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Altenburg Brücke zwischen Unfassbarem und Handfestem - Bartholomäikirche bekommt Turmknopf zurück
Region Altenburg Brücke zwischen Unfassbarem und Handfestem - Bartholomäikirche bekommt Turmknopf zurück
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19:32 26.08.2012

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Von Jörg Reuter

Rund 100 Schaulustige hatten sich gegen 11 Uhr an der Bartholomäikirche versammelt. Noch lag die große Kugel mit dem Durchmesser von rund 1,5 Metern verpackt und mit einer goldenen Schleife verziert auf dem Kleintransporter. Im Dezember war die dringend restaurierungsbedürftige, circa 130 Kilogramm schwere Kugel heruntergenommen und in einer Werkstatt für Schmiedekunst in Knau repariert und neu vergoldet worden. Die gleiche Prozedur erfuhr dort auch die Wetterfahne des Kirchturms (OVZ berichtete). Planmäßig wurden die Handwerker vor einiger Zeit fertig, sodass wie angedacht im Rahmen des alljährlichen Kirchweihfestes beides wieder auf dem Turm angebracht werden konnte.

Vor der spektakulären Aktion in luftiger Höhe dankte Pfarrer Reinhard Kwaschik im Namen der Altenburger Kirchgemeinde für die erfolgreiche Umsetzung des Projektes. Anschließend wurden vor den Augen der Zuschauer die zwei Schatullen des Turmknopfes gefüllt. Hinein kamen zum einen die historischen Inhalte, wozu eine Flaschenpost mit einer Botschaft des Zimmermanns Richard Lungwitz von 1905 und elf Münzen aus dem 16. und 17. Jahrhundert gehören. "Wir haben nur zwei Münzen für Ausstellungen und ähnliches zurückbehalten", erklärt Kwaschik.

Zum anderen wurden in die kupfernen Röhren auch Zeugnisse der jüngeren Vergangenheit gepackt. Das sind ein Bericht zur Lage, ähnlich dem Schreiben von 1905, eine OVZ, weitere Zeitungen und verschiedene Münzen. Darunter DM-Stücke und Euros, aber auch Geld aus DDR-Zeiten. Alles Sonderprägungen, die diese Jahre dokumentieren. "Wir wollten für spätere Generationen eine Botschaft über unsere Zeit hinterlassen. Dazu gehört natürlich auch die DDR. Jedoch verstehe ich etwa die Thälmann-Münzen eher als Gag", so der Pfarrer gegenüber OVZ.

Nachdem die Kupferröhren dicht und sicher verlötet und im Knopf verankert waren, ging's mit dem Kran zur Kirchturmspitze. Zwei schwindelfreie Handwerker fuhren im Korb mit nach oben und brachten die Kugel an.

"Spannend, so etwas habe ich noch nie gesehen", meint Christa Michael beim Zuschauen. Ein klein wenig aufgeregt war derweil Manfred Krauß. "Ich warte, bis die Wetterfahne endlich ausgepackt wird", sagt der Rentner. Bevor sie oben angebracht wird, wollte er sie unbedingt noch einmal berühren. Als junger Mann hat er sie gemeinsam mit seinem Vater in dessen Schlosserei 1956 mit gebaut. "Da ist sogar mein Name eingeschlagen", erzählt er stolz.

Auch Pfarrer Kwaschik ist beeindruckt. "Das Besondere ist für mich die Höhe, denn der Turmknopf ist in meinen Augen wie die Brücke zwischen dem Unfassbaren und der handfesten handwerklichen Arbeit."

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