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Bibliothek Nobitz besteht 30 Jahre – Gabriele Enge ist 28 Jahre dabei

Anlaufstelle für kleine und große Leser Bibliothek Nobitz besteht 30 Jahre – Gabriele Enge ist 28 Jahre dabei

Seit inzwischen 30 Jahren finden große und kleine Bücherfreunde neuen Lesestoff in der Nobitzer Bibliothek. Fast genau so lange ist auch Leiterin Gabriele Enge dabei. In dieser Zeit hat sie einige Veränderungen und mehrere Lesegenerationen erlebt – und wollte dennoch nie etwas anderes machen.

Seit 28 Jahren ist Gabriele Enge Dreh- und Angelpunkt der Nobitzer Bibliothek.

Quelle: Mario Jahn

Nobitz. Nein, Gabriele Enge übertreibt kein bisschen, wenn sie von sich sagt, in Nobitz sei sie bekannt, wie der berühmte Hund. Denn die 58-Jährige ist nicht nur eine Ur-Nobitzerin. Sie betreut in der Gemeinde mit der Bibliothek auch eine öffentliche Einrichtung, die ein Nobitzer in jedem Alter einfach kennen muss. Und seit nunmehr 28 Jahren ist Gabriele Enge die Bibo-Chefin der Gemeinde. Fast so lange, wie es die Ausleihe an der Altenburger Straße gleich neben der Kegelbahn schon gibt: „Die wurde im Jahr 1987, also vor genau 30 Jahren an der heutigen Stelle eingerichtet. Zwei Jahre später konnte ich sie übernehmen“, so die gelernte Buchhändlerin, die dann noch ein Studium zur Diplombibliothekarin in Leipzig anschloss und 1995 erfolgreich abschloss. Kürzlich feierte die Einrichtung das 30. Jubiläum. Und es verwundert nicht, dass die Schar der Gratulanten gleich jeden Alters immens war. Klar: Viele, die da vorbei schauten verbinden die Nobitzer Bibo automatisch mit einem Namen: Gabriele Enge.

Dass es sie selbst als studierte Bibliothekarin nicht in eine größere Einrichtung in eine große Stadt zog, hat für die 58-Jährige einfach etwas mit ihrer Lebenseinstellung zu tun: „Ich habe hier meine Wurzeln, fühle mich in Nobitz sehr wohl. In einer großen Stadt zu leben, war nie mein Plan oder die Erfüllung.“

Schon als Kind sei sie eine richtige Leseratte gewesen und kannte auch noch die alte Bibo. Als dann 1989 eine neue Chefin gesucht wurde, habe sie diese Chance ohne zu zögern ergriffen. Dass da schon wenige Monate mit der Wende später bewegte Zeiten bevorstanden, in denen auch das Bibliothekswesen grundhaft umgekrempelt wurde, konnte da noch keiner ahnen. „Klar waren das schon bewegte Zeiten. Aus dem gerade begonnenen Fachschulstudium wurde dann ein Hochschulstudium und so manche Bibliothek hat ja diese Zeit auch nicht überlebt oder verschwand langsam“, erinnert sich Enge.

Die in Nobitz hatte und hat Bestand. Auch weil es so eine engagierte Chefin gab und eine Gemeinde, dies sich immer zu der Ausleihe bekannte und vor allem Nutzer. Vom Wandel der Geschmäcker blieb auch die Nobitzer Einrichtung nicht verschont. Heute zählt die Bibo rund 10 000 Medien – in der Vielzahl das klassische Buch. „Das wurde in den zurückliegenden Jahren zwar immer mal wieder tot gesagt, lebt aber fort“, sagt Gabriele Enge mit sichtlichem Stolz. Beachtlich auch die Anzahl der treuen Dauernutzer, die die Chefin mit rund 500 beziffert. Alles in allem zählt die Ausleihe um die 5000 Besucher im Jahr.

Und zwar generationsübergreifend, so wie das vielleicht nur eine Bibo kann. Ganz enge Kontakte unterhält Gabriele Enge natürlich zur örtlichen Schule und den anderen Kindereinrichtungen. „Klar ist es auch ein Anliegen, beizeiten die Lust am Lesen zu wecken. Dass dies in Zeiten moderner Medien nicht unbedingt einfacher wird, ist klar, aber auch reizvoll. Aber diesen Trend kann man eben nicht aufhalten“, sagt die 58-Jährige. In 28 Jahren lernte sie natürlich schon Lesergenerationen kennen. Und nicht selten kommen heute schon die Kinder einstiger kleiner Leser in die Altenburger Straße zum schmökern oder zum Appetit holen. „Ich habe sogar eine Karte bekommen, wo schon die vierte Generation von Nutzern unterschrieben hat.“ Dass auch so viele kleine Leseratten bei ihr gerne vorbei schauen, hat sicher mit immer spannender Lektüre zu tun. Sicher aber auch mit den Gummibärchen, die Gabriele Enge immer für die Mädchen und Jungen parat hält.

Aber wie behält man bei rund 10 000 Büchern, Spielen, Filmen & Co. mit ständigen Neuzugängen auch den Überblick und kann zu jedem einzelnen Objekt Informationen geben? „Einerseits lese ich natürlich selber sehr viel und bunt durch alle Themen und nicht selten auch mal nur schnell queer. Andererseits sind Kurzbeschreibungen für jedes Medium in unserer Datei abgelegt.“

Auf jeden Fall will sie noch einige Jahre in ihrer Bibo das Zepter schwingen. „Mir macht mein Beruf einfach Spaß“, sagt Gabriele Enge voller Überzeugung. Und was wünscht man sich für die Zukunft? Eigentlich, dass der Zuspruch und die Unterstützung weiter so groß bleiben. Und vielleicht eines Tages doch einen gut funktionierenden Internetanschluss und vielleicht auch mal E-Books, was ja einer der neuesten Renner unter den Lesern ist.

Von Jörg Wolf

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