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Altenburg Bodo Ramelow und Georg Maier besuchen Altenburger Land
Region Altenburg Bodo Ramelow und Georg Maier besuchen Altenburger Land
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00:22 08.07.2018
Bodo Ramelow (r.) machte auf Sommertour im Kreis Station – und fuhr mit Landrat Uwe Melzer und Karin Günther (v.l.) vom Kohlebahnverein bis Regis-Breitingen. Quelle: Foto: Mario Jahn
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Posterstein/Meuselwitz/Nobitz

Ein straffes Programm hatte sich Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) am Donnerstag aufgebürdet: Im Zuge seiner Sommertour machte der Landesvater im Altenburger Land Station, um sich vor Ort über verschiedene Projekte zu informieren. Zeitgleich besuchte auch Thüringens Innenminister, Georg Maier, den Kreis. Die Sommertour des SPD-Politikers führte ihn zu den Kommunen, die sich gerade freiwillig zusammenschließen, weswegen er nach Nobitz kam.

Herrenhaus beeindruckt Ramelow

Den ersten Stopp legte Ramelow dabei – stilecht mit einem Abbild der einstigen Herzogin Anna Dorothea von Kurland unterm Arm – auf Burg Posterstein ein. Ein Zeichen ganz im Sinne von Museumsdirektor Klaus Hofmann, der den Ministerpräsidenten für die kommende Ausstellung „#SalonEuropa vor Ort und digital“ und den Stellenwert, den die Herzogin in der Region genießt, zu begeistern versuchte.

Sichtlich angetan zeigte sich Ramelow in Begleitung von Postersteins Bürgermeister Stefan Jakubek und Herrmann Marsch, Vorsitzender des Burgberg e.V., von der Wiederbelebung des ehrwürdigen Herrenhauses. „Dieses bürgerschaftliche Engagement und der Umgang mit historischer Substanz ist beeindruckend. In Posterstein wird das Alte nicht als Hindernis, sondern als Herausforderung angenommen“, so sein Fazit.

Ministerpräsident Bodo Ramelow und Innenminister Georg Maier waren im Landkreis unterwegs. Während Ramelow sich auf Burg Posterstein und in Meuselwitz über Projekte informierte, gab Maier am Nobitzer Flugplatz Einblicke zum aktuellen Stand der Gebietsreform.

Kohlebahn muss Impulse setzen

Ehrenamtlichen Einsatz lobte Ramelow auch bei der Stippvisite in Meuselwitz. Dort stand die Situation der Kohlebahn in Mittelpunkt des Besuchs. Die habe sich über die Jahre mehr und mehr zum Event-Faktor entwickelt, bilanzierte Vorstandsmitglied Christian Gumprecht. Entsprechend wolle man sich in diese Richtung weiter entwickeln, wozu etwa die lange geplante Gleisverlängerung gen Haselbacher See ebenso zähle wie der mittelfristige Umstieg auf einen emissionsfreien Antrieb der Bahn.

Ramelow verwies in diesem Zusammenhang auf die erst kürzlich im Staatsvertrag fest geschriebenen Mittel für Braunkohle-Folgeprojekte. Nun sei es an den Akteuren vor Ort, Projekte zu erarbeiten und dann die Gelder abzufordern. „Der Impuls muss aus der Region kommen“, betonte er.

Wie ein Ufo über den Nöten der Bürgern

Ehrenamtliches Engagement, speziell in den freiwilligen Feuerwehren, stand auch in der Diskussionen der Kommunalpolitiker mit dem Innenmister im Zentrum. Denn im Zuge der Fusion von Nobitz mit Ziegelheim, Frohnsdorf und Jückelberg wächst die Zahl der Wehren auf 14. Wobei gerade bei den Wehren der Verwaltungsgemeinschaft Wieratal ein enormer Investitionsstau aufgelaufen sei. Das betrifft sowohl die technische Ausstattung als auch LKW-Führerscheine. Läbe forderte vom Innenminister eine höhere Kostenbeteiligung. „Was nach Recht und Gesetz gefordert ist, ist für die Kommunen kaum mehr finanzierbar“, pflichtete ihm Klaus Börngen, Bürgermeister in Göpferdorf, bei.

Maier hatte natürlich keinen Scheck dabei, erklärte aber, die Anliegen zu prüfen. Die Tour sei für ihn sehr lehrreich gewesen, erklärte der Minister, nachdem er thüringenweit mit ähnlichen Problemen konfrontiert worden sei. „Ich habe das Gefühl, dass vor allem Berlin, aber vielleicht auch Erfurt schon, wie ein Ufo über dem Land schwebt und langsam den Kontakt zu den Bürgern und deren Sorgen verliert“, so Maier.

Von Maike Steuer, Bastian Fischer und Jörg Reuter

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