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Altenburg Blutige Weihnachten in Altenburg - Ex-Opernsänger gesteht brutalen Überfall
Region Altenburg Blutige Weihnachten in Altenburg - Ex-Opernsänger gesteht brutalen Überfall
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00:30 12.06.2015
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Am 26. Dezember wurden die Männer in einer Wohnung im Altenburger Heimweg 1 zusammengeschlagen. Seit gestern steht deswegen der 43-jährige Stanimir S. vor dem Landgericht in Gera. Der ehemalige Opernsänger wird beschuldigt, die Tat mit mehreren Mittätern gemeinsam begangen zu haben. Als Grund wurden verschiedene Streitigkeiten zwischen Jürgen P. und dem Angeklagten genannt.

Das Fass zum Überlaufen brachte am Tatabend Jürgen P., indem er Stanimir S. beschuldigte, er würde Minderjährige mit Liquid Ecstasy abfüllen und dann vergewaltigen. Da sei er ausgerastet, so die Variante des Angeklagten. Jürgen P. hatte aber bei Polizeivernehmungen erklärt, er sei von Roxana B. in deren Wohnung gelockt worden. Eine Falle, denn Stanimir S. und die Mittäter lauerten ihm dort auf.

Gestern befasste sich die erste Strafkammer des Landgerichts Gera mit dem Fall. Laut Anklage sollen die Opfer mit einer Stabtaschenlampe, sowie Faustschlägen und Fußtritten malträtiert worden sein. Anschließend hätten die Täter ihren Opfern Bargeld, einmal 40 und einmal 30 Euro, sowie Handys, eines davon ohne Kamera, einen Laserpointer und dergleichen abgenommen. Deshalb muss sich Stanimir S. auch wegen gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Raub verantworten.

Dass er Jürgen P. und Mario S. krankenhausreif geschlagen hat, gestand Stanimir S. Doch er habe die Opfer nicht um ihre Habseligkeiten erleichtert, sagte er. Zum einen sei bei ihnen sowieso nichts zu holen gewesen. "Zum Anderen bin ich schon oft selbst bestohlen worden, deshalb würde ich nie Menschen etwas wegnehmen", so der Angeklagte unter Tränen. Ihm tue die Sache auch sehr leid, noch heute könne er kaum einschlafen, weil er das Röcheln von Jürgen P. nicht aus dem Kopf bekomme. Und: Er habe das Duo allein geschlagen, es habe keine Mittäter gegeben, beteuerte er.

Daran hegten Richter und Staatsanwalt jedoch Zweifel. So geständig wie sich Stanimir S. auch zeigte, die Frage, wer die anderen Männer waren, beantwortete er nicht. Das seien alles junge Leute, die nicht beteiligt waren. Licht ins Dunkel hätten da möglicherweise die beiden Geschädigten bringen können. Aber diese erschienen trotz Vorladung nicht zur Verhandlung. Der Vorsitzende Richter verhehlte seinen Unmut darüber in keiner Weise und verhängte ein Ordnungsgeld von 150 Euro.

Derweil erklärten die als Zeugen vorgeladenen Polizisten der Altenburger Dienststelle: Alle Beteiligten würden dem Drogenmilieu der Skatstadt angehören und seien mehr oder weniger alte Bekannte. Jürgen P. und Mario S. seien als Crystal-Konsumenten aufgefallen. Und auch Stanimir S. hat wohl keine weiße Weste. Anfang Mai war er erwischt worden, als die Polizei einen Crystal-Keller stürmte und dabei 140 Gramm der Droge fand. Der Richter beauftragte die Staatsanwaltschaft zu prüfen, ob gegen Stanimir S. im Zusammenhang mit Drogendelikten aktuell ermittelt wird.

Angesetzt sind vier Verhandlungstage. Weiter geht es am Freitag, dann sollen auch die gestern fehlenden Zeugen vernommen werden.

Jörg Reuter

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