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Altenburg Bodo Ramelow liest in Altenburg aus Landolf Scherzers Roman
Region Altenburg Bodo Ramelow liest in Altenburg aus Landolf Scherzers Roman
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11:24 02.06.2016
Ministerpräsident Bodo Ramelow und der Südthüringer Roman-Autor Landolf Scherzer vor der Lesung in der Gebrüder-Reichenbach-Schule in Altenburg. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

So schnell geht das. Noch am Sonnabend sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow seine Rede auf dem Bundesparteitag der Linken in Magdeburg ab. „Leider ist meine Stimme beinahe weg, verbringe das Wochenende krank zu Hause“, teilte der 60-Jährige auf seiner Web-Seite mit.

Am Montagabend fand Ramelow seine Stimme wieder, in Altenburg bei der Buchlesung des Romans „Der Rote“ von Landolf Scherzer in der Gebrüder-Reichenbach-Schule, der ebenso zugegen war. Der Rote im Buch ist Ramelow, obwohl er gar kein typischer Roter ist, aus der Gewerkschaft kommt, erst 1999 in die PDS eintrat und sich oft zu seinem christlichen Glauben bekennt. Als Roter steht Ramelow eher für seine politischen Gegner, die dem kleinen Thüringen Niedergang und Chaos prophezeiten, wenn ein Linker Ministerpräsident wird. Und weil dies nun drohte, hatte der Schriftsteller Landolf Scherzer schnell noch Geld in seinem Dorf bei Suhl abgehoben, wenige Minuten, nachdem Ramelow am 5. Dezember 2014 zum ersten Linken Ministerpräsidenten eines Landes in Deutschland gewählt wurde.

Dieses historische Ereignis war Anlass und Anfang von Scherzers Romans, der den etwa 90 Zuhörern schilderte, wie er Kontakt zu Ramelow aufnahm, wie er die seltenen Gelegenheiten fand, ihn näher kennenzulernen, auch dessen Frau und seinen Hund Attila. Und auch vom offenbar ästhetisch grenzwertigen Glastisch erfuhr, mit den metallenen Beinchen, den der Politiker seit den 70er-Jahren besitzt und liebt und der immer mit umzieht. Die Wohnung des Roten selbst bekam Scherzer nie zu Gesicht. Keinen Journalisten und schon gar keinen Dichter lasse er da rein, wiederholte der Ministerpräsident während der Lesung erneut.

Das bleibt so, ändern aber kann Ramelow seine Ansichten schon. Zum Beispiel zur ICE-Strecke von Leipzig nach Erfurt und weiter nach München, die er jahrelang bekämpft, sich stattdessen für die Mitte-Deutschland-Verbindung einsetzte, womit am Montag das einzige Thema angeschnitten wurde, das etwas mit dem Altenburger Land zu tun hatte. Denn von Ramelows Bahn hätte der Landkreis enorm profitiert, von der ICE-Strecke tut dies nun Erfurt, was der Ministerpräsident mittlerweile sehr gut findet. Nun müssen man sich darum kümmern, dass Ostthüringen nicht abgehängt wird, sagte er. Und er wies auf den Ärztemangel auf dem Land hin, auf Abwanderung und Überalterung. Hier müsse dringend etwas getan werden. „Die Macht haben andere“, heißt es im Scherzer-Roman. In Thüringen aber ist der Rote dran.

Von Jens Rosenkranz

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