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Altenburg „Blitz for Kids“ – Polizei kontrolliert in Rositz Geschwindigkeit vor Grundschule
Region Altenburg „Blitz for Kids“ – Polizei kontrolliert in Rositz Geschwindigkeit vor Grundschule
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18:19 16.08.2017
Ein Polizist kontrolliert mit einem Lasermessgerät die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer. Quelle: Kay Würker
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Rositz

Nele, Elisabeth, Louisa und Collin waren am Mittwoch in aller Frühe in gewichtiger Mission unterwegs. Die Viertklässler der Grundschule Insobeum in Rositz überwachten im Rahmen der Präventionskampagne der Polizei „Blitz for Kids“ gemeinsam mit den Ordnungshütern den Verkehr. Speziell die Geschwindigkeit, wofür die Beamten ein richtiges Lasermessgerät dabei hatten. Denn gleich neben der Schule verläuft die viel befahrene B 180. Zur Sicherheit der Kinder, die das Insobeum besuchen, ist in diesem Bereich eine Tempo-30-Zone eingerichtet. Und speziell aus Richtung Meuselwitz kommend besteht bei der abschüssigen Straße in einer lang gezogenen Kurve schnell die Gefahr, dass mancher gerade in diesem Bereich zu schnell unterwegs ist.

Den kleinen Kontrolleuren standen natürlich richtige Polizisten zur Seite. Einerseits, um das Laveg-Messgerät zu bedienen, andererseits, um der Aktion auch die notwendige Ernsthaftigkeit zu geben. „Wenngleich hier ausnahmsweise bei Geschwindigkeitsübertretungen keine Strafen verhängt wurden, sondern die kontrollierten Fahrer von den Kindern nur gelbe Karten erhielten, wenn sie zu schnell waren, also verwarnt wurden. Oder sie bekamen grüne Karten, wenn sie alles ganz richtig gemacht haben“, so Carolina Burkhardt. Die Polizeihauptmeisterin ist in der hiesigen Inspektion mit verantwortlich für die Präventionsarbeit.

Das Fazit der vier kleinen Polizisten auf Zeit sowie der echten Beamten in Rositz fiel überaus positiv aus: Nur zwei Kraftfahrer sahen die gelbe Karte, waren sie doch schneller als die erlaubten 30 Stundenkilometer unterwegs. „Aber das war in beiden Fällen eher minimal um die zehn Stundenkilometer. Und die Kinder haben beide auch zur Rede gestellt und es hat ihnen aufrichtig leid getan“, so Burkhardt.

Dagegen konnten auch mehrere grüne Karten für besonders umsichtiges Fahren vergeben werden. „Eine Fahrerin war sogar nur mit 23 Stundenkilometern unterwegs. Und ein anderer Fahrer sagte den Kinder, er sei selber Vater und wisse deshalb um die Gefahren im Straßenverkehr“, so die Polizistin.

„Blitz for Kids“ war nur ein Mosaiksteinchen einer ganzen Palette von Kontrollen, die die Polizei in dieser ersten Schulwoche durchführt. Besonders im Visier haben die Ordnungshüter dabei die beiden Förderzentren sowie 21 Grundschulen im Landkreis. Immerhin besuchen die Grundschulen jetzt auch die Erstklässler, die auch noch dabei sind, ihren Schulweg besser kennen zu lernen. „Wir haben intern festgelegt, dass in dieser Woche am Morgen an sämtlichen Grundschulen sowie Förderzentren die Polizei mit einem Streifenwagen präsent sein wird“, so Burkhardt.

Selbstverständlich könne man diese massive Aktion nicht auch das gesamte Jahr über aufrecht erhalten. „Aber Schulen und Schulwege bleiben auch sonst immer ein Schwerpunkt unserer Arbeit. Wir reagieren auch umgehend, wenn Probleme bekannt werden“, sagt die Polizistin.

Dass man verstärkt Tempo-30-Zonen an neuralgischen Punkten einrichtet, sei sicher nicht in jedem Fall umsetzbar. „Aber sehr gute Erfahrungen haben wir mit Aktionen gemacht, die von den Schulen sowie Gemeinden ausgehen und wo am Straßenrand solche elektronischen Tafeln stehen, auf denen lächelnde Smileys auftauchen, wenn man korrekt unterwegs ist und das Gegenteil, wenn man zu schnell fährt.“

Und einen Tipp an besonders besorgte Eltern hat die Polizistin auch noch: „Ich kann zwar selbstverständlich auch nachvollziehen, dass Eltern ihr Kind mit dem Auto förmlich bis ins Klassenzimmer bringen, weil sie sich sorgen, dass ihnen im Verkehr etwas passieren könnte. Die Blechlawinen verstopfen dann in schöner Regelmäßigkeit die Zu- und Ausfahrten der Schulen. Aber die Kinder müssen ja auch selber lernen, wie man sich im Straßenverkehr sicher bewegt. Manche Schulen seien mittlerweile schon dazu übergegangen, dass sie in einigem Abstand zu ihrem Gebäude Schilder mit der Aufschrift „Ab hier kann ich selber gehen“ aufgestellt haben. „Dort werden die Kinder dann von Lehrern oder anderem Personal abgeholt.“

Von Jörg Wolf

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