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Altenburg Bis zur letzten Instanz
Region Altenburg Bis zur letzten Instanz
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20:03 28.01.2014

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Grund ist ein juristischer Streit mit dem Asklepios-Verbund, der die Tagesklinik selbst betreiben will und deswegen auch eine jahrelange juristische Auseinandersetzung bis zum Bundesverwaltungsgericht nicht scheut.

Wegen des dringenden Bedarfs an Behandlungsplätzen für junge Patienten im Landkreis hatte das Thüringer Sozialministerium der Lukas-Stiftung 2012 den Zuschlag erteilt, die vor einem Jahr ihre Klinik eröffnete. Seitdem wurden in der oberen Etage eines Gebäudes an der Zeitzer Straße etwa 70 Kinder und Jugendliche therapiert, die ausschließlich aus dem Altenburger Land kommen.

Dabei zeigte sich, dass die zwölf Plätze knapp bemessen sind, angesichts einer Wartezeit von zwei bis vier Monate, ehe die Behandlung der seelischen Erkrankungen beginnt, die im Durchschnitt zwischen acht und 15 Wochen dauert. Dabei sind Oberarzt Matthias Bolz vor allem die hohe Anzahl an Schulverweigerern und die langen Fehlzeiten seiner jungen Patienten in den Bildungsstätten aufgefallen. Gegenüber OVZ sprach der Mediziner von einem halben bis zu zwei Jahren, die einige nicht in der Schule waren. Wie in anderen Regionen würde auch in Altenburg bestimmte Krankheiten bei Kindern zunehmen, weil ihre Eltern drogenabhängig sind, keine Arbeit oder zu viel Stress haben oder weil sie ihren Nachwuchs aus anderen Gründen vernachlässigen.

Dass vielen jungen Patienten seit einem Jahr endlich wohnortnah geholfen werden kann, wertet Frank Böhning als Erfolg. Der Vorstand der Lukas-Stiftung hebt ebenso die gut funktionierende Kooperation mit dem Uni-Klinikum Jena hervor und die hervorragende Zusammenarbeit mit Schulen und staatlichen Behörden, wie dem Jugendamt. Neben drei Ärzten und einer Psychologin kümmert sich ein zehnköpfiges Therapeuten- und Pflegeteam um die Kranken.

Gern hätte Böhning auch mit dem geplanten Neubau der Tagesklinik begonnen. Den hat die Stiftung wegen des Rechtsstreit mit Asklepios aber auf Eis gelegt. Die Klinik ist seit einem Jahr im Obergeschoss eines Hauses der Erwachsenen-Psychiatrie untergebracht. Dieses Provisorium bezeichnet Böhning als gute Lösung. Selbstverständlich hätte man gern mehr Platz, der vor allem eine bessere Betreuung der zwei Patientengruppen ermöglichen würde. Trotz der Beschränkungen würde man mit der jetzigen Lösung jedoch auf Dauer zurechtkommen, "was aber nicht unsere Absicht ist", betont Böhning. Hoffnung schöpft er aus einem ersten Urteil, das das Verwaltungsgericht Gera im Sommer zugunsten der Lukas-Stiftung gefällt und die Klage von Asklepios damit abgewiesen hatte.

Trotzdem könnte das Provisorium dauern. Asklepios hat Berufung gegen den Spruch der Geraer Richter eingelegt und wird selbst bei einer weiteren Niederlage vor dem Oberverwaltungsgericht auch vor das Bundesverwaltungsgericht ziehen. Das erklärte Volker Thesing, Geschäftsführer des Asklepios-Fachklinikums Stadtroda, gestern der OVZ. Damit wolle man vor allem grundsätzlich klären lassen, ob es richtig ist, jemandem wie der Altenburger Lukas-Stiftung einen Klinik-Betrieb ohne eigene Ärzte zu übertragen. Thesing bezog sich damit auf den Umstand, dass sowohl Chef-, Ober- und Assistenz-Arzt als auch die Psychologin der Altenburger Tagesklinik an der Uni-Klinik Jena angestellt sind. Altenburg sei der in der Krankenhauslandschaft für Asklepios zugewiesene Versorgungsbezirk, fügt Thesing ein zweites Argument hinzu. Außerdem sollte eine solche Tagesklinik einer vollstationären Einrichtung angegliedert sein, die Altenburg in der Kinderpsychiatrie nicht hat.

Allerdings verfügt Asklepios in Altenburg selbst über keine Räumlichkeiten - ein wichtiges Argument für die Entscheidung des Sozialministeriums gegen die Stadtrodaer, was Thesing aber nicht gelten lässt. Eine mögliche Lösung sei eine Container-Modul-Bauweise. Daneben habe man in der Stadt einen Kooperations-Partner, bei dem man zeitnah Räume anmieten könne. Den Namen des Partners will Thesing aber erst nach einem Gerichtsentscheid zugunsten von Asklepios preisgeben.

In der Lukas-Stiftung geht man davon aus, dass es dazu nicht kommt. Dennoch steht nicht fest, wann mit einem Neubau begonnen wird. Frank Böhning will auf jeden Fall das Urteil des Oberverwaltungsgerichts abwarten und danach entscheiden. Wann die Verhandlung beginnt, steht noch nicht fest. © Kommentar

Jens Rosenkranz

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