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Altenburg Bürgermeister von Kriebitzsch und Mumsdorf fühlen sich durch Friedensnobelpreis bestätigt
Region Altenburg Bürgermeister von Kriebitzsch und Mumsdorf fühlen sich durch Friedensnobelpreis bestätigt
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15:00 14.10.2017
Gert Pietsch Quelle: Doreen Schellenberg
Kriebitzsch

Seit rund zwölf Jahren sind der Kriebitzscher Bürgermeister Bernd Burkhardt (Die Linke) und der Ortsteilbürgermeister von Mumsdorf, Gert Pietsch, Mitglieder in der Nichtregierungsorganisation (Non-governmental Organization, kurz NGO) Mayors for Peace, zu deutsch Bürgermeister für Frieden. Wichtigstes Ziel der Organisation, deren Präsident der Bürgermeister der japanischen Stadt Hiroshima ist, ist eine Welt ohne Atomwaffen. „Als ich damals eingetreten bin, hatten wir weltweit weniger als 800 Mitglieder. Heute sind es über 5500“, sagt Burkhardt.

Ein beachtlicher Zuwachs, der zeigt, wie groß inzwischen wieder die Sorge vor einem Krieg mit Atomwaffen ist. „Das von den Mayors for Peace herausgegeben Ziel, bis 2020 die Atomwaffen von der Welt zu verbannen, werden wir nicht schaffen“, meint Gert Pietsch. Und er ist sich mit Burkhardt einig, dass es wohl mehr als schwer wird, auch angesichts der aktuellen Entwicklungen auf der Welt dieses Ziel irgendwann überhaupt zu erreichen. Gerade wegen solch ernüchternder Bestandsaufnahme ist für Pietsch und Burkhardt die Entscheidung des Nobelpreiskomitees, in diesem Jahr den Friedensnobelpreis der Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (Ican – International Campaign to Abolish Nuclear Weapons) zu geben, das richtige Zeichen zur richtigen Zeit, das ihnen Aufwind gibt.

Die Ican ist ein Bündnis verschiedener NGOs auf der ganzen Welt, die sich für eine Zukunft ohne Nuklearwaffen einsetzen. Zum Bündnis gehören auch die Bürgermeister für den Frieden, weshalb sich Burkhardt und Pietsch nun auch ein wenig wie Nobelpreisgewinner fühlen. Diese Auszeichnung sei für ihr Anliegen enorm wichtig, betonen beide gegenüber der OVZ. Das verschaffe ihrem Kampf für eine atomwaffenfreie Welt zum einen große Öffentlichkeit. Zum anderen ermögliche das Preisgeld, immerhin fast eine Million Euro, die weitere Arbeit. „Außerdem können Kampagnen und Werbung für unsere Sache finanziert werden“, sagt Burkhardt, der angesichts der Töne aus Nordkorea und Amerika einen Atomkrieg für möglich hält.

Und das sei noch nicht einmal der einzige Konflikt. „Wenn es dazu kommen sollte, gibt es keine Gewinner und niemand bleibt verschont“, begründet Gert Pietsch, warum er seit Jahren zu den Bürgermeistern für Frieden gehört. Und niemand solle glauben, dass eine nukleare Eskalation regional begrenzt bleibt. „Auch in Deutschland sind Atomwaffen stationiert. Was mich dabei am meisten aufregt, ist, dass kaum darüber gesprochen wird. Und wenn, dann immer mit dem Verweis auf Bündnisverpflichtungen, weswegen nichts getan werden kann“, schimpft Burkhardt – voll in seinem Element.

Es gebe keine Zukunft mit Atomwaffen, erklären die engagierten Bürgermeister. Weshalb sie nun mit dem Rückenwind aus Oslo eine offene und öffentliche Debatte auch über Verbannung der in Deutschland stationierten amerikanischen Atomraketen fordern. Und zwar nicht nur in NGOs und auf der Straße, sondern vor allem auch im Bundestag.

Von Jörg Reuter

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