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Altenburg Bürger bezahlen Wasser-Millionen
Region Altenburg Bürger bezahlen Wasser-Millionen
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19:33 10.11.2013
Werkleiter Lars Merten (l.) berichtet vor 150 Gästen über die Arbeit des Zweckverbandes Wasserver- und Abwasserentsorgung Altenburger Land. Die Feier ist die erste eingemietete Veranstaltung in der sanierten Mälzerei in Treben. Fotos: Mario Jahn Quelle: Mario Jahn

In der Trebener Mälzerei forderte der ZAL-Chef ein einheitliches Förderprogramm des Landes, vor allem bei Kläranlagen für 0rte unter 2000 Einwohner.

Vor rund 150 Gästen - Verbandsräte, Vertreter von Politik und Wirtschaft sowie Mitarbeiter - erinnerte der Verbands-Chef an die schwierige Ausgangslage vor 20 Jahren. Mit dem Abspringen von Altenburg, Schmölln und Meuselwitz, "die damals kein Interesse am ländlichen Raum hatten", kam ein einheitlicher Zweckverband im Landkreis nicht zustande, sagte Etzold in Anwesenheit des Altenburger Oberbürgermeisters Michael Wolf (SPD). "Damals blieb uns nichts weiter übrig, als es allein zu versuchen."

Doch der CDU-Politiker erinnerte nicht nur an die egoistischen Städte der Region, sondern auch an die stellenweise katastrophalen Bedingungen, wie das mit Nitrat belastete Trinkwasser aus den vielen Hausbrunnen zu jener Zeit. Eltern kamen in die Verbandsverwaltung und wollten das Geld für das gekaufte Mineralwasser zurück.

Schonungslos rechnete der frühere Saaraer Bürgermeister auch mit hausgemachten Problemen seines Verbands ab. Es habe lange gedauert, ehe sich die Mitglieder hinter ihren ZAL stellten. "Durch den vielen Streit haben wir viel Geld verloren." Noch heute zahle man in Form hoher Gebühren die Zeche. Dafür schaue man nun neidvoll auf Verbände, in denen es besser lief, wohin deshalb mehr Finanzhilfen flossen und heute niedrige Gebühren verlangt werden können.

Genüsslich erinnerte Etzold ebenso an den Spleen "einiger Politiker in höheren Amtsstuben", die in den 90er-Jahren eine riesige Kläranlage für 220 000 Einwohner bei Zehma planten, an die der halbe Kreis sowie die Städte Crimmitschau und Meerane angeschlossen werden sollten. Wer dies damals infrage stellte, bekam keine Fördermittel.

Nicht unerwähnt ließ der Verbands-Chef auch die Ankündigung von Ex-Landrat Sieghardt Rydzewski vor dessen Wahl im Jahr 2000, die zerklüfteten Strukturen bei der Wasserver- und Abwasserentsorgung und speziell das Chaos im ZAL zu beenden. Aus einem einheitlichem Verband sei bekanntlich nichts geworden, dafür gebe es nun eine gute Zusammenarbeit untereinander.

Zu den gegenwärtigen Schwierigkeiten rechnete der Verbandsvorsitzende "nicht abgestimmte und in sich nicht stimmige Förderprogramme des Landes", bis zum heutigen Tag. Dies führe momentan zu Verunsicherungen beim Bau von Kläranlagen für Orte mit weniger als 2000 Einwohnern. Dort sei eine Planung aktuell nicht möglich, "was uns vor große Probleme stellt."

Trotz der Schwierigkeiten besitzt der ZAL nach 20 Jahren ein Anlagevermögen von 82 Millionen Euro. Stephan Etzold bezeichnete dies als gigantische Leistung. Dafür konnten jedoch lediglich 25 Millionen Fördermittel von Bund und Land sowie einige wenige Hilfen bei den Straßeninstandsetzungen in Anspruch genommen werden. Der Rest musste über Gebühren und Beiträge der Bürger finanziert werden. © Kommentar

Jens Rosenkranz

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