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Brücke ist fällig: Wird Langenleuba zur Insel?

Bauvorhaben Brücke ist fällig: Wird Langenleuba zur Insel?

Die Brücke am Ortseingang in Langenleuba-Niederhain soll im kommenden Jahr erneuert werden. Der Supermarkt ist nach der Sperrung der Brücke nur noch zu Fuß oder über eine kilometerlangen Umweg von Niederhain aus erreichbar. Direkt daneben hat auch die Feuerwehr ihr Domizil.

Die Brücke am Ortseingang in Langenleuba-Niederhain soll im kommenden Jahr erneuert werden.

Quelle: Jens Paul Taubert

Langenleuba-Niederhain. Für den Langenleubaer Bürgermeister Jürgen Schneider (parteilos) klingen die Pläne zur Reparatur der Brücke am Supermarkt unweit des Ortseingangs wie ein schlechter Witz. Zwar steht nicht in Abrede, dass das Bauwerk, das über die Wiera führt, dringend aufgearbeitet werden muss. Die Prüfung des baulichen Zustandes hat erhebliche Mängel aufgedeckt, so dass im kommenden Jahr durch das Straßenbauamt Ostthüringen ein Ersatzneubau errichtet wird, informierte Schneider kürzlich zur Gemeinderatssitzung. Das sei erst einmal ein Grund zur Freude.

Für Kopfschütteln indes sorgen die Rahmenbedingungen, denn für das dreiviertel Jahr Bauzeit ist vorgesehen, lediglich eine Fußgängerbrücke über die Wiera zu installieren. Eine Verkehrszählung in Vorbereitung der Bauplanung hat ergeben, dass Straße und Brücke täglich nur von im Durchschnitt 2000 Autos befahren werden. „Das reicht nicht aus, um eine Behelfsbrücke aufzubauen, wurde uns gesagt“, berichtete Schneider. Das würde bedeuten, eine der wichtigsten Zufahrten in den Ort wäre für den Straßenverkehr monatelang voll gesperrt. Damit wäre Langenleuba-Niederhain aus Richtung Altenburg ausschließlich über einen Sieben-Kilometer-Umweg über Frohnsdorf und Beiern erreichbar.

Das betrifft dann die Schulbusse, den Liefer- sowie Individualverkehr, aber vor allem die Rettungsdienste. Selbst die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde hat ihr Domizil jenseits der Wiera. Im Einsatzfall müssten die Kameraden anstatt weniger hundert Meter eine ausgedehnte Runde über die Dörfer drehen, um mit ihren Fahrzeugen zum Gerätehaus zu kommen und dann den gleichen Weg zurück im Löschfahrzeug zum Einsatzort. „Damit haben sie keine Chance, die Anrückezeit von zehn Minuten einzuhalten“, betonte der Bürgermeister. Das sei nicht akzeptabel, dagegen müsse vorgegangen werden, pflichtete ihm sein Stellvertreter Karsten Helbig (SPD) bei.

Wie Schneider weiter informierte, habe die Kommune bereits Widerspruch erhoben. Der scheidende Bürgermeister erhofft sich dabei auch Rückendeckung vom Kreis, weil dieser als Verantwortlicher für den Rettungsdienst mit Boot sitzt.

Von Jörg Reuter

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