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Brandschutzmängel: Kosten für neuen Bürgerservice im Altenburger Rathaus steigen

Eröffnung für Mai 2017 geplant Brandschutzmängel: Kosten für neuen Bürgerservice im Altenburger Rathaus steigen

Bisher nicht bekannte, aber schwerwiegende Brandschutzmängel verzögern die Eröffnung des neuen Bürgerservice der Stadtverwaltung in der ehemaligen Sparkassenfiliale auf dem Markt. Stahlträger sind nicht geschützt und könnten sich Brandfall verbiegen. Umbau und Sanierung kosten nun 470 000 Euro.

Brandschutzmängel führen dazu, dass die Stadt zunächst in den neuen Bürgerservice neben dem Rathaus kräftig investieren muss.
 

Quelle: Mario Jahn

Altenburg.  Wie eine Bombe hatte die Nachricht im vergangenen Jahr eingeschlagen, dass die Sparkassenfiliale gleich neben dem Altenburger Rathaus schließt. Die Stadtverwaltung hatte den Mietvertrag gekündigt. Der Grund: Im Gebäude Markt 2 sollte ein Bürgerservice des Rathauses einziehen. Diese Pläne bleiben bestehen, sie verzögern sich jedoch und werden teurer als anfangs gedacht. Sowohl der Keller als auch das Erdgeschoss erfüllen wesentliche Brandschutzauflagen nicht, bestätigte Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) der OVZ.

Deutlich wurden die Mängel, als Fachleute die Räume nach dem Auszug der Sparkasse unter die Lupe nahmen und zum Beispiel die Verkleidung der Deckenkonstruktionen entfernten. Dabei stellte sich heraus, dass vor allem obere Teile der Stahlträger sowohl im Keller als auch im Erdgeschoss nicht geschützt sind. Im Brandfall, und damit bei starker Hitze, könnten sie sich verbiegen und ihre Last nicht mehr tragen. Schlimmstenfalls könnte das Gebäude deshalb sogar einstürzen.

„Das haben wir vorher nicht gewusst“, versicherte der Oberbürgermeister. Auch die jetzt amtierenden Sparkassenvorstände hätten seiner Meinung nach davon keine Kenntnis gehabt. Denn die Anfang der 1990er-Jahre vorgenommene Sanierung des Gebäude geschah weit vor ihrer Amtszeit und übrigens auch bevor die jetzt Verantwortlochen ins Rathaus einzogen. „Gott sei dank ist nichts passiert“, sagte Wolf.

Allerdings muss die Stadtverwaltung die brandschutztechnische Ertüchtigung nun nachholen. Beim Beschluss des Doppelhaushaltes 2015/2016 durch den Stadtrat waren für dieses Jahr lediglich 10 000 Euro für Planungsleistungen für den neuen Bürgerservice vorgesehen. Außerdem hatte Wolf zwischenzeitlich das Bauamt durch einen Ingenieur verstärkt, der sich unter anderem um den Bürgerservice kümmern sollte. Drei Monate nach seiner Einstellung kündigte er aber wieder, weil er eine besser bezahlte Stelle fand, wie der OB berichtete. Die etwa 50 000 Euro teure Fremdvergabe könnte durch eine neue Mitarbeiterin womöglich eingespart oder reduziert werden. Doch der Zeitplan ist futsch. Die ursprünglich für Mitte Februar geplante Eröffnungsfeier muss nun auf den 2. Mai 2017 verschoben werden.

Umbau und Sanierung werden rund 470 000 Euro kosten, wovon 275 000 Euro als Fördermittel fließen. In dieser Summe enthalten ist auch die Auflage, für mehr Tageslicht für die Mitarbeiter zu sorgen. Der Bürgerservice soll ins Erdgeschoss, der Keller als Verwaltungsarchiv genutzt werden. Dass sich die Kosten für den Service verzehnfachen, wie ein Gerücht in der Stadt die Runde macht, dementierte Wolf. Richtig sei, dass die im Doppelhaushalt 15/16 eingestellten Ausgaben für eine neue Trinkwasserleitung auf 2017 und neue Brandmeldeanlagen für das Rathaus auf 2018/19 verschoben werden müssen. Auch das sei der Preis dafür, dass die Stadtverwaltung zur Erhaltung ihrer Denkmalsubstanz stehe. „Jede Sanierung ist aber ein Abenteuer“, sagte Wolf.

Die Kosten für den Bürgerservice sollen nächsten Donnerstag bewilligt werden, wenn dem Stadtrat der Nachtragshaushalt zur Beschlussfassung vorliegt. Nach der Schließung der Pförtner-Logo im großen Ratssaal wurde der letzte Ansprechpartner bei Bürgerfragen abgeschafft. Dieser Mangel war immer wieder kritisiert worden. Mit dem neuen Bürgerservice will Wolf Freundlichkeit und Dienstleistungsangebote verbessern und sogar personelle Kapazitäten einsparen.

Von Jens Rosenkranz

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