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Brandanschlag in Altenburg: Haftbefehl gegen mutmaßliche Feuerteufel

Asylunterkunft Brandanschlag in Altenburg: Haftbefehl gegen mutmaßliche Feuerteufel

Erst Festnahme, nun Haftbefehl: Die wegen des Brandanschlags auf eine Asylunterkunft in Altenburg gestellten Tatverdächtigen bleiben im Gefängnis. Wie der Chef-Ermittler der Kriminalpolizei, Ulrich Zeppernick, auf OVZ-Nachfrage mitteilte, habe die Staatsanwaltschaft Gera diese Entscheidung am Mittwoch wegen des Verdachts auf schwere Brandstiftung getroffen.

Bild des Schreckens: Im Hausflur der Flüchtlingsunterkunft wurde unter anderem Papier in Kinderwagen angezündet.

Quelle: Jens Paul Taubert

Altenburg/Gera. Erst Festnahme, nun Haftbefehl: Die am Montag wegen des Brandanschlags auf eine Asylunterkunft in Altenburg gestellten Verdächtigen bleiben im Gefängnis. Wie der Chefermittler der Kriminalpolizei, Ulrich Zeppernick, auf OVZ-Nachfrage mitteilte, habe die Staatsanwaltschaft diese Entscheidung am Mittwochnachmittag wegen des dringenden Verdachts auf schwere Brandstiftung getroffen. Eine Bestätigung der Geraer Behörde war dazu aber bisher noch nicht zu bekommen.

Laut Zeppernick kommt der mit 29 Jahren jüngere der beiden mutmaßlichen Feuerteufel aus Borna, während der 30-Jährige aus Altenburg stammt. Beide seien deutsche Staatsangehörige, nicht weiter polizeibekannt und auch nicht einschlägig vorbestraft, so der Kripo-Chef, dem die Freude über den Fahndungserfolg deutlich anzumerken war. „Aber wir können beide klar der rechten Szene zuordnen. Darauf deuten verschiedene Ermittlungsergebnisse hin.“ Welche das im Einzelnen sind, wollte er jedoch nicht sagen.

Auf die Spur des Duos war die nach dem Anschlag am 7. Dezember sofort aus der Taufe gehobene zwölfköpfige Arbeitsgruppe aus Beamten der Kripo und der Schutzpolizei unter Zeppernicks Leitung „durch intensive Kleinarbeit“ gekommen. Auch dazu, ob man bei den Tatverdächtigen entsprechenden Brandbeschleuniger und passende DNA-Spuren gefunden oder Zeugen ausfindig gemacht habe, hielt sich Altenburgs Kripo-Chef bedeckt: „Was wir gefunden haben, wird gerade untersucht.“

Die Zusammenkunft der Arbeitsgruppe am Mittwoch wird jedoch nicht die letzte gewesen sein. „Die Treffen werden reduziert, nachdem wir seit über eine Woche von früh bis spät zusammengearbeitet haben“, erklärte Zeppernick dazu. Schließlich sei die Sache noch nicht abgeschlossen. „Also werden wir weiterarbeiten.“

Ursache für die mit Hochdruck vorangetriebenen Ermittlungen war ein Brand, der am 7. Dezember in einem von Asylbewerbern bewohnten Haus in der Siegfried-Flack-Straße um 3 Uhr ausgebrochen war. Nach den Erkenntnissen waren zwei mit Papier gefüllte Kinderwagen sowie ein Zeitungsstapel im ersten Obergeschoss des Blocks am Rande der Skatstadt angesteckt worden. Durch die Rauchentwicklung im Gebäude wurden neun Personen verletzt – darunter ein sechs Monate altes Baby – und zur Behandlung ins Klinikum Altenburger Land gebracht. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf etwa 5000 Euro.

Während die Polizei laut Zeppernick aktuell noch prüft, ob die beiden Männer tatsächlich aus ausländerfeindlichen Motiven handelten, sehen sowohl der SPD-Kreisvorsitzende Frank Rosenfeld als auch der Linken-Bundestagsabgeordnete Frank Tempel einen fremdenfeindlichen Hintergrund als gegeben an. So ging Tempel schon am Tag des Brandanschlags „mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem ausländerfeindlichen Hintergrund“ aus. Rosenfeld stellte dagegen einige Tage später einen direkten Zusammenhang zur „grölende Horde“ her, die am 5. Dezember durch Altenburg gezogen sei. Gemeint hat er damit die zweite Protestkundgebung von Thügida und des Bündnisses „Wir lieben Altenburg“.

Von Thomas Haegeler

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