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Bitterer Rückschlag für die Altenburger Kenia-Helfer – Schulleiterin entlassen

Entwicklungshilfe Bitterer Rückschlag für die Altenburger Kenia-Helfer – Schulleiterin entlassen

Getrübt wurde die ansehnliche Jahresbilanz des gemeinnützigen Vereins „education4kenya“ mit einer Nachricht, die den Mitgliedern durch Mark und Bein ging. Schulleiterin Juliana Oyieko musste wegen Betruges entlassen werden.

Paten aus Altenburg und Umgebung unterstützen Schüler, deren Familien sich das Schulgeld nicht leisten können.

Quelle: privat

Altenburg. Eigentlich könnten sie stolz sein, die Mitglieder des Vereins „education4kenya“. Gut 104 000 Euro haben die Wohltäter aus Altenburg und Umgebung für ihr Schulprojekt im kenianischen Mombasa 2015 gesammelt, dabei die Spendensumme zum Vorjahr sogar um mehr als 20 000 Euro erhöht und außerdem die Partnerschule „Elimu Ya Kenya Altenburger Land“ wieder ein stückweit besser gemacht. Und dennoch versetzte eine Nachricht bei der Verkündung des Ergebnisses allen Entwicklungshelfern einen schweren Hieb. Die Schulleiterin Juliana Oyieko musste entlassen werden – wegen Betrugs.

Dem Vereinsvorsitzenden Gunter Nehrig stand die Enttäuschung deutlich ins Gesicht geschrieben, als er bei der jetzigen Mitgliederversammlung jene Nachricht kund tat. „Die Entscheidung hat der kenianische Vorstand des Partnervereins getroffen“, erklärte der Projektvater die Entlassung der 27-Jährigen. Bei der turnusmäßigen Überprüfung ihres Zeugnisses gab es Unstimmigkeiten. Der Vorwurf: Mindestens in einem Fach soll sie ihr Studium nicht bestanden haben. Dem widersprach die junge Frau vehement. Und das, obwohl sich nach der staatlichen Prüfung ein noch verheerenderes Bild herausstellen sollte. „Nicht nur in Mathe, sondern in fast allen Fächern soll sie die Examen nicht bestanden haben oder nicht anwesend gewesen sein“, gab Nehrig das Ergebnis wieder, „das ist schwerer Betrug, gegen sie ist ein Strafverfahren eingeleitet worden.“

Besonders schwer trifft den Verein aus der Skatstadt das, weil sie Juliana Oyieko in den vergangenen fünf Jahren in ihrer Ausbildung besonders unterstützt hatten. „Das ist traurig für sie und für uns“, sagte der 59-jährige Vereinsvorsitzende. Die junge Kenianerin weilte vor gut zwei Jahren sogar in Altenburg, um sie in der EDV fit zu machen.

Wegen des Vertrauensmissbrauchs sollen in der Partnerschule zukünftig die Zertifikate der Lehrer im Halbjahresturnus überprüft werden. „So traurig es klingt, aber in Afrika muss man auch mit Rückschlägen rechnen. Die Leute suchen nach Erwerbsmöglichkeiten“, erklärt der Vereinsvorsitzende, ohne dabei das Vergehen an sich schön reden zu wollen. Bis eine neue Schulleiterin gefunden ist, übernimmt der Elimu-Ya-Kenya-Manager die Verantwortung für die 220 Schüler.

Beendet wird außerdem die Kooperation mit dem Marvel-Kindergarten, von dem bisher Schüler übernommen wurden. In den vergangenen Jahren ging die Quote aber stark zurück, trotz Patenunterstützung.Deshalb werden in den kommenden Monaten die Kindergärten der Region angesprochen. „Mit dem objektiven Verfahren können wir mit größerer Wahrscheinlichkeit die Kinder fördern, die sich das Schulgeld nicht leisten können“, erklärt Nehrig den Strategiewechsel. Schließlich ist das der Anspruch des Vereins, den er sich vor zehn Jahren auf die Fahne geschrieben hat.

Sehen lassen kann sich die Bilanz des Vereins. Neben dem deutlichen Plus an Spenden konnten auch die Schul-Projekte deutlich stärker gefördert werden. Insgesamt wurden knapp 83 000 Euro im vergangenen Jahr investiert – in das Näh-Kabinett, den Werkraum, einen kleinen Kinderspielplatz und eine neue Schulküche mitsamt Schattenplatz.

Die Mühen der Entwicklungshelfer zeigen aber Ergebnisse: Mit einer Durchschnittspunktzahl bei der Abschlussprüfung von 325 von möglichen 500 liegt die Schule über dem landesweiten Durchschnitt.

 

Von Alexander Bley

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