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Altenburg Breites Teilnehmerfeld beim 10. Skatstadtmarathon
Region Altenburg Breites Teilnehmerfeld beim 10. Skatstadtmarathon
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18:55 10.06.2018
Zum 10. Skatstadtmarathon gingen wieder Tausende Läufer auf die Strecke. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Drückende Hitze, sengende Sonne, schwächelnder Kreislauf: Der Skatstadtmarathon in seiner zehnten Auflage war mehr denn je eine kräftezehrende Herausforderung. Den Teilnehmern ging es diesmal nicht um Rekorde und Bestleistungen, sondern ums Ankommen. Und zumindest in dieser Hinsicht wurde wieder ein Rekord eingefahren: 3841 Finisher liefen am Sonnabend durchs Ziel – 410 mehr als im vergangenen Jahr.

Großes Gewusel

Altenburg und der Skatstadtmarathon, das war einmal mehr eine gelungene Symbiose aus Sportsgeist und Sportbegeisterung. Entlang der Strecke standen wieder Unzählige zum Anfeuern und Abkühlen bereit, klatschten, jubelten und motivierten, reichten Wasser und Eiswürfel für die Hitzegeschwächten.

Großes Freunde- und Familiengewusel auch schon am frühen Samstagmorgen in der Innenstadt, noch bevor es überhaupt losging. Kein Wunder: Traditionell gingen gleich nach den Marathonis die Jüngsten an den Start. Stolze 1790 Sprösslinge hatten für die Kinder- und Schülerläufe die Schuhe geschnürt, begleitet von stolzen Eltern und Großeltern, oft ebenfalls mit Startnummer für eine der anderen Distanzen ausgestattet.

Strahlende Sieger, schwitzende Läufer, Unterstützung am Wegesrand: Das sind die Bilder zum Skatstadtmarathon 2018.

Laufevent für die ganze Familie

Skatstadtmarathon ist eben Familiensache. Wo die Eltern rennen, spurtet oft auch der Nachwuchs – und umgekehrt. Etwa bei Rühlmanns aus Altenburg, wo Vater, Tochter und beide Söhne an den Start gingen. Und die Mutter? „Ich bin fürs Anfeuern zuständig“, rief Kerstin Rühlmann und streckte in den dicht gedrängten Zuschauerreihen im Zielbereich ihr Plakat in die Luft: „Joni“. Empfang für Jonathan, den Zehnjährigen. Zum dritten Mal ist er am Samstag die 3,6-Kilometer-Runde gelaufen. „Es ist cool, sich mit den anderen zu messen“, sagte er. Wohl auch mit Blick auf so manchen Athleten, der bei diesem Laufereignis längst den Promi-Status hat.

Alte Bekannte auf der Strecke

Lars Rößler zum Beispiel. Der 33-Jährige, der seit 2013 jedes Jahr als Erst- oder wenigstens Zweitplatzierter den Halbmarathon absolviert, holte diesmal wieder den Sieg. 1:21:46. Nicht sein Bestwert. „Ich wollte gewinnen, um mehr ging es heute nicht“, sagte der 33-jährige Münchner, der in Altenburg aufwuchs und der Stadt deshalb die Treue hält. „Die hohen Temperaturen waren brutal. Ich habe meinen Vorsprung genutzt, um zum Ende hin etwas Tempo rauszunehmen, den Kreislauf zu schonen. Zumal das Ende der Runde mit zwei Anstiegen das härteste Stück ist.“

Auch Juliane Bähring aus Blankenhain bei Weimar, die schnellste Frau beim Halbmarathon (1:37:22), war froh übers Ankommen – „und dankbar für die Eiswürfel unterwegs“. Keine Unbekannte übrigens: Als Juliane Heinze hat sie sich beim Skatstadtmarathon mit einem halben Dutzend Siegen einen Namen gemacht hat und knüpft nach der Heirat nun daran an.

Zehn Jahre: Klaus Herrmann läuft seit Beginn Marathon

Zehn Jahre Skatstadtmarathon waren nicht nur für die Organisatoren ein Grund zum Feiern. Auch zahlreiche Läufer begingen am Sonnabend ihr ganz persönliches Jubiläum: So fanden sich rund hundert Teilnehmer im Starterfeld, die bereits zur Premiere 2008 auf die Strecke gegangen waren.

