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Altenburg Brandstiftung in Altenburg und Meuselwitz: Angeklagter streitet ab
Region Altenburg Brandstiftung in Altenburg und Meuselwitz: Angeklagter streitet ab
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17:01 11.03.2018
Der Angeklagte Oliver M. wird in den Gerichtssaal geführt, bei ihm sein Verteidiger Andreas Bönisch Quelle: Sophie Aschenbrenner
Gera

Wegen besonders schwerer Brandstiftung muss sich seit Mittwoch ein 20-Jähriger aus Meuselwitz vor dem Landgericht Gera verantworten. Neben Brandstiftung in drei Fällen in Meuselwitz und Altenburg werden dem Mann unter anderem Beleidigung und Bedrohung in verschiedenen Fällen vorgeworfen. Ursprünglich waren noch zwei weitere Verhandlungstage im März geplant, doch nun wird sich der Prozess länger hinziehen.

Da der Angeklagte extrem widersprüchliche Angaben machte, gab der Richter ein psychologisches Gutachten in Auftrag, um die Schuldfähigkeit des 20-Jährigen prüfen zu lassen. In allen drei behandelten Fällen hatte der Angeklagte nach der Tat bei der Polizei zu Protokoll gegeben, das Feuer gelegt zu haben. Diese Aussagen revidierte er am Mittwoch aus unterschiedlichen Gründen.

„Ich stand unter Drogen

Im März 2016 soll der Angeklagte die Gartenlaube seines Vaters in Meuselwitz in angezündet haben. Bei der Polizei hatte er ausgesagt, die Laube absichtlich in Brand gesteckt zu haben und sein Vorgehen detailliert geschildert. Gestern brachte er eine andere Version vor: „Ich stand unter Drogen, hatte vorher mit ein paar Leuten Meth und Gras geraucht.“ Deswegen habe er nicht Zuhause, sondern in der Laube übernachten wollen.

Weil ihm kalt gewesen sei, wollte er sich ein Feuer machen. „Und dann stand auf einmal die ganze Laube in Brand, das war eigentlich ein Unfall“, sagte der Angeklagte.

Angeblich unter Druck zum Geständnis gezwungen

Weiter soll der 20-Jährige im März 2017 im Treppenhaus eines Wohnhauses in Altenburg Zeitungen angezündet und einen Großbrand verursacht haben – in dem Wissen, dass sich Menschen im Gebäude befinden. Eine Frau verletzte sich beim panischen Sprung auf ein Vordach schwer an der Schulter, zwei weitere Menschen konnten nur unter Lebensgefahr von der Feuerwehr gerettet werden. Er sei bedroht und gezwungen worden, die Tat auf sich zu nehmen, sagte der Angeklagte gestern.

Einige Männer hätten öffentlich machen wollen, dass seine Schwester vor ein paar Jahren an Blutkrebs erkrankt sei. „Sie wollten Plakate drucken“, so der Angeklagte. Deswegen habe er bei der Polizei angegeben, der Täter zu sein. In Wahrheit sei er unschuldig. Zwar sei er in dem Haus gewesen, aber nur, um etwas bei einem Bekannten abzuholen. „Als ich rausgegangen bin, war das Haus noch heile“, sagt er. Wie es zu dem Brand kam, wisse er nicht.

Vater befürwortet ein Gutachten

Auch im letzten Anklagepunkt das gleiche Muster: So soll der Angeklagte im Februar 2017 einen Stromkasten in Meuselwitz in Brand gesteckt haben. Bei der Polizei hatte der 20-Jährige damals angegeben, den Kasten selbst angezündet zu haben. Vor Gericht sagte er, der Täter sei ein Bekannter gewesen, er selbst habe „bloß Wache gestanden“. Als der Richter ihm vorhielt, bei der Polizei anders ausgesagt zu haben, sagte der Angeklagte genervt: „Ich sag’ jetzt am besten gar nichts mehr.“

Eigentlich hätten am Mittwoch mehrere Zeugen vernommen werden sollen, auch der Vater und die Schwester des Angeklagten. Der Vater wurde jedoch nur zu seiner Meinung zu einem Gutachten befragt. Er beschrieb seinen Sohn als aggressiv und befürwortete eine Untersuchung. Sein Sohn lebte zuletzt bei ihm. Nun wird ein Gutachten zur Frage der Schuld und zu einer möglichen Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik erstellt. Das Verfahren wird frühestens im Mai wieder neu aufgenommen.

Von Sophie Aschenbrenner

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