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Altenburg Beweislage inDrogenprozessimmer dünner
Region Altenburg Beweislage inDrogenprozessimmer dünner
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20:13 09.02.2015

Gegen sie laufen separate Verfahren wegen gleicher Delikte wie gegen den Meuselwitzer (29), dem die Staatsanwaltschaft vorwirft, in sechs Fällen insgesamt knapp 600 Gramm Crystal aus Tschechien eingeführt und anschließend weiterverkauft zu haben. Und die Zeugen, die kamen, brachten die erste Strafkammer des Landgerichts Gera in der Sache kaum weiter.

Entsprechend tief atmete der vorsitzende Richter Uwe Tonndorf um 11.59 Uhr durch und sehnte förmlich die bevorstehende Mittagspause herbei. Kein Wunder. Denn in der Stunde zuvor musste er Patrick J. quasi jedes Wort mühsam aus dem Munde ziehen. Doch anstatt seine Aussage aus einer polizeilichen Vernehmung zu untermauern, machte der heute in Schwerin lebende Ex-Crystal-Konsument, der dem Angeklagten Anfang 2013 in Altenburg Unterschlupf gewährt hatte, einen Rückzieher.

"Sie wissen das also alles nur vom Hörensagen?", fasste Tonndorf mehrfach fragend zusammen und konnte sich dabei zuweilen ein Kopfschütteln nicht verkneifen. "Meine Ex-Frau hat das alles mitbekommen und es mir erzählt", so der Zeuge. Dass K. in Sachen Drogenhandel und -beschaffung die Marionette einer Dealerin namens Eule gewesen sein soll. Dass der Angeklagte zusammen mit wechselnden Begleitern alle zwei bis drei Tage nach Tschechien gefahren sein soll, um Drogen zu holen, die dann bergeweise auf dem Tisch seines Wohnzimmers gelegen haben sollen - inklusive riesiger Kristalle. Damit nahm J. fast alle Beschuldigungen zurück, die er gegenüber der Polizei vorgebracht und sich dabei auch selbst belastet hatte.

Das einzige, was er selbst gesehen habe, seien Kondome in der Wanne gewesen, die von K. stammten und eine aufgeschlitzte Jacke, in der mutmaßlich Crystal geschmuggelt worden sein soll. Und wie der Angeklagte Geld gezählt habe. Woher das stammte, wusste er aber ebenso wenig, wie er gesehen haben wollte, dass Drogen gegen Bargeld den Besitzer wechselten. "Das war mir zu viel damals, meine Wohnung war wie eine Bushaltestelle", so der Zeuge, der einst zur Polizei ging, weil er sich vom Angeklagten bedroht fühlte. Seine Ex-Frau kanzelte er aber ab: "Sie hat das Münchhausen-Syndrom, denkt sich alles nur aus."

Dennoch entschied sich Richter Tonndorf, die betreffende Dame für Freitag zu laden und zu hören. Im Anschluss soll es dann bereits ein Urteil geben.

Thomas Haegeler

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