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Altenburg Britten-Oper sorgt für Klangwogen auf der Bühne
Region Altenburg Britten-Oper sorgt für Klangwogen auf der Bühne
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20:24 12.02.2015
Jeff Stewart ist als Gast in der Titelrolle zu erleben. Quelle: Stephan Walzl

Nein, Bühnenwellen. Intendant Kay Kuntze inszeniert Benjamin Brittens Oper "Peter Grimes", von der man sagt, dass das Meer einer der Protagonisten sei. Jene musikalische Sinnlichkeit, klingende Urgewalt, die man im 20. Jahrhundert wohl so nur bei diesem Komponisten findet, steckt darin. Im vorletzten Jahr feierte die Musikwelt im großen Stil seinen 100. Geburtstag.

Kay Kuntze ist überzeugt, dass es auch über dieses Jubiläum hinaus mehr als lohnend ist, sich mit Brittens und ganz besonders mit diesem Opernwerk auseinanderzusetzen. Dass der Musiker es über viele Jahre auf dem Kontinent verhältnismäßig schwer gehabt habe, ins Repertoire zu finden, sei bedauerlich. Doch in den letzten beiden Jahrzehnten habe sich das allmählich ein wenig geändert. Und seit einiger Zeit mache die Britten-Rezeption auch um Ostthüringen keinen Bogen mehr. Nach dem Cellokonzert und dem Musiktheater für Kinder "Noahs Flut" steht nun der Opernerstling des Komponisten auf dem Programm; und der habe alles, was man sich von einer großen Oper wünscht und das in einer "sehr britischen Art und Weise".

Die Geschichte eines Einzelgängers will Kuntze in seiner Inszenierung erzählen, damit, wie die Gesellschaft mit ihm umgeht - von Gruppendynamik und der Angst vor dem Fremden, aber auch vom Verhältnis zwischen Masse und Individuum an sich. Eine in tragischer Weise aktuelle Geschichte ist das, die mit starker Musik daherkommt. Generalmusikdirektor Laurent Wagner, in dessen Händen die musikalische Leitung liegt, beschreibt, wie der Komponist ein Thema, das wohl jeden etwas angehe, in Klang setzt: Britten komponiere Situationen, schaffe eine faszinierende Klangpsychologie. Dazu komme eine grandiose Orchestration. Und ganz wichtig für den bekennenden Stimmliebhaber Wagner: Britten schreibt wunderbar für die menschliche Stimme.

Für den Engländer Jeff Stewart war Peter Grimes eine Traumpartie, erzählt er, seit er in sehr frühen Jahren das Werk an der English National Opera gesehen hatte, mit Philip Langridge in der Titelpartie. Ein Riesenglück sei es für ihn gewesen, später gerade mit diesem Ausnahmetenor im Rahmen eines Workshops die Partie zu erarbeiten. Dann habe er gewartet und irgendwann kam das Angebot, für den Grimes vorzusingen doch noch: aus Thüringen.

Jeff Stewart gerät ins Schwärmen über die Arbeit am Altenburg-Geraer Theater, besonders aber auch über den Reichtum dieser Ausnahmepartie - eine Aufgabe, die in musikalischer und darstellerischer Hinsicht auch nach vielen Vorstellungen nicht langweilig werden würde. Und darüber, dass er eine Idealbesetzung dafür ist, war sich bereits zur Geraer Premiere die Fachwelt einig. Und das, angesichts der Tatsache, dass man in Deutschland wenige Tenöre findet, die diese Aufgabe adäquat umsetzen können.

Tatjana Böhme-Mehner

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