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Bierprüfen bei subtropischen Temperaturen in Altenburg

Altstadtfest Bierprüfen bei subtropischen Temperaturen in Altenburg

Beim diesjährigen Altenburger Altstadtfest hat man das Bierprüfen nach vielen Jahren wieder aufleben lassen. Auch sonst wurden den Besuchern ein abwechslungsreiches Programm. Temperaturen weit über 30 Grad sorgten jedoch dafür, dass der erwartete Besucheransturm ausblieb.

Umwerfend: Bierprüfen bei subtropischen Temperaturen in Altenburg.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. „Jo mei: Durscht!“, brüllt der gestandene Braumeister aus dem Bayernland. Sein Ruf auf der großen Bühne des Altenburger Altstadtfestes wird am Sonntag sogleich erhört: Der wortgewaltige überzeugte Bewahrer der einzig reinen Bierkultur, nämlich der bayuwarischen, bekommt sofort einen Krug mit kühlem Gesternsaft. Echt Altenburger, versteht sich. Und im Rahmen des auf humorvolle Art wieder aufgelebten Bierprüfens noch eine Lehrstunde dazu, in welchem der stolzen Freistaaten Thüringen und Bayern nachweislich die Wiege des Reinheitsgebots liegt. In Thüringen selbstverständlich.

Das Bierprüfen war einer der Höhepunkte der jüngsten subtropischen Auflage des Altstadtfestes in der Skatstadt. „Ehrlich gesagt, ich habe sogar befürchtet, dass es wegen der Hitze noch schlimmer kommt und noch mehr Besucher wegbleiben“, gesteht auf einem der begehrten schattigen Plätzen Susanne Stützner, die Chefin des verantwortlichen Kulturmanagements.

Alle verfügbaren Sonnenschirme hervorgeholt

Ja, diese Brut, die sich über das gesamte Wochenende hinzieht, ist dennoch ein nicht zur unterschätzender Stimmungskiller. Vor allem die in praller Sonne stehenden Biertischgarnituren werden von den Besuchern gemieden. Umso mehr Trubel herrscht dafür an den schattigen Orten. „Die Brauerei hat sämtliche verfügbaren Sonnenschirme hervorgeholt und aufgestellt. Mehr hatten sie nicht in ihrem Fundus“, erklärt Stützner.

Hochachtung gebührt da auch all jenen, die sich auf die in der prallen Sonne liegende Bühne stellen, um die Zuschauer zu unterhalten.

Gleiches gilt für all jene Händler, Handwerker, Versorger sowie die Feuerwehr und das hiesige Technische Hilfswerk (THW), die eisern der Bullenhitze trotzen, um den Leute etwas zu bieten.

Und dabei schießen die Hilfswerker und die Meister an den Löschschläuchen den berühmten Vogel ab. Denn der vom THW gebaute Wasserfall und das von der Altenburger Feuerwehr angebotene Zielspritzen mit der Kübelspritze sind bei den kleinen Festbesuchern richtige Renner.

Da ist beispielsweise der fünfjährige Lennard, der mit regelrechter Inbrunst Abkühlung bei so manchem fehlgeleiteten Spritzer sucht, und sich dann auf der riesigen Hüpfburg in Form eines Feuerwehrautos austobt. „Feuerwehrmann“, sagt der Knirps dann logischerweise wie aus der Pistole geschossen auf die Frage, was sein Berufswunsch ist. Um dann wieder staunend vor einem gerade anrückenden Löschkoloss zu erstarren: Auf der oberen Marktseite ziehen alle Feuerwehren der Stadt einschließlich dem Nachwuchs in Sachen Präsentation an einem Strang. Und die Löschprofis rücken dann auch noch mit der echten Drehleiter an. Ein unentbehrliches Utensil fürs anstehende Bierkistenstapeln.

Kühler Gerstensaft und schattige Plätzchen

Und was tun die erwachsenen Gäste des nun schon seit 26 Jahren stattfindenden Festes? Die genießen vor allem diverse kühle Speisen und Getränke, die natürlich die Renner an diesem Wochenende schlechthin sind.

Übrigens: Auch die Altenburger Brauerei, deren Gerstensaft beim Bierprüfen zuvor für gut befunden wurde und Brauereichef Sebastian Leikheim den begehrten Schankkranz einbrachten, steuert ein Fass Freibier bei. Und Stadtoberhaupt Michael Wolf als „Anzapfer“ wird dabei seinem Ruf als Könner in diesem Metier vollauf gerecht: Nur ganze zwei butterweich, aber gezielt gesetzte Schläge braucht es, ehe ohne einen verlustig gegangenen Tropfen der Gerstensaft fließen kann.

Einen Becher mit angenehm kühlem Freibier holt sich auch Edgar Schmidt aus Kohren ab. „Auf allen Märkten ist ordentlich was los. Das würde hier richtig Spaß machen, ein paar Runden zu bummeln, wenn nicht diese Hitze wäre.“ Sagt er und verschwindet mit seinem Freigetränk wieder in einer schattigen Ecke – so wie viele andere.

Von Jörg Wolf

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