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Altenburg Bioladen in Borna wird gut angenommen
Region Altenburg Bioladen in Borna wird gut angenommen
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16:30 05.11.2018
Inhaberin Ina Elsner in ihrem Bornaer Bioladen. Quelle: Nikos Natsidis
Borna

Bio und Borna fangen zwar mit dem gleichen Buchstaben an. Dass aber ein Bioladen auch in der Bornaer Bahnhofstraße funktioniert, darf zumindest auf den ersten Blick als Phänomen gelten. Schließlich unterscheidet sich die durchschnittliche Bornaer Kundschaft doch erkennbar von der in der Leipziger Südvorstadt oder in Berlin-Friedrichshain. Dennoch läuft das Geschäft, das Ina Elsner seit sieben Jahren in Borna betreibt. Wer sich eine Stunde dort aufhält, ist niemals allein zwischen Biogemüse und Biobier.

Bioladen einzigartige Geschäft in Borna

Bio hat seinen Preis: Suppen kosten im Bornaer Bioladen einiges mehr als im normalen Supermarkt. Quelle: Nikos Natsidis

Das bedeutet, sagt Ina Elsner, „dass unsere Lebensmittel naturbelassen und unbearbeitet sind“. Äpfel und sämtliches anderes Obst und Gemüse sind ungespritzt oder auf eine andere Weise chemisch behandelt. Die Milch stammt von Kühen, die auf einem Bio-Hof stehen. Und selbst wer Wein oder Likör kauft, kann sicher sein, dass die Rohstoffe biologisch korrekt angebaut und geerntet und damit in jedem Fall frei von künstlichen Zusätzen sind.

Dabei begann die berufliche Laufbahn der 52-jährigen Geschäftsfrau keineswegs so, dass sie am Ende in der Bio-Branche landen musste. Ina Elsner, die aus Neukirchen stammt, war als studierte Ingenieurin für Automatisierung im Kernkraftwerk Lubmin bei Greifswald beschäftigt.

Ina Elsner arbeitete früher in einem Atomkraftwerk

Zumindest auf den ersten Blick kein Job, der jemanden zur „Grünen“ macht. Oder vielleicht gerade, wie Ina Elsner einwirft. Durch ihre Arbeit im Atomkraftwerk habe sie sich jedenfalls viele Gedanken gemacht. „Und ich war schon immer grün“, was sie allerdings keineswegs parteipolitisch verstanden wissen will. „Es geht um die Kinder.“ Ihre beiden sind bereits erwachsen.

Nach Jahren im Rheinland kam Ina Elsner zurück nach Borna und machte sich 2006 selbstständig. In der Reichsstraße mit einer Art Bioladen, wo sie allerdings zunächst nur Kosmetik, und Tee im Sortiment hatte. Fünf Jahre später eröffnete sie dann ihr heutiges Geschäft in der Bahnhofstraße, das sie zusammen mit einem weiteren Bioladen am Altenburger Markt betreibt. Mittlerweile beschäftigt sie fünf Mitarbeiter.

Bioladen-Inhaberin Ina Elsner arbeitete früher in einem Kernkraftwerk in Greifswald. Quelle: Nikos Natsidis

100 Prozent Bioprodukte in Borna

Das Sortiment an Brausen ist beachtlich im Bioladen in Borna. Quelle: Nikos Natsidis

Überhaupt Fleisch. Das wird bei Bedarf bestellt, was auch für Bio-Wurst gilt. Allerdings haben biologisch hergestellte Lebensmittel ihren Preis. Das weiß auch Ina Elsner. Die Produktion sei viel aufwendiger, zudem müssten die Produzenten ohne Subventionen auskommen. Im Endeffekt bedeutet das, dass ein Glas Gewürzgurken auch schon einmal 3,40 Euro kosten kann.

30 Euro im Monat teurer als im normalen Supermarkt

Ist eine Ernährung mit Bio-Lebensmittel also nur möglich für Leute, die sich das auch leisten können? „Nein“, sagt Ina Elsner. Um die 30 Euro teurer sei es im Monat, sich im wesentlichen von Bio-Lebensmitteln zu ernähren, rechnet sie vor. Zudem seien die oftmals gehaltvoller, was heißen soll, dass zwei Scheiben eines Bio-Vollkornbrotes genauso satt machen wie vier von einem konventionellen Bäcker.

Von Nikos Natsidis

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