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Altenburg Bluesrocker zollen Helden in Altenburg Tribut
Region Altenburg Bluesrocker zollen Helden in Altenburg Tribut
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19:00 28.02.2018
Boten Bluesrock in Reinkultur: The Double Vision huldigten in der Music Hall Rory Gallagher – und brachten stilecht die Gitarrensaiten zum Glühen. Quelle: Foto: Jörg Reuter
Altenburg

Die Altenburger Music Hall war am Wochenende für Liebhaber E-Gitarren-lastiger Blues-Rock-Musik der place to be. Dafür hatte das Open-Air-Gößnitz-Team Inutero und The Double Vision verpflichtet. Beide Bands sind für ihre musikalische Qualität bekannt, und sie warfen auch nicht zum ersten Mal in der Region ihre Verstärker an.

Insofern waren die Erwartungen durchaus hoch, genau wie der Zuspruch. Und sowohl Inutero als auch The Double Vision enttäuschten nicht. Dabei gehört die Musik, der sich die Bands verschrieben haben, nicht unbedingt in die Schublade leicht verdaulicher Mainstream-Klänge.

Nirvana trifft Woodstock

Los ging’s mit Inutero, doch anders als die Namensgebung nach dem dritten Nirvana-Album vermuten lässt, spielte das Trio inzwischen volles Brett Ten Years After. Bekannt wurden die Briten um Alvin Lee mit ihrem Auftritt auf dem Woodstock Festival 1969 . Kennzeichen der Ten-Years-After-Songs sind ziemlich ausführliche Gitarrensoli, die immer wieder mit Zitaten anderer Künstler und deren Songs versehen sind. Und genau das brachten Frontmann und Gitarrenhexer Florian Zimmer, Vater und Bassist Roland Zimmer sowie der rasant spielende Bastien G. am Schlagzeug auf die Bühne.

Von Song zu Song verwandelte sich – getrieben von seiner Rhythmusgruppe – Florian Zimmer ins Alter Ego von Alvin Lee. Bisweilen schienen dabei aber die Interpretationen der Riffs und Soli in eine Endlosschleife zu geraten. Damit blieb das Konzert ein wenig hinter dem starken Auftritt beim Gößnitz Open Air im Sommer 2016 zurück. Nichtsdestotrotz schaffte es die Band in der Music Hall, auch dem längsten Titel immer neue Höhepunkte zu verleihen, so dass letztlich kein Lied belanglos ausplätscherte. Was sich im erlösenden Jubel und Applaus des Publikums nach der aufgebauten Spannung von Seiten der Musiker äußerte.

Irischer Blues im Blut

Hauptact am Abend waren The Double Vision aus Erfurt. Deren musikalische Liebe gilt bekanntermaßen und unüberhörbar dem 1995 verstorben Iren Rory Gallagher. Gallagher gehört bis heute zu den einflussreichsten Gitarristen, es gibt wohl kaum einen Rock- oder Blues-Gitarristen, der Gallagher nicht als wichtigen Quell der Inspiration nennt. Rockig, bluesig mit Folk-Elementen – so kommen die Hits, allen voran „Going To My Hometown“, daher.

Diesem Sound fühlen sich auch The Double Vision verpflichtet. Was für eine Gallagher-Cover-Band natürlich ein Stück weit selbstverständlich ist. Doch das Thüringer Trio um Sänger und Gitarristen Stephan Graf beschränkt sich nicht allein aufs Nachspielen. Seit Jahren produziert die Band auch eigene Songs, die unter anderem auf ihren sechs Alben veröffentlicht sind.

Sympathisch und mitreißend

Beim Gastspiel in der Music Hall konkurrierten deshalb auch die eigenen Titel mit denen der irischen Musikikone. Und – durchaus überraschend – die The-Double-Vision-Kompositionen konnten nicht nur mithalten, ein ums andere Mal rockten diese sogar mehr als Gallagher-Songs.

Dass die Basis dafür hervorragendes Können an Instrumenten und beim Gesang voraussetzt, versteht sich von selbst. Wird das dann alles noch vermengt mit sympathischer und mitreißender Performance, ist ein toller Konzertabend wie am Sonnabend garantiert.

Von Jörg Reuter

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