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Mumsdorf: Nach Abriss des Kraftwerkes wird Fläche naturnah gestaltet

Biotope und Fledermausquartier Mumsdorf: Nach Abriss des Kraftwerkes wird Fläche naturnah gestaltet

Wenn die letzten Teile des im Juni gesprengten Schornsteins verarbeitet sind, dann ist für die Abrissfirma auf dem Areal des ehemaligen Kraftwerkes Mumsdorf erst einmal Pause. Grund: Die Mehlschwalbenkolonie, die sich auf dem Areal angesiedelt hat, darf nicht gestört werden. Für die weitere Umgestaltung des Geländes gibt es weitgreifende Pläne.

Die Mehlschwalbenbrücke (r.) ist von den Tieren angenommen worden. Nun kann im Herbst die sich anschließende Kohlebandbrücke samt Brecherturm abgerissen werden.
 

Quelle: Mario Jahn

Mumsdorf.  Wenn die letzten Teile des im Juni gesprengten Schornsteins verarbeitet sind, dann ist für die Abrissfirma auf dem Areal des ehemaligen Kraftwerkes Mumsdorf erst einmal Pause. „Den Brecherturm und die Kohlebandbrücke, die einzigen zum Kraftwerk gehörenden Bauten, die noch stehen, dürfen wir erst nach einer Freigabe durch die untere Naturschutzbehörde wegreißen lassen. Das wird wohl im Oktober passieren, wenn die Schwalben ihre Brutzeit beendet haben“, erklärt Eckhard Franz, Projektleiter Abriss bei der Mitteldeutschen Braunkohlen Aktiengesellschaft (Mibrag), auf OVZ-Nachfrage.

Weil sich die größte in Sachsen-Anhalt festgestellte Mehlschwalbenkolonie in der Vergangenheit gleich gegenüber des Kraftwerkes unter der Kohlebandbrücke angesiedelt hatte, mussten zunächst Ersatzquartiere für die Tiere geschaffen werden. „Als Artenschutzmaßnahme ließ die Mibrag deshalb eine Mehlschwalbenbrücke errichten, die der Konstruktion der Bandbrücke nachempfunden ist“, so Franz. Der Bau dieser Brücke erfolgte zu Beginn des Jahres. Das neue Quartier sei mittlerweile von mehr als 100 Paaren angenommen worden. Der Plan sei also aufgegangen.

Nach dem Rückbau von Brecherturm und Kohlebandbrücke wird die Abrissfirma, die aus der Nähe von Cuxhaven kommt, noch bis voraussichtlich Ende des Jahres damit beschäftigt sein, Beton und Schrott zu trennen sowie den Beton zu zerkleinern. „Laut Vertrag müssen die Rückbauarbeiten im Januar 2017 abgeschlossen sein“, sagt der Projektleiter. Dann sind genau drei Jahre um, die für den Rückbau vorgesehen waren.

Danach steht dann die Endgestaltung des beräumten Geländes, auf dem nichts mehr an das einstige Kohlekraftwerk erinnert, auf dem Programm. Verantwortlich dafür zeichnet ebenfalls die Mibrag, die damit bis 2017 fertig sein will. „Erst wenn alles so umgesetzt ist, wie es das Projekt vorsieht, wird das Gelände aus dem Bergrecht entlassen. Die Genehmigung dafür erteilt das Amt für Geologie und Bergbau“, erklärt der Projektleiter.

Von Vorarbeiten für die Gestaltung des ehemaligen Kraftwerksareals künden bereits jetzt mehrere Kuhlen und Tonberge. „Auf dem Gelände sollen zehn Biotope unterschiedlicher Größe entstehen. Die maximal einen Meter tiefen Biotope sollen mit Ton abgedichtet werden, damit sie das Oberflächenwasser halten“, berichtet Franz. In der Biotopen sollen sich nach und nach Pflanzen und Tiere ansiedeln.

Im Gestaltungsplan ist jedoch nicht nur dem Lebensraum der Schwalben Beachtung geschenkt, sondern auch an Fledermäuse ist gedacht worden. Deshalb wird der ehemalige Gemüsekeller der Werksküche, der sich unter der Erde befindet, laut Gestaltungsplan zum Winterquartier für Fledermäuse umgebaut. Dafür seien in den vergangenen Wochen bereits Zwischenwände mit Schlitzen eingezogen worden. Quartier beziehen könnten die Fledermäuse außerdem in einem ehemaligen 200 Meter langen Kabelkanal und im 50 Meter langen Kühlwasserrücklaufkanal. Da müsse man aber erst mal sehen, ob die Tiere das überhaupt annehmen.

Für die Entlassung aus dem Bergrecht muss schließlich auch der Zaun weg, der das einstige Kraftwerksgelände umgibt. „Um zu verhindern, dass Fahrzeuge auf das Gelände gelangen, wird ein Graben ausgehoben und ein Wall aufgeschüttet“, berichtet der Projektleiter von weiteren Aktivitäten. Als Untergrund des Areals, auf dem 45 Jahre lang Storm erzeugt wurde, wird der recycelte Beton bleiben, der nach dem Abriss zerkleinert wurde.

Von Marlies Neumann

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