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Altenburg Bürgerinitiative Schmölln plant Widerstand gegen Hühnermast
Region Altenburg Bürgerinitiative Schmölln plant Widerstand gegen Hühnermast
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00:30 06.11.2015
Kai-Uwe Koch und Frank Hlady von der Bürgerinitiative mit den Unterschriftenlisten.
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Schmölln/Nobitz

 
 

Seit einigen Tagen liegen die Pläne des Investors, einer Wermuth GmbH, öffentlich zur Einsichtnahme aus. Und seitdem regt sich in den Orten rings um den Standort Widerstand, organisiert von einer zehnköpfigen Bürgerinitiative, deren Mitglieder aus Großstöbnitz, Gleina und der Papiermühle kommen. Erstes sichtbares Ergebnis der Aktivitäten ist eine Unterschriftensammlung gegen die Mastanlage, die bislang von über 200 Bürgern aus den umliegenden Ortsteilen unterzeichnet und vorgestern der OVZ präsentiert wurde. Die Hauptvorwürfe der Bürgerinitiative sind die Gesundheitsgefährdung der Anwohner, die Umweltverschmutzung sowie Tierquälerei. Durch die Belüftung der Anlage würden riesige Menge an Bakterien, Viren und Schimmelpilzsporen ausgestoßen, die die Umwelt im Abstand von 500 Metern belasten und bei entsprechende Witterung noch in fünf Kilometer nachweisbar seien. Davon betroffen seien viele Obst- und Gemüsegärten. Toxine würden zu Allergien und Atemwegserkrankungen führen, die umliegenden Ortsteile würden massiv mit gesundheitsschädigen Stoffen aus der Anlage kontaminiert.

Wegen der Hauptwindrichtung rechnen die beiden Sprecher der Bürgerinitiative, Kay-Uwe Koch und Frank Hlady, damit, dass vor allem Selleris und Saara betroffen sein werden, vor allem jedoch der Schmöllner Ortsteil Papiermühle, der sich nur in rund 350 Meter Entfernung zum Mastbetrieb befindet. Eine Umweltschädigung befürchten die Aktivisten durch die Ausbringen des Hühnermists und eine damit einhergehende Überdüngung der Äcker. „Bislang ist nicht bekannt, wo die betriebseigenen Felder liegen, wie groß sie sind und wann der Mist ausgebracht wird“, sagte Koch der OVZ. Unklar sei gleichfalls, wie die bei der Stallreinigung eingesetzten Chemikalien behandelt werden.

 

Die Pläne des Investors strickt abgelehnt hatte auch die ehemalige Schmöllner Bürgermeisterin Kathrin Lorenz (CDU), weil die Anlage viel zu nah an der Wohnbebauung liege und es damit zu Geruchsbelästigungen und Lärm komme. Eine weitere Versiegelung von Ackerland würde den ohnehin von Hochwasser stark gefährdeten Ortsteil bei Starkregen zusätzlich bedrohen, so Lorenz .

Die Bürgerinitiative plant derweil neben der Fortsetzung der Unterschriftensammlung weitere Aktionen. Zunächst will sie auf einer Einwohnerversammlung in der nächsten Woche in Großstöbnitz aktiv werden. Sämtliche Einwände werden außerdem dem Landesverwaltungsamt Weimar im Rahmen der Bürgerbeteiligung aktenkundig gemacht.

Eine Auswertung sämtlicher Einsprüche erfolgt auf einer öffentlichen Anhörung des Landesverwaltungsamtes im Januar.

Von Jens Rosenkranz

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