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Altenburg Blumen für die Nazi-Opfer
Region Altenburg Blumen für die Nazi-Opfer
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20:30 15.04.2015
Mit Blumen und Worten wurde der Opfer des ehemaligen Rüstungsbetriebes HASAG in Altenburg gedacht. Quelle: Mario Jahn

Vertreter der Vereine, der Lokalpolitik und des öffentlichen Lebens legten Kränze an der Gedenktafel am einstigen Direktionsgebäude des Rüstungskonzerns HASAG in der Poststraße nieder.

Die Gedenkfeier fand an einem denkwürdigen Tag statt: Genau 70 Jahre zuvor, am 15. April 1945, erreichte die sechste amerikanische Panzerdivision Altenburg und beendete die dunkle Zeit der Nazidiktatur. "Nur drei Tage zuvor wurden noch 2000 KZ-Häftlinge auf den sogenannten Todesmarsch zum KZ Theresienstadt zur Vernichtung getrieben", erinnerte der Chef des Geschichtsvereines, Wolfgang Böhm. Landrätin Michaele Sojka (Linke) dankte den vielen ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern, die helfen, diese Erinnerungskultur zu bewahren. "Ich bin allen sehr dankbar, die mit ihrer Arbeit auch gegen Fremdenhass und für Demokratie eintreten", sagte sie. Dies sei gerade in der Gegenwart von größter Wichtigkeit. "Die auf der Straße vorgetragene Unzufriedenheit gegenüber Medien und Politik wird von den Neonazis schamlos ausgenutzt."

Genauso äußerte sich Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD): "Das System des Nationalsozialismus ist damals nicht über Nacht gewachsen, sondern war ein jahrelanger Prozess, bei dem die Gesellschaft versagt hat, weil sie dies zuließ." Deshalb sei der jetzt vom Geschichtsverein, der Stadt und anderen Engagierten eingeschlagene Weg, dieses düstere Kapitel mehr zu erleuchten, völlig richtig. "Und ich versichere nochmals, dass sich die Stadt Altenburg dieser Aufarbeitung nicht entziehen wird."

Vereinschef Böhm nutzte die Gelegenheit, um drei Schülern der Bonhoefferschule für ihr Engagement zu danken. "Julia, Philipp und Lukas haben sich besonders bei der Erforschung der Geschichte engagiert und auch uns wertvolle neue Anstöße geliefert." © Kommentar Jörg Wolf

Jörg Wolf

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