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Altenburg Botanischer Erlebnisgarten in Altenburg vor dem Aus?
Region Altenburg Botanischer Erlebnisgarten in Altenburg vor dem Aus?
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05:00 14.04.2016
Der Botanische Erlebnisgarten in Altenburg steht vor einer ungewissen Zukunft. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Wie groß war die Freude bei den Stadtvätern, als sich im Jahr 2005 mit dem Regionalverband der Kleingärtner ein Trägerverein fand, der den von der Kommune Jahre zuvor aus Geldmangel geschlossenen Botanischen Garten in seine Obhut nehmen, herrichten und wieder eröffnen wollte. Was ein Jahr später unter der Regie des eigens neu gegründeten Fördervereines Botanischer Erlebnisgarten dann auch tatsächlich geschah. Fortan lockte dieses 8500 Quadratmeter große und denkmalgeschützte grüne Idyll an der Heinrich-Zille-Straße jede Saison tausende Neugierige. Aber alle Jahre wieder begann beim Förderverein das große Bangen, wenn es um die Genehmigung der befristeten Arbeitsgelegenheiten durch die Agentur für Arbeit ging.

Nun sollte eigentlich die elfte Saison schon zu Monatsbeginn losgegangen sein. Aber die Eröffnung des hergerichteten Gartens verzögert sich noch mindestens bis zum ersten Mai. Weil bislang die dringend benötigten Arbeitsgelegenheiten für eine Herrichtung sowie Betreuung während der Öffnungszeiten fehlen. Und bislang ist auch noch unklar, wann und wie viele Helfer letztendlich von der Agentur bewilligt werden.

Fördervereinschef Wolfgang Preuß. Quelle: Mario Jahn

Etwas Verantwortung an dem Dilemma trägt man beim Förderverein aber auch, räumen Chef Wolfgang Preuß und dessen Stellvertreter Jörg Seifert durchaus ein. „Ich hatte bei der Agentur rechtzeitig die nötigen Anträge für die Arbeitsgelegenheiten gestellt, fiel dann aber gesundheitsbedingt über längere Zeit aus“, sagt Preuß Während er ausfiel, lag auch der Antrag auf Arbeitskräfte förmlich auf Eis. „Aber wir sind ein durchweg ehrenamtlich geführter Verein, der sich zwar die Förderung des Erhalts vom Boga auf die Fahnen geschrieben hat, aber seit seiner Gründung regelrecht zu einem Betreiberverein mit allen daraus resultierenden Aufgaben geworden ist“, erklärt Jörg Seifert .

Derzeit geschlossen: der Botanische Erlebnisgarten. Quelle: Mario Jahn

Ohnehin gab es schon zuvor von der Agentur deutliche Zeichen, viel weniger Ein-Euro-Jobber zu bewilligen, als tatsächlich für einen reibungslosen Gartenbetrieb benötigt wurden. „Gerade vier wurden uns in Aussicht gestellt, obwohl zwölf beantragt waren“, so Preuß. Nach seiner Genesung stellte der 70-Jährige umgehend einen Antrag auf sechs Hilfs- und zwei Führungskräfte bei der Gesellschaft für Arbeit und Wirtschaftsförderung (GfAW) in Erfurt. Der Vorteil dieses Programmes: Die Mitarbeiter auf Zeit über dieses Programm hätten eine Beschäftigung über drei Jahre. Und beim Förderverein würde zumindest zwei Jahre das Tauziehen um neue Mitstreiter auf Zeit wegfallen. „Erste Vorankündigungen aus Erfurt klingen zwar positiv. Aber wann dann die Agentur tatsächlich Arbeitskräfte zu uns schickt, ist völlig offen“, ergänzt Seifert.

Vorerst aber läuft alles im Garten auf Sparflamme. Lediglich eine ehrenamtliche Mitstreiterin sowie ein Mitarbeiter, der sein Freiwilliges ökologisches Jahr absolviert, kümmern sich regelmäßig um das Areal. „Vorerst haben wir die Saisoneröffnung auf den 1. Mai verschoben. Hat sich unsere Arbeitskräftesituation bis dahin nicht entspannt, dann wird es danach auch nur Öffnungszeiten an den Wochenenden geben – und die auch noch verkürzt“, kündigt Preuß an. Für den Förderverein käme dies einer Art Selbstmord auf Raten gleich. Denn bislang wird der Erhalt des Gartens über Spenden von Sponsoren und den Besuchern abgesichert. Ein festes Eintrittsgeld indes wird seit der Wiedereröffnung nicht erhoben. „Aber wenn wir die Öffnungszeiten so drastisch einschränken müssen, fließen auch die Spenden nur viel sporadischer“, umreißt Preuß das Dilemma. Der Vereinschef erneuerte deshalb seine Forderung an die Stadt, die Arbeit des Vereines auch personell zu unterstützen.

Ohnehin steht derzeit in den Sternen, ob das bislang gefahrene Betreibermodell über dieses Jahr weiter funktioniert, auch wenn personell noch mal alles gut gehen sollte. Denn dieses Jahr stehen Neuwahlen des Vorsitzenden an und Wolfgang Preuß steht dafür nicht mehr zur Verfügung. „Aus Alters- und Gesundheitsgründen“, so der 70-Jährige. Sein Vize, der 45-jährige Jörg Seifert, wird dieses Amt übernehmen, soll er doch Preuß einmal als Chef des Regionalverbandes der Kleingärtner beerben.

Wenn sich aber kein neuer Vorstand für den derzeit 38 Mitglieder zählenden Verein findet, so drohe der „Offenbarungseid und die Auflösung“, wie es der jetzige Chef drastisch formuliert. Denn auch die Schatzmeisterin steht bei Neuwahlen nicht mehr zur Verfügung. „Und alle bisher geführten Gespräche nach neuen Kandidaten führten nur ins Leere.“

Von Jörg Wolf

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