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Bürgerbewegung Pro Altenburg gegründet - "Bedeutender Schritt für die Stadt"

Bürgerbewegung Pro Altenburg gegründet - "Bedeutender Schritt für die Stadt"

Aus der Abspaltung von der CDU ist nicht nur die Stadtratsfraktion Pro Altenburg, sondern nun auch eine Bürgerbewegung mit gleichem Namen in Form eines gemeinnützigen Vereins hervorgegangen.

Altenburg.

 

 

 

 

 

 

 

"Wir haben heute einen Schritt gewagt, der für Altenburg bedeutend sein kann", so der neugewählte Vereinsvorsitzende Peter Müller auf einer Pressekonferenz gleich im Anschluss an die Gründungsversammlung. "Denn wir wollen unabhängig von Parteien und deren hierarchischen Strukturen für die Stadt und ihre Bürger da sein." Künftig sei zudem angedacht, auch im Landkreis wirksam zu werden. Das sei jedoch eine Aufgabe, die nicht von heute auf morgen machbar ist. "In der Stadt sind wir bekannt. Im Landkreis bekannt zu werden, wird ungleich schwieriger", so Müller.

Die neue Bürgerbewegung legte vorgestern außerdem die Leitlinien ihrer Kommunalpolitik vor, in deren Mittelpunkt die Stärkung Altenburgs und deren Erhalt als Kreisstadt steht. Dabei wird kein Bogen um dafür notwendige Eingemeindungen gemacht. Mit den infrage kommenden Gemeinden müsse auf Augenhöhe verhandelt werden.

Das Papier soll zugleich ein Denkangebot an alle Altenburger sein, das in Kürze auf der noch im Entstehen begriffenen Homepage des Vereins nachzulesen ist. Denn dieses Papier sei nicht endgültig. Jeder könne Vorschläge unterbreiten, am Programm mitarbeiten. "Das Wichtigste ist, die Bevölkerung mitzunehmen. Wir wollen hier neue Wege gehen", betonte Müller. Es sei freilich der schwierigste aller Wege, der eingeschlagen wurde. Denn es fehle sowohl das logistische als auch finanzielle Hinterland einer Partei.

Zu den Gründungsmitgliedern gehört neben den sechs ehemaligen CDU-Abgeordneten Peter Müller, Christian Götze, Björn Petersen, Stefanie Apel, Lili Schmidt und Stefan Nowak unter anderen auch die langjährige CDU-Fraktionsvorsitzende Christa Jackisch. Sie war nach den Querelen um die Nominierung des OB-Kandidaten ebenfalls aus der Partei ausgetreten. "Ich habe Peter Müller damals für die Partei geworben. Doch er ist in der CDU nur behindert und schlecht behandelt worden. Darüber bin ich sehr enttäuscht, dafür muss man sich schämen", so die Pensionärin. Sie selbst möchte ihre Erfahrungen aus der Kommunalpolitik jetzt in die neue Bürgerbewegung einbringen.

Auch Stefanie Apel und Christian Götze zeigten sich nachhaltig enttäuscht über das, was sie zuletzt in der CDU-Fraktion haben erleben müssen. Götze sprach von einer regelrechten Personalrochade. Es sei nicht mehr um die Stadt und ihre Probleme gegangen, sondern nur noch um die Beförderung persönlicher Karrieren. Was sie bisher für die Fraktion geleistet habe, zählte plötzlich alles nichts mehr, pflichtete Apel bei. "Uns wurde unterstellt, nur Peter Müller zum Munde zu reden. Doch ich habe meinen eigenen Kopf zum Denken, ich bin eine eigenständige Person." Apel und Götze hoffen, in der neuen Bürgerbewegung nun zur Sacharbeit im Interesse der Stadt zurückkehren zu können.

Auf diese von Parteipolitik unabhängige Kraft zählt auch der Altenburger Zahnarzt Jan-Peter Berger. Pro Altenburg sei sicher auch für viele andere Bürger, die sich wie er nicht für eine Partei haben entscheiden können, eine Möglichkeit, sich mit ihren Ideen und ihrer Kraft einzubringen. Dies veranlasste beispielsweise Ralf Schubert, kurzentschlossen zur Gründungsversammlung zu kommen. "Es gibt viele Sachen, wofür man sich einsetzen kann. Ich wohne in Südost, da treibt mich unter anderem die Frage um, was mit dem Bismarckturm werden soll."

Ob die neue Bürgerbewegung auch einen Oberbürgermeister-Kandidaten ins Rennen schicken wird, sei noch nicht entschieden, hieß es vorgestern Abend auf Nachfrage. "Uns geht es nicht in erster Linie darum. Wir sind kein Peter-Müller-Wahlverein", begründete Götze. Man würde mit einer Kandidaten-Kür schon am ersten Tag ein falsches Signal setzen.

-Kommentar

 

 

 

 

Der einstimmig zum Vorsitzenden der neuen Bürgerbewegung gewählte Altenburger Friseurmeister hat erst spät in die Politik gefunden. Seit Peter Müller 1999 zum ersten Mal auf CDU-Liste ein Mandat für den Stadtrat errang, legte er eine politische Blitzkarriere hin, brachte es bis zum Fraktionschef sowie stellvertretenden Parteivorsitzenden in Stadt und Landkreis. Nach dem Zerwürfnis mit den Christdemokraten geht Müller mit Pro Altenburg neue Wege.

Der 59-Jährige hat sich mit dem Erhalt des historischen Friseurhauses einen Namen gemacht, ist zudem Botschafter der Peter-Escher-Stiftung. Müller ist verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder.

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