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Altenburg Bühnen in Altenburg und Gera erhalten Theaterpreis des Bundes
Region Altenburg Bühnen in Altenburg und Gera erhalten Theaterpreis des Bundes
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16:56 12.04.2018
Das Landestheater Altenburg ist durch die Auszeichnung einmal mehr in den Fokus bundesweiter Aufmerksamkeit gerückt – diesmal sehr positiv. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg/Gera

Große Ehre für eine eher kleine Bühne im östlichen Zipfel Thüringens: Das Altenburg-Geraer Theater wird in diesem Jahr durch Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) mit dem Theaterpreis des Bundes ausgezeichnet. Das hat das Ministerium in Berlin am Montag offiziell bestätigt, nachdem bereits am Wochenende zur Verleihung der Theater-Oskars in Gera Hoffnungen in dieser Richtung artikuliert wurden.

Insgesamt hatten sich 131 Theater um den von Grütters im Vorjahr erstmals ins Leben gerufenen Preis beworben. Am Ende entschied sich eine fünfköpfige Jury für acht Bühnen. Der Preis, der mit 115 000 Euro dotiert ist, wird am 6. Juli in Stendal feierlich verliehen. Mit ihm werden herausragende Leistungen kleiner und mittlerer Theater gewürdigt – künstlerische und gesellschaftspolitische gleichermaßen.

„Ich freue mich wahnsinnig“, sagt Intendant Kay Kuntze. „Es ist ein sehr schönes Statement. Es zeigt, dass wir mit unserer Arbeit bundesweit wahrgenommen werden.“ Für den 51-Jährigen kommt der Preis gerade zur rechten Zeit. Zwar bezieht sich die Würdigung auf die vorangegangene Spielzeit 2015/2016, doch gerade nach der nicht ganz einfachen Berichterstattung in diesem Jahr im Zusammenhang mit der Rassismus-Debatte, die das Theater sogar in die Nestbeschmutzer-Ecke stellte, tue dies unheimlich gut. Insbesondere für die Belegschaft, für die diese Spielzeit nicht einfach gewesen sei, die aber zu keinem Zeitpunkt an der Richtigkeit des Kurses gezweifelt habe.

Trotz der erklecklichen Summe, die nun für weitere Projekte zur Verfügung steht – und Geld könne das Theater immer gut gebrauchen –, findet Kay Kuntze die deutschlandweite Anerkennung fast noch wichtiger. Nicht zuletzt, weil es zeige, wozu ein Fünf-Sparten-Haus in der Lage ist.

Das Altenburg-Geraer Theater hatte daher von jeder Sparte ein Projekt zur Bewerbung eingereicht: das Schauspiel „Das zweischneidige Schwert“, die Konzerte mit Werken des fast in Vergessenheit geratenen Thüringer Komponisten Johann Melchior Molter, die wieder entdeckte Oper „Rübezahl“ mit der CD-Produktion, das Puppentheaterstück „Die große Reise“ und das Ballett „Anita Berber“. Allesamt mit regionalem oder gesellschaftspolitischem Bezug, betont Kuntze.

„Die Auszeichnung ist hochverdient für unser kleines, aber qualitativ auf höchstem Niveau spielendes Stadttheater, das immer wieder mit spannenden und außergewöhnlichen Produktionen überrascht, sich einmischt in die gesellschaftliche Debatte“, reagierte Landrätin Michaele Sojka (Linke) ebenso erfreut über die Preisvergabe wie die Chefin des Altenburger Theatervereins Barbara Grubitzsch: „Ich finde es großartig. Es ist eine sehr starke Anerkennung der tollen Arbeit, die hier geleistet wird.“

Neben dem Theater Altenburg-Gera erhalten den Preis: das Theater Naumburg, das E.T.A. Hoffmann-Theater Bamberg, das Theater Junge Generation Dresden, das Lichthof-Theater Hamburg, das Tanzhaus NRW Düsseldorf, die Sophiensäle Berlin und die Schaubude Berlin.

Von Ellen Paul

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