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Altenburg Besucherzahlen in Altenburgs Botanischem Garten haben sich halbiert
Region Altenburg Besucherzahlen in Altenburgs Botanischem Garten haben sich halbiert
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10:41 21.11.2016
Wolfgang Preuß, Chef des Fördervereines Botanischer Erlebnisgarten Altenburg (r.), mit zwei Besuchern der Einrichtung. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Die erfreuliche Botschaft überbringt der Chef des Fördervereines Botanischer Erlebnisgarten Altenburg, Wolfgang Preuß, gleich als erstes: „Nachdem die elfte Saison am 31. Oktober beendet wurde, können wir auch für die am 1. April 2017 startende zwölfte Saison auf die notwendigen Arbeits- und Betreuungskräfte bauen, die überwiegend über den zweiten Arbeitsmarkt kommen.“ Für sechs in dem rund 8500 Quadratmeter messenden Garten Beschäftigte laufen die Maßnahmen erst Ende nächsten Jahres aus, und das Jobcenter hat auch schon für jene vier auf die Saison befristeten Arbeitsgelegenheiten ein erneutes Engagement durchblicken lassen.

Und ebenso erfreulich ist für Preuß die Tatsache, dass etliche Sponsoren den Betrieb mit ihrem Engagement ermöglichten und dass sich die durchschnittlich pro Besucher gezahlten Spenden – nach wie vor wird im Botanischen Erlebnisgarten kein Eintrittsgeld erhoben, sondern um eine Spende gebeten – 2016 mehr als verdoppelt hat. „Von durchschnittlich 39 Cent pro Kopf auf aktuell 80 Cent“, so der Chef des 39-köpfigen Vereines.

Doch das war’s schon mit den erfreulichen Nachrichten rund um den Boga, wie das grüne Fleckchen an der Zillestraße umgangssprachlich nur heißt. „Leider hat sich im gleichen Atemzug die Anzahl der Besucher auf 4000 halbiert. Gründe sind sicher auch, dass die Altenburger die Einrichtung mittlerweile sehr gut kennen und es auch bei den Angeboten angesichts der strengeren Reglementierungen auf dem zweiten Arbeitsmarkt erhebliche Einschnitte bei Neugestaltung, Öffnungszeiten sowie Veranstaltungen geben musste“, räumt Preuß offen ein.

Um als Botanischer Garten für Mehrfachbesucher interessant zu bleiben, müsse der sich im Schnitt Jahr für Jahr um rund zehn Prozent verändern. „Mit unseren Ressourcen ist aber bis auf unser Färberpflanzenareal nur die Bestandspflege und -erhaltung möglich“, klagt der Vereinschef. Zudem seien die Arbeitszeiten der zeitweise Beschäftigten strenger geregelt und schließen Tätigkeiten an Wochenenden sowie bis in die Abendstunden aus. „An Wochenenden müssen wir die ohnehin arg gekürzten Öffnungszeiten nun mit Vereinsmitgliedern absichern. Gleiches gilt für Abendveranstaltungen.“

Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) kennt die Probleme nur zu gut, ist er doch seit einigen Monaten selber im Verein Mitglied. „Als Stadt bekennen wir uns aber zum Boga. Und wir leisten die Unterstützung, die uns im Rahmen unserer Möglichkeiten möglich ist“, betont er und Wolfgang Preuß bestätigt dies. So habe man beispielsweise einen leitenden Mitarbeiter des Referats Stadtwirtschaft zur fachlichen Betreuung des Gartens auf Stundenbasis abgestellt.

Mehr sei aber aus finanziellen Gründen nicht machbar. „Deshalb haben wir den Garten ja 2003 schweren Herzens geschlossen“, betont der OB. Trotzdem will Wolf weiter nach Lösungen suchen. „Ich habe da ein paar Ideen, wie wir dauerhaftere Lösungen hinbekommen. Aber der Schwerpunkt bleibt die ehrenamtliche Arbeit. Ansonsten bleibt das ein ewiges Gehangele von Maßnahme zu Maßnahme“, so Wolf ziemlich nüchtern.

Von Jörg Wolf

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