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Blitzeinschlag in Altenburg lässt Kirchenuhr erstarren

Rauchschwaden am Krematorium Blitzeinschlag in Altenburg lässt Kirchenuhr erstarren

Erst die Brüderkirche, dann das Krematorium: Zwei Blitzeinschläge in Altenburg haben am Dienstagmorgen für Schrecken und Aufregung gesorgt. Verletzt wurde niemand, doch der Einschlag von oben hinterließ irritierte Elektronik.

Krachend fuhr der Blitz in die Brüderkirche.
 

Quelle: Mario Jahn (Montage)

Altenburg.  Zwei himmlische Zeichen gingen am Dienstag kurz nacheinander auf die Altenburger Brüderkirche und das Krematorium auf dem Friedhof nieder. Verletzt wurde niemand, doch der Einschlag von oben hinterließ irritierte Elektronik und erschrockene Anwohner.

Pfarrer Sandro Vogler jedenfalls wird den Dienstagmorgen wohl nicht so schnell vergessen. „Wir waren in unserer Wohnung, als es so gegen 8 Uhr einen Wahnsinnsschlag gegeben hat und es hell leuchtete. Uns ist allen ein gehöriger Schreck in die Glieder gefahren, vor allem unseren drei Kindern“, erzählt der geschäftsführende Pfarrer der hiesigen Kirchgemeinde. Ihm war sofort klar: In unmittelbarer Nähe der Brüderkirche muss ein Blitz eingeschlagen haben.

Die Turmuhr der Brüderkirche blieb auf 750 Uhr stehen

Die Turmuhr der Brüderkirche blieb auf 7.50 Uhr stehen.

Quelle: Mario Jahn

Umgehend eilte der Gottesmann in die benachbarte Kirche und kontrollierte, ob noch Strom anliegt, was der Fall war, und forschte nach eventuellem Brandgeruch, der glücklicherweise nicht wahrnehmbar war. „Wir wissen ja alle, dass in der Vergangenheit auch schon Kirchtürme durch Blitzeinschläge in Brand gesteckt wurden“, sagt Vogler und ist froh, dass es im konkreten Fall nicht so war. Aber ein Blitz ist am Dienstag tatsächlich in den Turm der 1905 eingeweihten Kirche eingeschlagen. „Das hat man schon gehört, weil das elektronisch gesteuerte Geläut kurzzeitig einige Dissonanzen aufwies. Und die Uhr ist genau zum Zeitpunkt des Einschlages um 7.50 Uhr stehengeblieben.“

Am Dienstagvormittag nahm ein Experte die ebenfalls elektronisch gesteuerte Uhr genau in Augenschein. „Was genau passiert ist, muss erst ermittelt werden. Aber wir hoffen doch, dass nur eine Sicherung rausgeflogen ist. Im Falle eines schwerwiegenderen Schadens sind wir glücklicherweise versichert“, so der Pfarrer, der solch einen Einschlag in seiner Laufbahn als Pfarrer noch nie erlebt hat.

Der letzte Blitzeinschlag in eine Altenburger Kirche liegt indes nicht so lange zurück: Vor rund eineinhalb Jahren gab es einen Einschlag in den Turm der Bartholomäikirche, deren Geläut damals verrücktspielte und auch nachts permanent weiter schlug und Anrainern damit den Schlaf raubte, statt zu nächtlicher Stunde zu schweigen. Das hatte damals zur Folge, dass es bis zur Reparatur komplett abgeschaltet wurde.

 Der Einschlag ins Krematorium blieb ohne derartige Schäden, rief aber wegen starker Rauchentwicklung Feuerwehr und Polizei auf den Plan. Gegen 8.30  Uhr war am Dienstag ein Blitz in die technische Anlage des Objektes gefahren. Der Qualm entpuppte sich laut Polizei jedoch als Folge des kurzzeitig ausgefallenen Rauchabzuges am Krematorium. „Die Anlage war kurz außer Gefecht gesetzt, läuft jetzt aber wieder einwandfrei“, teilte Beate Rüger, Prokuristin und Bestattungsleiterin bei der Kommuna GmbH, noch am Vormittag auf OVZ-Anfrage mit.

Die 1998 erbaute Einäscherungsanlage sei darauf ausgelegt, mit Stromschwankungen umzugehen. Auch der laufende Arbeitsprozess im Krematorium habe planmäßig beendet werden können. Dass es schon einmal zu einem ähnlichen Vorfall gekommen ist, daran konnte sich Rüger nicht erinnern.

Wie Kreisbrandinspektor Uwe Engert die OVZ informierte, waren diese beiden Blitzeinschläge am Dienstag die einzigen mit nennenswerten Folgen im Landkreis. „Allerdings musste gegen 8.31 Uhr die Schmöllner Feuerwehr zur Bahnunterführung an den Cosswitzanger ausrücken, weil diese durch den Starkregen mit Wasser vollgelaufen war“, so Engert .

Die Gewitterfront verzog sich bis zum Mittag recht schnell wieder aus dem Kreis. Die Feuerwehren und Rettungsdienste behielten die Wetterlage aber weiter genau im Blick. Denn die Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes galt bis Mitternacht.

Von Jörg Wolf, Tatjana Kulpa und Bastian Fischer

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