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Bis zum letzten Mann

Bis zum letzten Mann

Eine Villa an der Altenburger Geschwister-Scholl-Straße ist in diesen katastrophalen Tagen ein Nervenzentrum. Denn dort befindet sich der Sitz des Landesverbandes Sachsen/Thüringen des Technischen Hilfswerkes (THW).

"Hier werden sämtliche Hochwassereinsätze des THW in beiden Bundesländern koordiniert", sagt der ständige Vertreter des Landesbeauftragten, Marcus von Salisch.

 

Auch aus den Erfahrungen des Hochwassers von 2002 wurde dort ein sogenannter Lage- und Koordinationsstab eingerichtet. Dieser Raum 207 ist kein Provisorium mehr, wie es bis 2002 üblich war, sondern als dauerhaft eingerichteter Stabsraum jetzt für sämtliche THW-Landesverbände in Deutschland verbindlich. "Bei solchen Katastrophen, wie wir sie derzeit erleben, ist diese Koordinierungsstelle binnen weniger Minuten aktiviert und arbeitsfähig", erklärt von Salisch.

 

Jeweils vier Mitarbeiter des THW besetzen dieses Nervenzentrum im Schichtbetrieb rund um die Uhr. "Derzeit sind sämtliche 25 Ortsverbände des Hilfswerkes in Thüringen und Sachsen im Einsatz. Insgesamt um die 400 Helfer plus noch einmal so viele als bereitstehende Ablösung."

 

Aktuell sind in den Hochwassergebieten auch auswärtige Einheiten tätig: "Wir haben jetzt in Sachsen und Thüringen Hilfe aus Berlin/Brandenburg, Bayern, Hessen und Niedersachsen. Und das wird auch über die Schollstraße koordiniert", erklärt der Landesbeauftragte, der damit rechnet, dass sich die Situation erst gegen Ende der Woche entspannen wird.

 

Auch im Landratsamt herrscht diese rege, aber unaufgeregte Betriebsamkeit. Der Krisenstab des Landratsamtes hat Sonntag um sechs Uhr seine Arbeit aufgenommen. Mit dem Altenburger Ortsbeauftragten Ronald Reiß gehört der Expertenrunde auch ein hiesiger THW-Mann als Fachberater an. "Auch so eine Erfahrung aus dem Hochwasser von 2002, dass gerade an den Nahtstellen der Hilfs- und Rettungsdienste ein THW-Experte eingesetzt ist, der genau sagen kann, was das Hilfswerk zu leisten vermag und was nicht", so der THW-Chef.

 

"Noch am Sonntag wurde beim Katastrophenschutzstab des Thüringer Innenministeriums auf unsere Anforderung hin zusätzliche Hilfe bestellt. Insgesamt zwölf Katastrophenschutzzüge mit 400 Mann sind angefordert worden und bis Montagmorgen im Kreis eingetroffen", informiert die Sprecherin des Landratsamtes, Jana Fuchs. Außerdem seien auch jeweils 1000 zusätzliche Betten und Decken geliefert worden.

 

Helfer, die dringend gebraucht werden. Denn beispielsweise bei den 72 Feuerwehren des Landkreises gibt es mittlerweile keinerlei Reserven mehr. "Alle Kameraden befinden sich im Einsatz", so Fuchs. Nach Aussagen von Kreisbrandinspektor Uwe Engert handelt es sich um den größten Feuerwehreinsatz, den das Altenburger Land seit 1990 erlebt hat.

 

Auch das Deutsche Rote Kreuz ist rund um die Uhr im Einsatz. "Allein 30 Helfer sind zur Betreuung der Evakuierten in den Notunterkünften in der Gößnitzer Schule sowie in der Altenburger Stadthalle Goldener Pflug eingesetzt", berichtet DRK-Kreisvorsitzender Ulf Müller. Weitere Helfer aus anderen Regionen Thüringens sind ebenfalls für das DRK ins Altenburger Land gekommen. Beispielsweise aus Saalfeld, Rudolstadt und Ilmenau. Gemanagt werde deren Arbeit ebenfalls über den zentralen Krisenstab beim Landratsamt. "Bei solchen schwerwiegenden Ereignissen ist es nur effizient, wenn die Leitung in einer Hand liegt", so Müller. Jörg Wolf

Jörg Wolf

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