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Bürgermeister von Nobitz und Saara geben Altenburg keine Chance

Bürgermeister von Nobitz und Saara geben Altenburg keine Chance

Er sei verblüfft über so viele Leute, bekennt der Saaraer Bürgermeister Stephan Etzold (CDU) zum Beginn des Forums. Zur Auftaktrunde stehen er und sein Nobitzer Amtskollege Hendrik Läbe (SPD) als die "Väter" der Fusionspläne Rede und Antwort.

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Nobitz. "Mensch, lasst uns doch unser Zeug selber machen", ruft CDU-Mann Etzold unter heftigem Applaus. "Lasst uns doch unseren ländlichen Raum zusammenhalten", fügt er sichtlich erregt hinzu. Sein Nobitzer Amtskollege Hendrik Läbe sekundiert: "Ich will zwar nicht behaupten, dass im Falle einer Eingemeindung durch Altenburg alle ländlichen Strukturen den Bach hinuntergehen. Aber es bleibt dann viel zu viel auf der Strecke", argumentiert er nochmals vehement für das Zusammengehen von Nobitz und Saara aus.

Es ist das emotionale Finale einer ersten Runde, die mit einem Kompliment beginnt: "Ich bin echt verblüfft, so viele Leute hier zu sehen", meint Stephan Etzold auch in die Richtung seines Fusionspartners Hendrik Läbe. "Das zeigt doch, wie dieses Thema die Menschen bewegt und dass es gut ist, heute gegenüberzustehen", fügt der CDU-Mann an.

Nicht nur im Kern, den beide nochmals Revue passieren lassen, sind sich Läbe und Etzold einig und wissen auch ihre Gemeinderäte hinter sich. "Wir haben sicher alle ein bisschen den Einbruch bei der demografischen Entwicklung verpennt. Jetzt war es höchste Zeit, darüber nachzudenken, wie man aus dem Dilemma herauskommt", sagt Etzold. Auch in Sachen Finanzausstattung, ergänzt Hendrik Läbe. "Immer weniger Geld kommt bei den Gemeinden an. Jedoch die Kürzungen in diesem Jahr waren besonders krass."

Fusioniert werde man vielfältige positive Effekte erzielen. "Zum einen steigen die Landeszuweisungen für eine größere Gemeinde. Zum anderen spart beispielsweise die Verwaltung Geld", führt der Nobitzer Bürgermeister an. Denn in einer zusammengelegten Verwaltung könne man mit einem Schlag vier Stellen einsparen, die in Kürze ohnehin frei werden, weil die Beschäftigten in den Ruhestand gehen. "Konkret sind das 150 000 Euro im Jahr, die wir zusätzlich haben", rechnet Läbe vor.

"Glücklicherweise haben wir einen Landrat, der uns bei diesen Plänen in Ruhe lässt", meint Etzold. Und Hendrik Läbe erneuert seine Einladung an das Wieratal, ebenfalls beizutreten. "Mit 8000 bis 10 000 Einwohnern haben wir die Sicherheit, die nächsten Jahre eigenständig bestehen zu können", sagt er unter Beifall.

Befürchtungen, dass der Zusammenschluss gleich zu Altenburg zugeschlagen werden könnte, weist Etzold mit Blick auf die jüngere Geschichte zurück. "Wir haben es ja 1996 erlebt, als die Frage stand, ob Mockern zu Altenburg oder zu Saara geht. Die Menschen in Mockern haben sich klar für Saara ausgesprochen und Nein zu Altenburg gesagt", erinnert er sich unter erneutem Applaus. "Im ländlichen Raum ticken die Uhren ein wenig anders, als in der Stadt, aber beileibe nicht langsamer", ergänzt Läbe. Und diesmal assistiert Etzold: "Denn wir haben die größte Wirtschaft, nämlich die Landwirtschaft."

Und wenn der Landtag trotz aller Argumente dafür dennoch die Fusion ablehnt? "Dann wird es sehr, sehr schwer", meint Etzold ahnungsvoll. "Dann brauchen wir alle Leute, die heute hier in der Runde sitzen", fügt er mit Blick auf die rund 300 Gäste hinzu.

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