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Bürgermeister aller Bürger sein

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In sechs griffig-knackigen Punkten hat Michael Wolf auf einer Klappkarte seine Ziele für eine mögliche dritte Amtsperiode als Rathauschef zusammengefasst.

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Michael Wolf

Altenburg. Garniert wird das Ganze mit einem den Blickkontakt zum Betrachter suchenden Konterfei des Oberbürgermeisters, der sein Wahlprogramm passend dazu "Altenburg im Blick" titelt. Gestern stellte er es auf einer Pressekonferenz erstmals der Öffentlichkeit vor.

Diese Präsentation freilich wurde nicht ganz so griffig-knackig, denn allein die nähere Erläuterung der Ziele nahm eine geschlagene Stunde in Anspruch - so viel wie seine drei Mitbewerber zusammen. In freier Rede und beinahe ohne Punkt und Komma wartete Wolf mit einer Unmenge an Fakten auf, die sowohl das unter seiner Führung in den letzten zwölf Jahren Erreichte als auch das in den kommenden sechs Jahren zu Erreichende so ausführlich wie möglich zu klammern versuchte. Ab und an stichelte er dabei in Richtung seiner Konkurrenten, die ihn im Gegensatz zu seiner Alleinbewerbung 2006 diesmal in einen echten Wahlkampf zwingen.

Den, davon ist Michael Wolf indes überzeugt, macht er schon die ganze Zeit. "Indem ich meinen Job mache." Nichtsdestotrotz hat der seit gestern 50-Jährige einiges im Blick, das die Bürgerschaft sehr wohl aufhorchen oder zumindest neugierig machen dürfte.

So will Wolf beispielsweise eine Initiative starten, um die Kubatur des Altenburger City Centers zu ändern. "Wir brauchen hier einen Ankermieter, um das wichtige innerstädtische Areal endlich für die Bürger attraktiv zu machen."

Geplant sind außerdem zwei neue Kreisverkehre - einer vor dem Goldenen Pflug und einer an der Kreuzung Geraer Straße/Puschkinstraße. Letztere soll als wichtige innerstädtische Trasse aufpoliert werden, wozu aber dringend die Westumfahrung her muss. "Das ist eines meiner wichtigsten verkehrspolitischen Ziele, gleich nach dem Autobahnanbinder." Wolf verspricht, dass 98 Prozent der Garagen in Altenburg Bestand haben werden. Er will einen Familienbeirat gründen, weil Familien mit Kindern mehr gefördert werden müssten. Dazu gehören ebenso neue Eigenheimstandorte und Angebote für spielende Kinder mitten in der Stadt oder am Großen Teich.

Alle anderen Schlagworte wie Wirtschaftsförderung, Bildungsstandort, Interessenvertretung aller Altersschichten oder Erhalt von kulturellen, historischen und städtebaulichen Schätzen dürfen natürlich nicht fehlen. Für Vereine bleibt die Nutzung der Sportstätten gebührenfrei, verspricht Wolf ebenso wie die Einrichtung eines Bürgerinformationsbüros.

Doch nicht nur um Fakten geht es dem SPD-Politiker. "Ich will den Menschen das Gefühl geben, in diesen schwierigen Zeiten mit mir als OB bestehen zu können." Die Stadt brauche jemanden, der an sie glaubt und sie nicht schlecht redet. Während andere im Wahlkampf den Leuten das Blaue vom Himmel versprechen, ohne zu sagen, wo das Geld dafür herkommen soll, stehe er für eine verlässliche und ehrliche Politik. Nicht auf Märchenschlösser baue er, sondern auf eine solide Finanzierung.

Und: Auch wenn er erneut von den Sozialdemokraten ins Rennen geschickt wird, geht es Michael Wolf nicht um Parteipolitik. "Das ist eine Personenwahl. Und ich will Bürgermeister aller Bürger sein", sagt er. Ellen Paul

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