Einer davon ist Trebens Bürgermeister Klaus Herrmann. Dass er auch in diesem Jahr wieder die Laufschuhe schnürte, war für den passionierten Freizeitsportler eine Selbstverständlichkeit. „Altenburg ist nicht nur logistisch bequem sondern auch wegen des Terrains ein ganz besonderer Marathon“, erklärt er seine Faszination. Wo andere Stadtstrecken zumeist eben verlaufen, fordern in der Skatstadt steile Anstiege und unterschiedliches Terrain die Beine der Läufer. „Das ist fast schon Crosslauf“, schildert er.

Am Marathon reizt ihn besonders die Grenzerfahrung. „Wer das noch nie gemacht hat, kann das eigentlich nicht nachvollziehen, die Überwindung, die die letzten zehn Kilometer kosten, das braucht gehörige Disziplin.“ Umso schöner dann, wenn man nach solch einem Kampf ins Ziel kommt. „Dann hat man wirklich was geschafft.“

Klar, dass ein solches Vorhaben Vorbereitung braucht. „Ich laufe drei Mal die Woche etwa eine Stunde, ab Februar steigere ich mich dann kontinuierlich, die letzten sechs Wochen vor dem Start laufe ich regelmäßig die 21 Kilometer, etwa drei bis vier Mal auch 30 Kilometer“, umreißt der 64-Jährige sein Pensum. Quälen muss sich Herrmann, der schon immer sportbegeistert war, dafür nicht: „Laufen entspannt mich, das war noch nie ein Problem für mich.“ Eine Passion die sich auch auf seinen Sohn übertragen hat. Der war in diesem Jahr auf der Halbstrecke unterwegs.

Angesichts all der Vorbereitung ist es da doppelt ärgerlich, dass Klaus Herrmann diesmal vor dem Ziel aussteigen musste. „Bei diesen Temperaturen haben etwa bei Kilometer 39 die Muskeln dicht gemacht, es ging nicht mehr.“ Er habe bei der Rennleitung um Disqualifikation gebeten, teilte er nach dem Zieleinlauf mit. Trotzdem, auch im nächsten Jahr will er wieder mit dabei sein. Schließlich sei sein Motto nicht umsonst: „Einmal Sportler, immer Sportler“.

Premierensieg bei den Frauen

Ein völlig neues Gesicht lief hingegen bei den Marathon-Frauen als erste über die Ziellinie: Bettina Böttcher aus Jena. Mit ihrer Hobbysportgruppe „Die Kilometerfresser“ misst sie sich erfolgreich auf den großen Laufveranstaltungen zwischen Rennsteig und Berlin, folgte nun erstmals dem guten Ruf der Altenburger. „Das anspruchsvolle Profil hat Spaß gemacht – der Rennsteig ist kaum schwerer“, urteilte die 31-Jährige nach drei Stunden und gut 53 Minuten auf der Piste. „Und die Organisation ist toll.“ Vielleicht komme sie nächstes Jahr wieder.

Gar nicht so unwahrscheinlich. Ist der Skatstadtmarathon doch bekannt für die treue Gefolgschaft seiner Läufer, die nicht mehr von ihm lassen können. Das zeigt sich nicht nur auf den Anmeldelisten, sondern auch auf den Siegertreppchen – etwa auf der 13,3-Kilometer-Distanz, wo sich die Vorjahressieger Christian und Steffi Bernstein immerhin auf Platz drei und zwei einordnen konnten. Und Annika Lötsch vom Lauftreff TV Frohburg holte auf den 5,4 Kilometern wieder den Sieg bei den Frauen.

Keine neue Bestmarke

Vincent Hoyer, der im Vorjahr pausierte, war diesmal ebenfalls wieder mit am Start. Erst am Mittwoch hat er den Leipziger Firmenlauf gewonnen, nun joggte er souverän mit 3:03:05 ins Finish, was an diesem Hitzetag eine starke Leistung war – und mehr als drei Minuten schneller als der zweitplatzierte Steffen Burkhardt. An neue Bestmarken dachte der Marathon-Rekordhalter (2:27:08 im Jahr 2014) ohnehin nicht.

„Nächstes, spätestens übernächstes Jahr will ich allerdings beim Halbmarathon nachlegen“, kündigte Hoyer an. Ultraläufer Florian Neuschwander hatte dort 2017 Hoyers Rekord gebrochen, rannte die Strecke in einer Stunde, 10 Minuten und 49 Sekunden. Das will Hoyer nicht lange gelten lassen.

Von Kay Würker

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