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Bürgerinitiative sieht bei Sanierung von Schelditz Restgefahr

Altlasten in Rositz Bürgerinitiative sieht bei Sanierung von Schelditz Restgefahr

In Rositz wurden am Freitag die Sanierungspläne für den mit kontaminiertem Grundwasser verseuchten Ortsteil Schelditz öffentlich vorgestellt. Sie würden zehn Millionen Euro kosten. Vertreter der örtlichen Bürgerinitiative sehen trotz der Maßnahmen die Umweltgefahr nicht gebannt. Umgesetzt würden die Pläne frühestens 2018.

Bei der Vorstellung der Sanierungspläne.
 

Quelle: Mario Jahn

Rositz.  Lothar Schumann hatte am Freitag ein lachendes und ein weinendes Auge. Und genau das hatte er geahnt. Seit über zehn Jahren drängt die Bürgerinitiative, dessen Sprecher er ist, auf eine Sanierung des Rositzer Ortsteils Schelditz, dessen Grundwasser verseucht ist.

Die Planung dafür wurde vor rund 50 Bürgern im Kulturhaus vorgestellt. Das freute den Aktivisten. Mit den Ergebnissen freilich war Lothar Schumann nicht zufrieden. „Unser Ziel war, dass nach den Arbeiten keine Schäden für den Einzelnen und für die Allgemeinheit mehr bestehen. Davon müssen wir uns verabschieden. Es bleibt eine Restgefahr.“ Nach Ansicht des Fachmannes werde trotz der Sanierung der Zufluss des belasteten Grundwassers vom Gelände des ehemaligen Teerverarbeitungswerkes nicht gestoppt. „Es fließt trotzdem in den Gerstenbach und bedroht Gebäude, die jetzt nicht als bedroht gelten“, befürchtet Schumann.

Ob dies tatsächlich so eintritt, weiß im Moment niemand. Fest steht, dass es ohne das beharrliche Drängen der Bürgerinitiative den gestrigen Termin nicht gegeben hätte. Darauf wies auch Umweltstaatssekretär Olaf Möller (Grüne) hin. „Wir sind ein ganzes Stück vorangekommen“, und er hoffe, dass die eigentliche Sanierung tatsächlich 2018 beginnt, sagte Möller.

Denn im Moment gibt es nur eine Vorzugsplanung. Diese sieht die Umverlegung des Gerstenbaches, den Einbau von Bodenfiltern, den Rück- und Neubau des Schmutz- und Regenwasserkanals, die Anhebung der Talstraße um etwas über einen Meter und eine großräumige Flächendrainage vor. Damit soll der Ort in Zukunft vom Zufluss des verseuchten Grundwassers geschützt werden.

Für etliche Gebäude kommt dies aber schon zu spät. Sie sind von den gesundheitsgefährlichen Altlasten entweder bereits betroffen oder werden es mit Sicherheit sein. Nach OVZ-Informationen bleibt für acht Gebäude nur der Abriss übrig, darunter ist der fast leere Wohnblock in der Straße der Chemiearbeiter und die ehemalige HO. Hinzu kommen sechs Häuser in der Talstraße in Privatbesitz. Den Eigentümern wird eine Entschädigungen angeboten. Ob sie sie annehmen, steht noch nicht fest. In weiteren fünf Häusern müsste der Keller verfüllt werden. Das Technik-Gebäude des Freibades soll eine Schutz-Wanne erhalten.

All diese Maßnahmen kosten etwa zehn Millionen Euro. Ziel ist, dass nach der Ausführungsplanung ab 2018 gebaut wird. Nicht in den Kosten enthalten sind jene 27 Häuser, die nicht akut gefährdet sind, sondern als potenziell betroffen gelten. Dem liegt eine Prognose für den Grundwasseranstieg bis zum Jahr 2100 zugrunde.

Auch für Vize-Landrat Matthias Bergmann ist mit der Sanierungsplanung die Ursache des Problems nicht gelöst. Er wertete die vorgestellten Maßnahmen als Schritt in die richtige Richtung. Der Rositzer Bürgermeister Steffen Stange (parteilos) hielt sich mit einer exakten Bewertung zurück und sagte lediglich: „Nach 13 Jahren des Wartens gibt es endlich eine Vorplanung und damit die Aussicht, dass den Bürgern geholfen wird.

Von Jens Rosenkranz

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