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Altenburg Bestürzung über Tod von Aufbau-Chef Lutz Härtel
Region Altenburg Bestürzung über Tod von Aufbau-Chef Lutz Härtel
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20:57 30.11.2012
Altenburg/Ziegelheim

Nach dem plötzlichen Tod des Aufbau-Vorsitzenden Lutz Härtel in der Nacht zu Donnerstag (OVZ berichtete) herrscht im Verein und in der Sportlandschaft des Kreises Fassungslosigkeit. "Alle sind tief betroffen, die Mitglieder müssen den Verlust erst einmal verarbeiten", sagte Vereinsvize Sten Wagner (36) gestern auf OVZ-Nachfrage. Um das zu ermöglichen, habe man alle Veranstaltungen der nächsten Tage abgesagt. "Das betrifft sowohl die Handball-Spiele als auch Weihnachtsfeiern wie die der Abteilung Radsport."

Bei einem Treffen gestern Früh besprach Wagner mit seinem Vorstandskollegen Andreas Woda das weitere Vorgehen. Bereits am Abend zuvor hatten die Handballer beschlossen, nicht zu spielen. "Wir sind nicht führungs- oder orientierungslos", erklärte Wagner weiter und würdigte den Verstorbenen zugleich. "Aber es ist schwer zu verkraften, wenn der Denker und Lenker aus dem Leben gerissen wurde." So seltsam es auch klingen mag. "Für einen Fall wie diesen sind die Umstrukturierungen der vergangenen Monate, die wir hauptsächlich Lutz zu verdanken haben, genau richtig." Schließlich könne man mit dem hauptamtlichen Geschäftsführer Mirco Weigel und den installierten Strukturen das Alltagsgeschäft bewältigen. "Wir werden uns Gedanken machen, wie es weitergeht, aber für konkrete Dinge ist es jetzt noch zu früh."

Das sieht Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf, der dem Aufsichtsrat des Vereins vorsteht und mit diesem einen Nachfolger für Härtel benennen muss, ähnlich. "Wir sind ein beratendes Organ, werden den Prozess begleiten, denn es muss und wird weitergehen", sagte der 50-jährige SPD-Politiker. "Aber zunächst gilt es, sich tief zu verneigen vor Lutz, der den Verein zusammengehalten hat, und innezuhalten." Die Nachricht von seinem Tod habe ihm so zugesetzt, dass er lange sprachlos gewesen sei. "Ich weiß, was er für Kraft in den Verein gesteckt hat, seine ganze Freizeit." Er sei immer optimistisch gewesen und jemand, der Unmögliches möglich machen wollte. "Bei all der menschlichen Tragik, die mich fassungslos macht, ist es ein unersetzbarer Verlust. Sein Tod bringt mich zum Nachdenken, wie man lebt und wie man die richtige Balance wahrt."

Geschockt zeigte sich auch KSB-Geschäftsführer Horst Gerth. "Vor seiner Leistung kann man nur den Hut ziehen", erklärte der 61-Jährige. "Er war ein Top-Mann, der sich sehr engagiert hat, mit ihm fehlt dem Sport im Altenburger Land ein Visionär, ein Ideengeber." Das bezieht Gerth auf verschiedene Dinge, die Aufbau unter Härtels Führung seit 2003 geschafft hat: die jüngste Strukturreform mit der Installation eines Aufsichtsrats, das sportliche Kindergartenprojekt und das Besetzen aller Altersklassen im Handball-Nachwuchs, um nur die markantesten zu nennen. Zudem entwickelte sich der Verein in dieser Zeit zum drittgrößten des Kreises, hat aktuell rund 1000 Mitglieder.

"Er war eine Persönlichkeit, die ausgestrahlt hat", so Gerth. "Er konnte mitziehen und begeistern." Nicht zuletzt deshalb sieht auch der Geschäftsführer des LSV Ziegelheim, Steffen Moritz (36), in Härtels Ableben einen großen Verlust: "Ich kann es noch gar nicht fassen. Er war vor allem im Handball eine ganz feste Größe, die viel bewegt hat."

Thomas Haegeler

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