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Altenburg "Buchenwald ist überall": Netzwerk in Altenburg
Region Altenburg "Buchenwald ist überall": Netzwerk in Altenburg
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20:10 22.03.2015
Erinnerungsfoto auf dem Markt. Quelle: Mario Jahn

Von jörg wolf

Der AGV war Gastgeber für die sechste Tagung von "Buchenwald ist überall", einem Netzwerk zur Erinnerung an die Außenlager des Konzentrationslagers bei Weimar. "Darin vereint sind die Gedenkstätten an die insgesamt 136 Außenlager", erklärte die Geschäftsführerin des Fördervereins Gedenkstätte Buchenwald, Anke Klüßendorf. So eine Tagung gebe es einmal jährlich immer an einem anderen Ort, wo die Nazis eines dieser berüchtigten Außenlager betrieben und wo in den unterschiedlichsten Formen die Erinnerung wach gehalten wird.

"In Altenburg sind wir erstmals zu Gast und sehr angetan von dem, was hier in Sachen Erinnerungskultur in so kurzer Zeit geschaffen wurde", ergänzte die stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, Elke Heßelmann. "Es ist bemerkenswert und auch vorbildlich, was der Verein gemeinsam mit der Stadt schon erreicht hat", sagte Heßelmann und war sich einer Meinung mit den anderen 35 Teilnehmern der Besichtigungstour im östlichsten Zipfel Thüringens. Die Teilnehmer kamen nicht nur aus Mitteldeutschland, sondern unter anderem auch aus Hamburg, Dortmund, Coburg und Bochum.

Die beiden AGV-Chefs Wolfgang Böhm und Heinz-Dieter Plötner hatten mit ihren Mitstreitern für die zum Teil weitgereisten Gäste ein pralles Besichtigungsprogramm zusammengestellt. Natürlich nahm die Runde am Vormittag die Gedenkstätte auf dem ehemaligen Hasag-Areal in der Poststraße in Augenschein und legte dort einen Kranz zum Gedenken an die Opfer nieder. Dass mit einem Teil einer Baracke des Lagers dort ein Stück Zeitgeschichte bewahrt wurde, berührte die Besucher besonders. "Jedes authentische Stück, und ist es auch noch so klein, macht den Ort erlebbarer und emotionaler - und zwar besser, als noch so ausgefeilte virtuellen oder nachgebauten Szenarien", betonte Heßelmann.

Das Netzwerk, in dem sich der AGV am Sonnabend endgültig etablierte, arbeitet rein ehrenamtlich. "Wir können nicht mit großen finanziellen Unterstützungen helfen, sondern geben durch unsere enge Vernetzung und dem Austausch immer neue Anregungen für die Arbeit. Im Netzwerk werden auch laufend Anregungen ausgetauscht, wo weitere Recherchen angestellt werden können", erklärte Klüßendorf. Besonders angetan waren die Netzwerker vom Fakt, welchen hohen Stellwert die Entwicklung dieser Erinnerungskultur in Altenburg und dem Landkreis genießt. Nicht überall lässt sich bei solchen Treffen eine Landrätin blicken. In Altenburg und in Person von Michaele Sojka (Linke) schon. "In Zeiten, in denen Politikverdrossenheit um sich greift und sich immer mehr Menschen frustriert abwenden und fragwürdigen Bewegungen hinterherlaufen, ist es umso wichtiger, diese dunklen Kapitel zu erforschen und deren Ursachen herauszustellen", sagte sie.

Wolfgang Böhm war als AGV-Chef einfach nur glücklich über das rundum positive Feedback: "Dieser Erfahrungsaustausch ist die billigste Investition in unsere Arbeit."

© Siehe auch Interview Seite 15

Jörg Wolf

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