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Altenburg Bürgerinitiative macht den Weg nach langem Stillstand in Wilchwitz frei
Region Altenburg Bürgerinitiative macht den Weg nach langem Stillstand in Wilchwitz frei
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00:20 15.06.2018
2013 wurde Wilchwitz vom Hochwasser heimgesucht. Das soll nicht noch einmal passieren. Quelle: privat
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Wilchwitz

Wenn Rocco Burkhardt, Thomas Hermann und die anderen Mitstreiter in der Bürgerinitiative „Bau des Hochwasserschutzes Wilchwitz“ an die zurückliegenden zweieinhalb Monate denken, dann spielt in ihren Mienen Stolz, aber auch Ungläubigkeit mit.

„Mit aktuellem Stand können wir konstatieren, dass fast alle Probleme einvernehmlich gelöst werden konnten und nun dem Bau des so wichtigen Dammes nichts mehr im Wege steht“, sagt Hermann. Dass man nach einer knapp fünfjährigen Hängepartie so ein Resultat erzielen konnte, mache schon stolz. „Und damit gerechnet, dass es so schnell geht, hat noch Anfang April keiner zu glauben gewagt“, so Burkhardt weiter.

Hoffnungsvoller Beginn, dann Stillstand

Rückblende: Als im Mai und Juni 2013 die Pleißefluten auch den 650-Einwohner-Ortsteil Wilchwitz schluckten, stand schnell fest, dass dringend ein Schutzbauwerk her muss, damit sich solche Szenarien nicht noch einmal wiederholen. Und schnell schien die Sache auch ins Rollen zu kommen. Die Gemeinde Nobitz, zu der das Dorf gehört, und die zuständigen Thüringer Behörden, vor allem aber auch die Bürgerschaft zogen an einem Strang.

So waren beizeiten beinahe alle Fragen geklärt, die Grundstücke betrafen, über die das gut einen Kilometer lange Bauwerk verlaufen soll. Aber dann stockte das Projekt, weil ein Grundstückseigentümer partout keine Flächen für den Dammbau tauschen wollte. Das gesamte Verfahren stockte und kam schließlich gänzlich zum Stillstand – fast fünf Jahre lang. Und da kein gütlicher Flächentausch weit und breit in Sicht war, drohte nun sogar ein so genanntes Planfeststellungsverfahren, das sogar in einer Enteignung hätte fußen können. Ein Prozedere, das nochmals Jahre in Anspruch genommen und dem Dorffrieden überhaupt nicht gut getan hätte. Zudem verfallen 2021 die vom Freistaat für Hochwasserschutzprojekte bereit gestellten Gelder.

Probleme in nur zweieinhalb Monaten gelöst

„Als wir dann vor zweieinhalb Monaten als BI daran gingen, die ganze Sache gütlich und auf Augenhöhe zu klären, rannten wir überall förmlich offene Türen ein“, erinnert sich Burkhardt, der als Sprecher der Initiative fungiert. Sofort habe man Kontakt mit dem zuständigen Thüringer Landesamt bekommen. Ebenso schnell waren die Kontakte mit der Gemeinde geknüpft. Und die BI ging das Problem des Flächentausches an.

„Das Problem lag konkret bei den vom Freistaat dem Bodenbesitzer angebotenen Austauschflächen, die für diesen nicht nutzbar waren, da es keine direkte Zufahrt gibt. Das konnten wir heilen, indem wir einen anderen Bodenbesitzer fanden, der die von Thüringen angebotenen Flächen nimmt, dem betroffenen Besitzer dafür eigenen Grund zum Tausch gegen die für den Damm benötigten Flächen anbietet“, schildert der BI-Sprecher den berühmten Gordischen Knoten, den man mit der Einwilligung nun durchschlagen konnte.

„Jetzt können noch dieses Jahr die Ausschreibungen für das rund eine Million Euro teure Bauwerk beginnen, da die Pläne ja schon fertig in der Schublade lagen. Kommendes Jahr soll die Fertigstellung folgen“, so Burkhardt zufrieden.

Von Jörg Wolf

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