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Bürgermeister-Vertretung: Meuselwitz wird drei Monate ehrenamtlich geführt

Übergangsphase Bürgermeister-Vertretung: Meuselwitz wird drei Monate ehrenamtlich geführt

Nachdem die Meuselwitzer Bürgermeisterin zum 1. November auf eigenen Wunsch in den vorzeitigen Ruhestand versetzt wurde, müssen die beiden stellvertretenden Bürgermeister Udo Pick und Antje Ulich die Bürgermeister-Aufgaben wahrnehmen. Weil die Neuwahl eines Bürgermeisters erst am 10. Januar 2016 ansteht, muss die ehrenamtliche Vertretung für rund drei Monate abgesichert werden.

Die beiden stellvertretenden Bürgermeister Udo Pick und Antje Ulich übernehmen für drei Monate die Bürgermeister-Aufgaben in Meuselwitz.

Quelle: Mario Jahn

Meuselwitz. Mal für ein, zwei Wochen die Urlaubs- oder Krankheitsvertretung der Bürgermeisterin zu übernehmen, das haben  Udo Pick (BfM) und Antje Ulich (UWW), die beiden ehrenamtlichen stellvertretenden Bürgermeister von Meuselwitz, hin und wieder schon getan. Doch nun muss nach der vorzeitigen Versetzung von Barbara Golder (CDU) in den Ruhestand der Posten für mindestens drei Monate                                                                                                       

ehrenamtlich ausgefüllt werden. Denn das neue Stadtoberhaupt wird erst am 10. Januar 2016 gewählt. „Eine so lange Vertretung  hätte ich mir nicht träumen lassen“, sagt der erste Vize-Bürgermeister Udo Pick gegenüber der OVZ. Er habe zwar um den Gesundheitszustand von Golder gewusst, doch nicht mit ihrem vorzeitigen Ausscheiden auf  eigenem Wunsch gerechnet.

Da Pick eine Bowlingbahn betreibt, die gerade in den Wochen um Weihnachten gut gebucht ist, passt die Arbeit als ehrenamtlicher Bürgermeister so gar nicht  in die Zeit. „Beides in den Griff zu bekommen, ist eine Frage der Organisation. Mit der Hilfe meine Familie auf der einen und der Unterstützung der Verwaltung im Rathaus auf der anderen Seite bekomme ich das aber hin“, zeigt sich  der 43-Jährige optimistisch. Außerdem teile er sich mit der zweiten Stellvertreterin Antje Ulich in die Aufgaben.

Als er wusste, was ab dem 1. November auf ihn zukommt, habe er sich vorgenommen, täglich drei Stunden im Rathaus zu verbringen. „In der ersten Woche musste ich allerdings feststellen, dass diese Zeit nicht ausreicht. Denn mit der Verwaltung gab es viel zu besprechen, und es standen auch gleich mehrere Termine an, die ich als Bürgermeister wahrnehmen musste“, so Pick. „Zum Glück bin ich selbstständig. In einer Festanstellung wäre das gar nicht machbar.“ Seine Nebentätigkeit als Programmierer für kleinere Unternehmen habe er deshalb erst einmal hinten anstellen müssen.

Die Amts-Übergabe durch die ehemalige Bürgermeisterin, so Pick, sei im  Beisein von Zentralamtsleiterin  Heike Schädlich etappenweise an beide Stellvertreter erfolgt. Dabei gäbe es seines Wissens nichts, was einer schnellen Erledigung bedürfe. Doch da verlasse er sich ein Stück weit auf die Verwaltung, deren Mitarbeiter die einzelnen Vorgänge ja kennen. Mit Antje Ulich stehe er in ständigem Kontakt. Einmal pro Woche werde man sich mit Heike Schädlich  zusammensetzen, um die zurückliegenden Tage auszuwerten und die nächste Woche vorzubereiten. In dieser Woche werde es zudem  ein erstes Treffen mit allen Mitarbeitern des Rathauses geben.

Projekte, die mit dem Ende  Oktober beschlossenen Haushalt dieses Jahr noch machbar sind, werden durch  das städtische Bauamt und Kämmerin Schädlich angeschoben, erläutet Pick. Da stecke die Verwaltung besser drin als er. Probleme die aktuell auftreten, wolle er mit den Amtsleitern klären. Die hätten ihm alle von Anfang an ihre Unterstützung zugesagt. „Deshalb sehe ich auch keine Veranlassung, Hilfe bei der Ex-Bürgermeisterin  zu suchen“, betont Pick auf Nachfrage. Aber auch aus  seiner Fraktion könne er, wenn erforderlich, mit Unterstützung rechnen.

Als Bürgermeisterkandidat der Bürger für Meuselwitz (BfM) gehe er davon aus, dass er durch die längerfristige Vertretung einen Ein- und Überblick von dem bekommt, was  ihn erwartet, wenn er die Wahl im Januar gewinnen würde. Und danach befragt, was er in den nächsten Wochen als besonders wichtig erachtet, sagte Pick: „Mein größtes Anliegen ist es, dem Stadtrat so schnell wie möglich den Entwurf des 2016er Haushaltes zur Diskussion vorzulegen.“ Ansonsten stehe er für Ruhe, Sacharbeit, Zahlen, Fakten und Daten. Er wolle in den nächsten drei Monaten auch  Ruhe in die Verwaltungsabläufe und den Stadtrat bringen.

Durch seine Krankheit, mit der er offen umgeht, fühle er sich bei der Doppelbelastung nicht beeinträchtigt. Würde es ihm schlecht gehen, hätte er sich  nicht als Bürgermeisterkandidat der BfM nominieren lassen, versichert Udo Pick gegenüber der OVZ.

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