserer Belegschaft immer ein offenes Ohr gehabt. Er hat geholfen, wo er helfen konnte, hat viel Unmögliches möglich gemacht. Das Wellpappenwerk Lucka war ein großer Teil seines Lebenswerkes und stand, neben seiner Familie, immer an erster Stelle.“

Er habe sehr viel für die Menschen in Lucka und für die Region getan, unterstrich Brigitte Richter. „Wir sind ihm dankbar, dass er dafür Sorge getragen hat, dass die Nachfolge für die Geschäftsleitung in unserem Werk geregelt ist. Wir werden Uwe Eikemeier sehr vermissen.“

Worte, denen sich die Luckaer Bürgermeisterin Kathrin Backmann-Eichhorn (parteilos) anschließt. „Mit großer Bestürzung und tiefer Trauer habe ich die Nachricht entgegengenommen“, sagte sie. „Ich habe mit ihm einen guten Freund, einen großen Unterstützer und eine starke Persönlichkeit verloren. Den Visionen und dem Aufbauwillen des Herrn Uwe Eikemeier verdanken wir ein starkes Wirtschaftsunternehmen, das in sehr hohem Maße zum Bestehen und Wohlergehen der Stadt Lucka beigetragen hat und welches heute den Namen Lucka in alle Welt trägt.“

Dank Eikemeiers Ideenreichtum und Engagement sei in Lucka etwas Großes entstanden: Ein Industriekomplex, der vielen Menschen eine Existenz sichert. „Seine Großzügigkeit und das Wirken bestimmen unser Stadtbild. Wir blicken mit größter Dankbarkeit und Hochachtung auf die Zeit mit Uwe Eikemeier zurück und werden stets ein ehrendes Andenken bewahren.“ Die gute Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung und dem Unternehmen werde definitiv in Eikemeiers Sinne fortgeführt.

Von Jörg Wolf

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Schon in zwei Wochen könnte die Altenburger Berufsfeuerwehr über eine neue Drehleiter verfügen. „Der Zuschlag wurde mittlerweile im Stadtrat erteilt. Es handelt sich um ein fabrikneues Fahrzeug, dass lieferbar wäre“, informierte Altenburgs Feuerwehrchef Meik Zimny. Die Vergabe erfolgte im nichtöffentlichen Teil des Stadtrates.

11.03.2018

Gelungener Auftakt für die Adventsmusiken: Der Sächsische Kammerchor lieferte beim Gastspiel im Bachsaal des Altenburger Schlosses ein rundum gelungenes Programm – und setzte ganz bewusst auch auf eher unerwartetes Liedgut.

07.12.2017

In Weihnachtsstimmung war der Kreistag noch nicht, als sich die Redner auf ihrer Sitzung am Mittwoch gegenseitig ordentlich einschenkten. CDU und SPD setzten gegen Linke und Regionale durch, dass der neue Landrat zukünftig immer bis zum 1. Dezember den Haushalt für das Folgejahr vorlegen muss.

07.12.2017
Anzeige